Corona-Spiele in Tokio beendet - Paris wartet

​Arigato und Au revoir 

Abschlussfeier im Olympiastadion. Die olympische Flamme kurz vor dem Erlischen. Foto: Marijan Murat/dpa
Abschlussfeier im Olympiastadion. Die olympische Flamme kurz vor dem Erlischen. Foto: Marijan Murat/dpa

TOKIO: Die wohl außergewöhnlichsten Olympischen Spiele sind vorbei. Tokio erlebt ein Ringe-Spektakel mitten in der Corona-Pandemie und ohne Publikum. Nun ist die olympische Flagge bei Paris 2024. Sportlich erlebt das deutsche Team die schlechteste Bilanz seit 1990.

Die XXXII. Olympischen Spiele in Tokio sind Geschichte. Um 22.14 Uhr Ortszeit erlosch am Sonntag im Olympiastadion das olympische Feuer nach 16 Tagen und 339 Entscheidungen. Damit endeten die wohl außergewöhnlichsten Spiele - mitten in der Corona-Pandemie, mit einem Jahr Verspätung und ohne Zuschauer.

Vor fast leeren Rängen kamen Sportlerinnen und Sportler noch einmal zu einer über zwei Stunden langen Schlussfeier zusammen. «Die Olympischen Spiele Tokio 2020 sind die Olympischen Spiele der Hoffnung, der Solidarität und des Friedens», sagte IOC-Präsident Thomas Bach im üblichen Pathos und erklärte die Spiele im Beisein von Kronprinz Akishino für beendet. Zum Schluss der Feier leuchtete der Schriftzug «Arigato» (Danke) durch das Stadion.

Für das Internationale Olympische Komitee steht in einem halben Jahr das nächste sowohl politisch als auch pandemisch schwierige Ringe-Fest an. Dann werden in Peking die Winterspiele eröffnet. Zumindest politisch unkomplizierter wird es 2024 in Paris. Die Bürgermeisterin von Frankreichs Hauptstadt, Anne Hidalgo, übernahm die olympische Flagge für die Sommerspiele in drei Jahren.

Bei der Abschlusszeremonie in Tokio trug Ronald Rauhe die deutsche Fahne ins Stadion. Für den 39 Jahre alten Kanuten ein würdiges Ende einer großartigen Karriere, die er tags zuvor in seinem letzten großen Rennen mit dem Olympiasieg im Kajak-Vierer gekrönt hatte.

Der Kanu-Triumph brachte die letzte von 37 Medaillen für das deutsche Olympia-Team ein. Bahnradsportlerin Emma Hinze verpasste am Sonntag mit Platz vier Bronze und die 38. Medaille. In Rio hatte es für Team D noch 42 Mal Edelmetall gegeben. Zehnmal Gold, elfmal Silber und 16 Mal Bronze und Rang neun der Nationenwertung war die schlechteste Bilanz seit der Vereinigung. Vor allem in Sportarten wie Fußball, Handball, Beachvolleyball oder Hockey blieben die deutschen Teams hinter den Erwartungen.

So fanden auch die letzten Team-Entscheidungen ohne deutsche Beteiligung statt: Die US-Volleyballerinnen eroberten erstmals Gold, ihre Landsfrauen im Basketball gelang der erneute Olympiasieg. Im Wasserball gewannen die Serben. Frankreichs Handballerinnen holten ebenso Gold. Die USA wurden zum dritten Mal in Serie erfolgreichste Nation bei Sommerspielen vor China und Gastgeber Japan.

Die sportlichen Erfolge lösten in Japan phasenweise Begeisterung aus. Doch Olympia blieb umstritten. Während der Olympischen Spiele erreichte die Zahl der Infektionen in Tokio Rekordwerte. Die Gesamtzahl der Infizierten im Zusammenhang mit den Spielen seit dem 1. Juli lag indes bei 430, davon 32 Bewohner des olympischen Dorfs.

Im deutschen Team gab es am Schlusstag einen zweiten Fall nach Radprofi Simon Geschke. Susanne Wiedemann, Sportdirektorin im Deutschen Verband für Modernen Fünfkampf, wurde positiv getestet. Sie begab sich ins Quarantäne-Hotel. Für sie ist das besondere Olympia-Erlebnis in Tokio noch nicht beendet.

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