Demichelis kommt zu RB, Klopp geht: «Neue Zeitrechnung»

Foto: Pixabay/Michal Jarmoluk
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LEIPZIG: Demichelis will Leidenschaft und Aggressivität in die DNA von RB Leipzig bringen. Der Argentinier sieht bei der Entwicklung im Fußball kein Limit.

Die erste Ansprache an sein neues Team hielt Martín Demichelis noch in den wohltemperierten Räumen der Akademie von RB Leipzig. Beim Trainingsauftakt vor vielen Kindern und deren Eltern ging es bei hochsommerlichen Temperaturen mit ersten Laufeinheiten und Sprints mit Anfeuerungsrufen des neuen Coaches gleich ordentlich zur Sache - ganz im Sinne der Philosophie von Demichelis.

«Intensität, Leidenschaft, mutig, offensiv - das sind Worte, die gefallen mir sehr. Auch Aggressivität und Intensität, bei jedem Kontakt, mutig nach vorne spielen, mutig verteidigen, Körpersprache zeigen», sagte der 45 Jahre alte Argentinier bei seiner Vorstellung. Demichelis, der Deutschland als seine zweite Heimat bezeichnete, sieht bei der «Entwicklung im Fußball kein Limit», wie er betonte.

Klare Ansage bei Diomande

Der ehemalige Weltklasse-Verteidiger und einstige Bayern-Profi hatte bereits Kontakt zu allen Leipziger WM-Spielern, auch zum umworbenen ivorischen Top-Stürmer Yan Diomande. «Yan hat noch Vertrag, muss zurückkommen», meinte Demichelis und ist sich mit Sport-Geschäftsführer Marcel Schäfer in der Personalie einig: «Wir haben die klare Intension, dass wir Spieler hier mehr als ein Jahr begleiten sollen. Wir sind da sehr klar», sagte Schäfer.

Gruda dritte Neuverpflichtung

Nach den Neuverpflichtungen Abdoul Koné und Rocco Reitz erhielt eine halbe Stunde nach Trainingsbeginn auch Brajan Gruda von Brighton & Hove Albion die Freigabe und lief mit Verspätung auf den Platz. Er wird vom Premier-League-Club erneut ausgeliehen.

Weitere Personalien wie etwa der Transfer des französischen Innenverteidigers Maxime Esteve sind laut Schäfer noch nicht spruchreif. Das Transferziel von 100 Millionen Euro Einnahmen ist trotz der 42,75 Millionen Euro von Juventus Turin für die Kaufpflicht für Loïs Openda noch weit weg. Mit den Leihspielern Lutsharel Geertruida (AFC Sunderland), Eljif Elmas (SSC Neapel) oder Arthur Vermeeren (Olympique Marseille) ist inmitten des WM-Hypes kaum Kasse zu machen.

Nachbesetzung von Klopps Posten nicht auf der Tagesordnung

Wie schnelllebig das Fußballgeschäft ist, zeigt sich nun bei RB. Noch vor wenigen Wochen endete der Abschied vom bisherigen Trainer Ole Werner, der die Sachsen nach einem XXL-Umbruch mit Platz drei zurück in die Champions League brachte, mit dem Schäfer-Fazit: «Absolut unwürdig.» Nun spricht er bei der Neuverpflichtung von Demichelis von einer «neuen Zeitrechnung».

Der Argentinier kommt, ein Abschied von Jürgen Klopp ist wahrscheinlich. Der «Head of Global Soccer», der als eine treibende Kraft hinter dem Personalwechsel gilt, wird wohl Red Bull in Richtung DFB verlassen. Der offizielle Wechsel ins Amt des Bundestrainers scheint nur eine Frage der Zeit. Damit verliert Demichelis seinen Fürsprecher und der RB-Konzern sein Aushängeschild. Auch wenn Klopp omnipräsent ist, fußballerisch hat er im RB-Kosmos nicht das Nonplusultra erreicht.

Eine Nachbesetzung steht laut Schäfer nicht auf der Tagesordnung, «da wir Leute mit einem großen Erfahrungsschatz stand heute zur Verfügung haben», sagte er. Denn noch ist offen, welche Weggefährten Klopp mit zum DFB nimmt. Denkbar wären Zsolt Löw, der derzeit bei RB «Head of Soccer Development» ist oder Klopps langjähriger Co-Trainer Peter Krawietz als «Head of Soccer Philosophy» sowie der Technische Direktor Mario Gomez. Als Klopp-Helfer beim DFB-Team wäre aber auch sein einstiger Co-Trainer Pepijn Lijnders denkbar, der zuletzt im Trainerstab von Pep Guardiola bei Manchester City arbeitete.

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