BANGKOK: Die steigenden Kerosinpreise belasten die Kostenstruktur von Fluggesellschaften zunehmend. Wie Puttipong Prasarttong-Osoth, Präsident von Bangkok Airways Public Company Limited, am Freitag (27. März 2026) erklärte, seien die Treibstoffkosten des Unternehmens infolge der aktuellen Marktentwicklung um rund 20 Prozent gestiegen.
Derzeit hat die Fluggesellschaft etwa 30 Prozent ihres Kerosinbedarfs zu Preisen von 80 bis 90 US-Dollar pro Barrel abgesichert, um die Kosten über das Jahr hinweg zu stabilisieren. Angesichts eines zwischenzeitlichen Anstiegs der Marktpreise auf 170 bis 180 US-Dollar pro Barrel reiche diese Absicherung jedoch nicht aus, um die Mehrbelastung vollständig auszugleichen.
Inlandstarife steigen ab 1. April 2026
Vor diesem Hintergrund kündigte das Unternehmen an, die Inlandstarife im Durchschnitt um etwa 15 bis 20 Prozent anzuheben. Erste Anpassungen sollen ab dem 1. April 2026 auf ausgewählten Strecken erfolgen, darunter Verbindungen zwischen Bangkok und Koh Samui sowie Flüge nach Chiang Mai und Phuket. Auf der Strecke Bangkok–Samui betrifft dies unter anderem bisher angebotene Sondertarife von rund 2.000 Baht pro Sitzplatz, die künftig erhöht werden müssen. Die Preisanpassungen sollen sich jedoch weiterhin innerhalb der von der thailändischen Zivilluftfahrtbehörde genehmigten Tarifobergrenzen bewegen.
Auf internationalen Strecken nutzt die Fluggesellschaft bereits bestehende marktbasierte Mechanismen zur Anpassung von Treibstoffzuschlägen. Betroffen sind unter anderem Verbindungen zu den Malediven und nach Kambodscha, für die ebenfalls ab April höhere Preise erwartet werden.
Ölpreise weiterhin volatil unter Beobachtung
Nach Angaben des Unternehmens bleibt die Entwicklung der Ölpreise weiterhin volatil. Die Lage werde daher in kurzen Abständen von ein bis zwei Wochen überprüft, um Auswirkungen auf die Geschäftsplanung frühzeitig zu bewerten und gegebenenfalls Anpassungen vorzunehmen.
Im Namen des thailändischen Airline-Verbandes wurde zudem ein Vorschlag an die Regierung übermittelt, die Verbrauchssteuer auf Flugtreibstoff vorübergehend zu senken. Derzeit liegt diese bei fünf Baht pro Liter. Angeregt wird eine temporäre Reduzierung auf ein Niveau wie während der Covid-19-Pandemie, als der Steuersatz auf 20 Satang pro Liter gesenkt worden war, um die Kostenbelastung der Branche zu reduzieren und Preiserhöhungen für Passagiere zu begrenzen.
Vorsichtige Strategie für das Jahr 2026
Für das Geschäftsjahr 2026 verfolgt Bangkok Airways nach eigenen Angaben eine vorsichtige Strategie. Im Mittelpunkt stehen die Stabilisierung von Passagierzahlen und Einnahmen sowie eine gezielte Auswahl rentabler Strecken. Verbindungen mit anhaltenden Verlusten sollen eingestellt werden, um die wirtschaftliche Position des Unternehmens zu sichern, bevor eine mögliche Expansion geprüft wird.
Die Buchungslage für die Songkran-Feiertage zeigt sich bislang stabil und ohne erkennbare Rückgänge. Auswirkungen der aktuellen Lage im Nahen Osten könnten sich nach Einschätzung des Unternehmens vor allem auf Europa-Verbindungen auswirken, die die Region überfliegen. Während es in der ersten Phase zu spürbaren Effekten gekommen sei, könnten Flüge zwischen Europa und Thailand teurer werden, sofern alternative Routen ohne Transit durch den Nahen Osten genutzt werden. Auf Inlandsverbindungen seien bislang keine nennenswerten Auswirkungen festzustellen.