England wirft auch Norwegen raus

​Doppelpack Bellingham

Englands Spieler feiern mit ihren Fans den Viertelfinalssieg gegen Norwegen beim WM-Viertelfinale in Miami. Foto: epa/Cristobal Herrera-ulashkevich
Englands Spieler feiern mit ihren Fans den Viertelfinalssieg gegen Norwegen beim WM-Viertelfinale in Miami. Foto: epa/Cristobal Herrera-ulashkevich

MIAMI: Wieder liegt England hinten, wieder dreht die Mannschaft von Thomas Tuchel das Spiel. Die Three Lions schalten Norwegen im Viertelfinale der WM aus. Welche Rolle ein früherer Bundesliga-Profi spielte.

Noch zwei Siege bis zum großen Titel-Traum: Dank Jude Bellingham steht England im Halbfinale der Fußball-WM und kann weiter auf den zweiten Coup nach 1966 hoffen. Durch die Tore des Ex-Dortmunders (45.+2 Minute/93.) besiegte das Team von Trainer Thomas Tuchel Norwegen in Miami mit 2:1 (1:1, 0:1) nach Verlängerung. Dabei hatten die Skandinavier vor 64.478 Fans durch ein Traumtor von Andreas Schjelderup (36.) sogar geführt.

Die Prominenz ließ sich auch von Temperaturen von weit über 30 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit in Miami nicht abschrecken. Sir David Beckham mit Ehefrau Victoria, Norwegens Kronprinz Haakon und Venus Williams schauten im Football-Stadion der Miami Dolphins zu - und sahen erst einmal nichts, was sie aufgeregt aus ihren Ledersesseln reißen sollte.

Englands Ballbesitz, Norwegens Chancen

England hatte fast 70 Prozent Ballbesitz, Norwegen ließ sich weit in die eigene Hälfte zurückfallen. Das Problem zunächst: England fiel nicht viel ein, Bellginham (19.) per Kopf und Harry Kane (29.) per Freistoß brachten ihre Chancen nicht auf das Tor.

Den ersten Schuss auf das Tor hatte dann auch Norwegen. Doch der Kopfball von Erling Haaland (35.) war zu zentral und kein Problem für Englands Torwart Jordan Pickford. Eine Minute später sah das anders und Pickford nicht gut aus. Ob Schjelderup nun schießen oder flanken wollte, weiß nur er. Der Ball schlug jedenfalls mit 113 km/h im Winkel des langen Ecks ein. Schjelderup ließ sich nach dem Traumtor auf den Schultern von Martin Ödegaard tragen.

Norwegen traute sich nun mehr zu und kam zu weiteren Abschlüssen. Der Ex-Leipziger Alexander Sörloth (39.) kam aus der Drehung zum Abschluss, doch der Ball flog über das Tor. Beim Schuss von Ödegaard (40.) hatte Pickford keinerlei Probleme. Vier Minuten später sah der Keeper Haaland und Sörloth bei einem Konter auf sich zustürmen. Doch statt den Ball auf den Stürmer-Star zu passen, ging Sörloth ins Dribbling und verlor den Ball.

Hilfe von Kamera-Kabel?

Das rächte sich umgehend. Einen Ball ins Zentrum von Anthony Gordon nahm Bellingham auf, drang mit Wucht in den Strafraum ein und schloss aus kurzer Distanz zum Ausgleich ab. Im Vorfeld war der Abstoß von Norwegens Torwart Örjan Nyland offenbar von einem gespannten Kamerakabel gestoppt und erst so vor den Füßen von Gordon gelandet. In diesem Fall hätte es Schiedsrichterball geben müssen. Die FIFA widersprach dem Verdacht aber, die Daten würden eine Berührung des Balles nicht belegen.

Den Three Lions war das egal. Erster Schuss aufs Tor, erstes Tor. War England bei seinen Standards bis dahin äußerst schwach, so zeigten sie bei der Effizienz das Gegenteil. Kurz vor dem Halbzeitpfiff fiel sogar noch das 2:1 durch Kane, doch der Stürmer des FC Bayern stand in seinem 120. Länderspiel im Abseits.

Haaland-Foul verhindert Führung

Norwegen änderte seinen Ansatz nicht, überließ England den Ball und setzte auf Konter. Sörloths (52.) verunglückte Flanke klärte Pickford noch zur Ecke, selbiges gelang dem Torwart des FC Everton beim Kopfball von Haaland (53.). Nach einer Ecke staubte Torbjörn Heggem (55.) zur norwegischen Führung ab, doch wegen eines Fouls von Haaland an Eliot Anderson im Vorfeld galt der Treffer nach Videobeweis nicht.

Bei nahezu jedem Standard wurde Norwegen gefährlich. Nach einer Ecke von Patrick Berg rettete zunächst Pickford, doch beim folgenden Kopfball von Kristoffer Ajer (76.) half den Engländern nur noch die Latte. England brachte in der zweiten Halbzeit keinen Schuss auf das norwegische Tor zustande - Verlängerung.

Dort patzte Norwegens bisher so sicherer Keeper Nyland. Einen Schuss von Morgan Rogers wehrte der Ex-Leipziger direkt vor die Füße von Bellingham ab. Der 23-Jährige ließ sich die Chance zur Entscheidung nicht nehmen. Und es schien noch bitterer für Norwegen zu werden. Nach einem vermeintlichen Foul an Djed Spence entschied Schiedsrichter Clément Turpin auf Strafstoß - revidierte die Entscheidung aber nach dem Videostudium.

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