Matthäus über Neuers Rückkehr

«Hätte sich WM sparen können»

Lothar Matthäus nimmt vor der Auslosung der Vorrundengruppen für die Fußball-WM 2014 an einer Pressekonferenz in Brasilien teil. Foto: Marcelo Sayao/epa
Lothar Matthäus nimmt vor der Auslosung der Vorrundengruppen für die Fußball-WM 2014 an einer Pressekonferenz in Brasilien teil. Foto: Marcelo Sayao/epa

BERLIN: Lothar Matthäus zieht mit Blick auf die alten WM-Stars Vergleiche zu seinem eigenen Karriereende. Einem alten Superstar traut der Rekordnationalspieler sogar noch weitere große Turniere zu.

Laut Rekordnationalspieler Lothar Matthäus wäre das kurzfristige Comeback von Torwart Manuel Neuer in die deutsche Nationalmannschaft zur Weltmeisterschaft nicht nötig gewesen. «Manuel Neuer hätte sich diese WM sparen können. Letztendlich war es viel Wind um nichts», schreibt der 65-Jährige in der «Bild».«Ja, er hat einen Elfmeter gegen Paraguay gehalten, und wenn es gut gegangen wäre, wäre er ein Held gewesen. Aber es ist nicht gutgegangen.»

Durch das erneute frühe Ausscheiden des DFB-Teams bei der WM habe Neuers Karriere eine kleine Delle erhalten. «Nach Platz 3 und Platz 1 folgten drei schlechte Weltmeisterschaften hintereinander. Auch das bleibt in den Köpfen hängen.», schreibt Matthäus. Deutschland war 2018 in Russland und 2022 in Katar mit Neuer im Tor bereits in der Gruppenphase ausgeschieden. Von der Karriere des Bayern-Torwarts bleibe natürlich dennoch die Spielweise und der WM-Titel 2014 in den Köpfen, schreibt Matthäus weiter.

Messi hat noch große Turniere «im Tank»

Grundsätzlich sei es im Alter nicht leicht, sich von der Profikarriere zu verabschieden, urteilt Matthäus auch über seine eigene Laufbahn. Auch er hätte sich rückblickend die Teilnahme bei der EM 2000 sparen sollen, sei aber von Bundestrainer Erich Ribbeck zur Turnierteilnahme überredet worden. Mit dem damals 39-jährigen Matthäus war Deutschland in der Gruppenphase ausgeschieden.

Mit Blick auf das Auftreten der Superstars anderer Nationen zeichnet der Weltmeister von 1990 ein ähnliches Bild. Beim Portugiesen Cristiano Ronaldo fehle mittlerweile die Dynamik, bei dem Kroaten Luka Modri? und dem Belgier Kevin De Bruyne merke man den geringer werdenden Einfluss auf das Spiel ihrer Nationen.

Lediglich beim Argentinier Lionel Messi sieht Matthäus noch das Potenzial für weitere große Turniere. «Zumindest ein großes Turnier, das wäre dann die Südamerika-Meisterschaft 2028, hat er noch im Tank», schreibt Matthäus. «Wer weiß, vielleicht sogar noch die WM 2030, dann wäre er 43.»

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