Deutscher Rentner in Thailand verhaftet

Wegen Handel mit Kinderpornografie im Dark Web

Die thailändische Polizei konfiszierte zahlreiche Geräte bei der Festnahme des deutschen Verdächtigen in Chonburi. Foto: The Nation
Die thailändische Polizei konfiszierte zahlreiche Geräte bei der Festnahme des deutschen Verdächtigen in Chonburi. Foto: The Nation

CHONBURI: Ein 54-jähriger deutscher Staatsbürger wurde in Thailand verhaftet, weil er über das Dark Web Kinderpornografie produziert und verkauft haben soll. Die thailändische Polizei beschlagnahmte mehrere Geräte und Daten bei der Festnahme. Die Ermittlungen führten zu einer komplexen Geldwäscheoperation.

Am Dienstag, den 11. März 2025, wurde in Chonburi, Thailand, ein 54-jähriger deutscher Staatsbürger festgenommen. Ihm wird vorgeworfen, über das Dark Web Kinderpornografie produziert und verkauft zu haben. Laut den Ermittlungen der thailändischen Polizei und einer tip-off von der US-amerikanischen Homeland Security Investigations (HSI) hat er dabei etwa 3,5 Millionen Baht verdient.

Über 140.000 Dateien beschlagnahmt

Pol Maj-General Athip Pongsivapai, der Leiter der Technologiekriminalitätsbekämpfungsabteilung (TCSD), erklärte, dass der Verdächtige in einem Condominium im Bezirk Bang Lamung, Chonburi, verhaftet wurde. Bei der Pressekonferenz zur Festnahme wurde auch der Umfang der beschlagnahmten Beweismittel bekannt gegeben, darunter Computer, Mobiltelefone und Speichermedien mit über 140.000 Dateien.

Der Rentner wird mit mehreren schweren Straftaten konfrontiert, darunter der Besitz und Vertrieb von Kinderpornografie sowie die Herstellung und Verbreitung obszöner Materialien über Computer. Zudem wird ihm vorgeworfen, ein komplexes Geldwäsche-Netzwerk betrieben zu haben, bei dem er Kryptowährungen nutzte, um die Einnahmen in thailändische Baht umzuwandeln.

Betrieb von zwei Websites

Die Ermittlungen ergaben, dass der Deutsche zwei Websites betrieben haben soll, die mehr als 10.000 Mitglieder und rund 5.000 pornografische Videos, hauptsächlich mit Kindern, beinhalteten. Mitglieder der Websites mussten mindestens 10 US-Dollar für den Zugang zahlen. Er konvertierte die Kryptowährungszahlungen in Baht für seinen persönlichen Gebrauch.

Der Festgenommene hat den Vorwürfen bereits gestanden und gab an, seine Programmierkenntnisse, die er während seiner beruflichen Laufbahn in Deutschland erlangt hatte, genutzt zu haben, um die Websites zu erstellen und zu verwalten. Die thailändischen Behörden haben ihn in die Obhut der TCSD übergeben, wo nun weitere rechtliche Schritte gegen ihn eingeleitet werden.

Festnahme und Durchsuchung in Chonburi

Die Festnahme fand nach monatelangen Ermittlungen statt, die auf einem Hinweis der US-amerikanischen Homeland Security Investigations basierten. Die Polizei stellte bei der Durchsuchung neben den Geräten auch Bankkonten, Kreditkarten und SIM-Karten sicher, die im Zusammenhang mit seinen kriminellen Aktivitäten standen.

Komplexe Geldwäscheoperation entdeckt

Die Ermittlungen zur Geldwäsche ergaben, dass der Beschuldigte ein ausgeklügeltes System verwendete, um Gelder über mehrere digitale Wallets zu transferieren. Dieser Vorgang machte es ihm möglich, große Beträge in Kryptowährungen zu bewegen und sie schließlich in Baht umzuwandeln, was ihm einen sicheren Zugang zu seinen Einnahmen verschaffte.

Die zunehmende Verbreitung von illegalen Aktivitäten im Dark Web stellt nicht nur die Behörden weltweit vor große Herausforderungen, sondern auch die Technologieunternehmen, die gegen solche kriminellen Netzwerke vorgehen müssen. Es gibt laufende Bestrebungen, Sicherheitslücken zu schließen und stärkere Mechanismen zur Bekämpfung von Kinderpornografie und anderen illegalen Inhalten zu entwickeln. Dabei spielen internationale Kooperationen wie die zwischen den USA und Thailand eine entscheidende Rolle.

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