ROM: Nach einem Sprung in den Lago di Vico nördlich von Rom wird der Ehemann der italienischen Familienministerin vermisst. Rettungskräfte suchen mit Spezialtechnik - doch die Bedingungen sind schwierig.
Der Ehemann von Italiens Familienministerin Eugenia Roccella wird nach einem Vorfall an dem See Lago di Vico nördlich von Rom vermisst. Der 84 Jahre alte Luigi Cavallari sei bereits am Samstag von einem kleinen Boot aus ins Wasser gesprungen und anschließend nicht wieder aufgetaucht, berichteten italienische Medien unter Berufung auf Rettungskräfte übereinstimmend. Seitdem läuft in dem See eine groß angelegte Suchaktion nach dem Mann.
Die genauen Umstände des Vorfalls sind noch unklar. Nach bisherigen Informationen war Cavallari zunächst nach seinem Sprung kurz wieder an der Wasseroberfläche zu sehen und soll über Unwohlsein geklagt haben. Das Boot trieb jedoch ab und konnte ihn offenbar nicht mehr erreichen, um ihn zu retten.
«Besonders schwierige Suche»
Verschiedenste Einsatzkräfte sind seit Samstag vor Ort im Einsatz. Unter anderem ferngesteuerte Unterwasserfahrzeuge mit Kamera- und Sonarsystemen werden eingesetzt, um den See systematisch abzusuchen.
«Es handelt sich aufgrund der Gegebenheiten um eine besonders schwierige Suche», sagte der stellvertretende Präfekt der Provinz Viterbo, Andrea Nino Caputo. Bereits unmittelbar unter der Wasseroberfläche sei die Sicht sehr schlecht. Mit zunehmender Tiefe nehme sie aber immer weiter ab und gehe nahezu gegen null, erklärte Caputo. «Wir tun alles, was möglich ist.»
Negative Kommentare in den sozialen Medien
Unterdessen mehren sich in den sozialen Medien hasserfüllte Kommentare im Zusammenhang mit dem umfangreichen Einsatz der Rettungskräfte, die sich auch persönlich gegen die Familienministerin Roccella (72) und ihre Angehörigen richten. Ministerpräsidentin Giorgia Meloni bezeichnete die negativen Kommentare in einem X-Post als «niederträchtig und unmenschlich». Zugleich äußerten mehrere Regierungsvertreter sowie Mitglieder der Opposition ihre Anteilnahme.