266 Millionen Menschen litten 2025 unter Hunger

Vertriebene Kinder stehen vor einem Behelfszelt in Sanaa. Das World Food Programme warnt vor wachsender Hungerkrise im Jemen. Foto: epa/Yahya Arhab
Vertriebene Kinder stehen vor einem Behelfszelt in Sanaa. Das World Food Programme warnt vor wachsender Hungerkrise im Jemen. Foto: epa/Yahya Arhab

ROM: 266 Millionen Menschen waren im Vorjahr einem Bericht zufolge von akuter Ernährungsunsicherheit betroffen. Besonders konzentriert sich das Problem auf wenige Länder. Die Aussichten sind zudem düster.

Die Zahl hungernder Menschen bleibt nach einem Bericht des Globalen Netzwerks gegen Hungerkrisen (GNAFC) auf einem dramatisch hohen Niveau. Im vergangenen Jahr waren 266 Millionen Menschen in 47 Ländern von akuter Ernährungsunsicherheit bedroht, wie es in dem aktuellen «Global Report on Food Crises» heißt. Besonders konzentriert ist die Krise in wenigen Ländern: Die meisten Betroffenen leben in nur zehn Ländern, etwa Afghanistan, dem Sudan und dem Jemen.

Insgesamt hat sich akute Ernährungsunsicherheit dem Bericht zufolge in den vergangenen zehn Jahren verdoppelt. Das Ausmaß von Hunger bleibe alarmierend hoch. In dem Bericht wird hervorgehoben, dass vergangenes Jahr erstmals in der Geschichte des Berichts zwei Hungersnöte ausgerufen wurden - in einem Regierungsbezirk des Gazastreifens sowie in Teilen des Sudans.

Ausblick für 2026 bleibt düster

Mit Blick auf das laufende Jahr zeichnet das Netzwerk ein düsteres Bild: Anhaltende Konflikte, klimatische Bedingungen sowie globale wirtschaftliche Unsicherheit dürften die Lage in vielen Ländern auf kritischem Niveau halten oder sogar verschlechtern, heißt es. Insbesondere die Eskalation des Konflikts im Nahen Osten könnte die Lage in bestimmten Ländern und Gebieten weiter verschärfen. Eine genaue Bewertung sei allerdings noch verfrüht, heißt es.

Das Bundesentwicklungsministerium war dem Globalen Netzwerk gegen Hungerkrisen Anfang des Jahres beigetreten. Niels Annen, Staatssekretär im Entwicklungsministerium, mahnte laut Mitteilung mit Blick auf den Bericht ein «starkes, gemeinsames und koordiniertes Handeln» an, das «humanitäre Hilfe und langfristige Entwicklungszusammenarbeit miteinander verbinden».

Hilfsorganisation fordert mehr humanitäre Hilfe

Die Hilfsorganisation Aktion gegen den Hunger kritisierte angesichts der Ergebnisse des Berichts einen Rückgang der Finanzierung humanitärer Maßnahmen. Jan Sebastian Friedrich-Rust, Geschäftsführer von Aktion gegen den Hunger, forderte «mehr internationale Solidarität, verlässliche finanzielle Zusagen und entschlossenes politisches Handeln». Es gelte, weitere Hungerkatastrophen zu verhindern und Millionen Menschen den Zugang zu Nahrung zu sichern.

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Chris Jomtien 26.04.26 03:50
Beabsichtigt kaum verständliche Definition
Ein Mehrfaches der genannten 266 Millionen Menschen litten im vergangenen Jahr unter lebensbedrohenden Hunger.
Die Zahl steht, wie weiter unten verschwurbelt beschrieben, lediglich für die Anzahl derer, deren Tod durch verhungern wahrscheinlicher ist als das sie nicht verhungern werden. Aber da "akute Ernährungsunsicherheit" technischer und somit wohl harmloser klingt als "nicht mehr zu retten", steht eben diese Verschwurbelung im Artikel.
Behörden dürfen oder sollen möglicherweise nicht so formulieren das deren Obersten im schlechten Licht stehen?
Schließlich wäre es weder eine astronomisch hohe Geldsumme, die benötigt würde um sämtlichen Hunger auf der Welt permanent zu stillen, noch wird zur Zeit zu wenig Nahrung produziert als das sie für alle reichen würde.
Für Kriege ist jedoch immer genügend Geld da. Sogar dann wenn die Kassen definitiv leer sind wird irgendwo ein dafür zweckbestimmtes "Sondervermögen" aus dem Hut gezaubert.
Hungernden wird natürlich auch geholfen. Und zwar exakt soviel bzw. sowenig das es zu viel zum Sterben, aber zu wenig zum Leben ist. - So wird eine permanente Abhängigkeit geschaffen. "Seid schön lieb, dann bekommt ihr auch morgen wieder eine Kleinigkeit", lautet das Credo der Religionen und Industriestaaten. Ändern möchten beide nichts an dieser Dauerabhängigkeit.
Etwa eine ernsthaft durchgeführte Hilfe zur Selbsthilfe könnte unfruchtbare, trockene Böden in ertragreiche Felder verwandeln, fischreiche Seen schaffen, Bäume mit Früchten ...
Norbert Mayer 25.04.26 19:00
Ein erwartbares Drama für Betroffene
Es ist ein Drama, was sich in einigen Regionen dieser Erde abspielt : Kriege, Korruption, Klimawandel, Ausbeutung (auch armer Länder durch reiche) u.v.m. - und es leiden die Armen und oft nicht selbst Verantwortlichen, darunter auch Millionen von Kindern. Aber es ist eben anstrengend, das immer "auf dem Schirm" zu haben und auch mit kleinen Schritten etwas zur Linderung beizutragen. Die großen Veränderungen sind nur durch die (oft narzistischen und egoistischen) Machthaber möglich - und darauf haben wir nur bedingt Einfluss.

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