Festnahmen nach Anschlag auf Auto von italienischem Journalisten

Quirinalspalast ist der Regierungssitz des italienischen Präsidenten. Foto: Freepik/
Quirinalspalast ist der Regierungssitz des italienischen Präsidenten. Foto: Freepik/

ROM: In einem Vorort von Rom fliegt das Auto eines bekannten TV-Journalisten in die Luft. Mehr als ein halbes Jahr danach meldet die Polizei Festnahmen. Die Suche nach den Auftraggebern läuft noch.

Mehr als ein halbes Jahr nach einem Sprengstoffanschlag auf das Auto eines bekannten italienischen TV-Journalisten hat die Polizei vier mutmaßliche Täter festgenommen. Ihnen wird der Besitz und Einsatz von Sprengstoff sowie Sachbeschädigung «unter Anwendung mafiöser Methoden» vorgeworfen, wie die Carabinieri mitteilten. Die Festnahmen erfolgten demnach in den Provinzen Neapel und Avellino in der süditalienischen Region Kampanien.

Der Anschlag auf das Auto des Investigativ-Reporters Sigfrido Ranucci ereignete sich bereits im Oktober vergangenen Jahres in einem römischen Vorort. Ranuccis Auto brannte dabei völlig aus, verletzt wurde niemand. Bereits damals galt als eine mögliche Hypothese der Ermittler, dass die Mafia dahinterstecken könnte. Der 64-Jährige steht seitdem unter Polizeischutz.

Täter hatten noch unbekannte Auftraggeber

Nach den Festnahmen sagte Ranucci der Zeitung «La Repubblica», er fühle sich überwältigt. «Ich habe seit dem Tag des Anschlags auf diesen Moment gewartet. Ich hatte keinen Zweifel daran, dass er kommen würde», so Ranucci.

An den Ermittlungen war die in der Region zuständige Anti-Mafia-Direktion beteiligt. Wie die Carabinieri weiter mitteilten, handelten die Verdächtigen im Auftrag noch unbekannter Dritter und gegen Bezahlung. Die mutmaßlichen Auftraggeber sollen diese unterstützt haben - finanziell, mit speziellen SIM-Karten, juristischem Beistand und Plänen für eine mögliche Flucht ins Ausland. Die Behörden bezeichneten die Ermittlungen als besonders komplex.

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