BANGKOK: Die thailändischen Behörden untersuchen Vorwürfe, dass chinesische Investoren Eigentumswohnungen in Bangkok erwerben und diese illegal zur Kurzzeitvermietung an Ausländer anbieten. Dies soll zu Störungen und Sicherheitsrisiken für andere Bewohner geführt haben.
Innenminister Anutin Charnvirakul erklärte am Mittwoch (26. Februar 2025), dass die Behörden sicherstellen müssten, dass Hotel- und Vermietungsbetreiber über die notwendigen Lizenzen verfügen und die geltenden Vorschriften einhalten. „Wenn diese Mieter über Genehmigungen verfügen und sich an die Vorschriften halten, gibt es nichts, was man tun kann, um sie zu stoppen“, sagte Anutin, der zugleich als stellvertretender Premierminister fungiert. „Es werden jedoch rechtliche Schritte eingeleitet, wenn Betreiber oder Mieter – unabhängig von ihrer Nationalität – den umliegenden Gemeinden Schaden zufügen.“
Das Problem geriet am Dienstag (25. Februar 2025) verstärkt in die öffentliche Aufmerksamkeit, als Social-Media-Nutzer Beiträge über Unternehmen teilten, die Eigentumswohnungen tageweise vermieten. Da die Verwalter der Wohnanlagen keine Schlüssel für Einheiten aufbewahren dürfen, haben illegale Vermieter alternative Methoden gefunden. Sie hinterlegen die Schlüssel in Schließfächern oder Kisten an verschiedenen Orten in der Stadt und informieren die Mieter über deren Standorte.
Nach Angaben der Facebook-Seite „Drama Addict“ wurde in einem Schließfach nahe eines Som-Tam-Restaurants in Bangkok eine Sammlung von sechs verschlossenen Kisten mit Eigentumswohnungsschlüsseln entdeckt. Die Polizei vermutet, dass diese einem Netzwerk illegaler chinesischer Vermieter angehören. Ein weiterer Holzkasten mit 29 Schlüsselboxen wurde in der Sukhumvit Soi 42 gefunden, während einige Schlüssel sogar an Bäume gebunden waren, um den Mietern den Zugang zu erleichtern.
Auch Anwohner haben sich über das Verhalten der Kurzzeitmieter beschwert. In der Facebook-Gruppe „Por Ban Ba Condo“ kritisierten sie unter anderem herumliegende Reinigungsgeräte in Gemeinschaftsbereichen, Lärmbelästigung in der Nacht sowie eine ungewöhnlich hohe Besucherfrequenz. Einige Nutzer äußerten zudem den Verdacht, dass die Einheiten für illegale Aktivitäten wie verdeckte Prostitution oder das Filmen von Pornovideos genutzt werden könnten.
Innenminister Anutin betonte, dass die bestehende Regelung, nach der ausländischer Besitz an Eigentumswohnungen auf 49 Prozent begrenzt ist, weiterhin gilt. Gleichzeitig prüfe die Regierung jedoch eine Anhebung der Quote auf 75 Prozent, um mehr ausländische Investitionen zu fördern.