Kein gefährlicher Konjunkturabschwung

Commerzbank-Chefvolkswirt

Foto: epa/Mauritz Antin
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FRANKFURT/MAIN (dpa) - Die Commerzbank erwartet trotz zuletzt schwächerer Konjunkturdaten keinen gefährlichen Wirtschaftsabschwung in der Eurozone. «Was wir hier sehen, ist eine bloße Wachstumsverlangsamung», sagte Chefvolkswirt Jörg Krämer am Freitag in Frankfurt. Vor allem die chinesische Wirtschaftspolitik dürfte zu einer Stabilisierung der Konjunktur in der Eurozone beitragen.

«Wie es mit dem Wachstum in Euroraum weitergeht, hängt vor allem von China ab», sagte Krämer. In der Eurozone würde derzeit besonders die vom Ausland abhängige Industrie schwächeln. Dies liege überwiegend an den Exporten nach China, die laut Krämer mittlerweile kaum noch wachsen. 2017 hätten Ausfuhren in die Volksrepublik stimuliert.

Krämer erwartet jedoch, dass es der Regierung in Peking gelingt, die Binnennachfrage anzufachen und die heimische Wirtschaft so zu stabilisieren. China habe beispielsweise in der Finanzkrise mit einer Steuerungspolitik die Wirtschaft auf Kurs gehalten. Der Aufschwung in der Eurozone sollte sich daher im kommenden Jahr fortsetzen.

Allerdings reduzierten die Commerzbank-Ökonomen ihre Wachstumsprognose von bisher 1,8 Prozent auf 1,4 Prozent. In Deutschland dürfte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im kommenden Jahr mit 1,2 Prozent sogar etwas schwächer zulegen.

Die Haushaltskrise in Italien stellt laut Krämer zwar ein Abwärtsrisiko dar. Die Regierung werde den Haushaltsstreit bis zu den Europawahlen im kommenden Mai fortsetzen, um dann bei den Wahlen davon profitieren zu können. Eine Eskalation erwarte er aber nicht: «Nach den Europawahlen wird Italien moderatere Töne anschlagen und damit die Tür für einen Formelkompromiss öffnen.»

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