Kaltfront stoppt Verfolgungsjagd: Franzosen Sieger im Ballonrennen

Der französische Ballonfahrer Vincent Leys (M.). Foto: epa/VALENTIN FLAURAUD
Der französische Ballonfahrer Vincent Leys (M.). Foto: epa/VALENTIN FLAURAUD

GREYERZ (dpa) - Beim Gasballon-Rennen erwischten die Franzosen als einzige über Tschechien genau den richtigen Wind und zogen der Konkurrenz uneinholbar davon. Der 61. Gordon-Bennett-Cup endet spektakulär.

Französische Ballonfahrer haben ihre Verfolger bei einem der härtesten Ballonrennen der Welt weit hinter sich gelassen. Das als Favorit ins Rennen gegangene Schweizer Team gab am Sonntagabend als letztes die Verfolgungsjagd auf. Die Piloten wollten eigentlich in der Nacht zu Montag weiterfahren, doch machte das Wetter ihnen einen Strich durch die Rechnung, wie sie auf ihrem Blog berichteten. Eine erwartete Kaltfront über Litauen ließ sie nach zwei Tagen und zwei Nächten am Sonntagabend die Segel streichen.

Damit wurden die französischen Piloten Vincent Leys und Christophe Houver Sieger des 61. Gordon-Bennett-Rennens. Sie waren mit weiteren 20 Teams am Freitagabend in Greyerz in der Schweiz gestartet und landeten am Sonntagmorgen nach knapp 1835 Kilometern in Estland. Sie schafften fast 500 Kilometer mehr als die nächste Konkurrenz: Die Schweizer Titelverteidiger Kurt Frieden und Pascal Witprächtiger landeten nach 1.366 Kilometern im Norden Polens.

Bei diesem vor 111 Jahren erstmals durchgeführten Rennen zählt nicht, wer am längsten fährt, sondern wer am Ende am entferntesten Punkt vom Startplatz landet. Die mit Wasserstoff gefüllten Gasballons sind kleiner als Heißluftballons und können deutlich länger fliegen.

Bis zum Schluss im Rennen waren auch die deutschen Teams Heinz-Otto und Tobias Lausch (1.281 Kilometer) sowie Himke Hilbert und Dominik Haggeney (1.247 Kilometer). Sie belegten die Plätze fünf und sechs.

Die Silbermedaillengewinner waren faire Verlierer: «Frankreich 1 war einfach nicht zu schlagen, sie haben ein fantastisches Rennen gefahren und sind verdiente Sieger des 61. Gordon Bennett Rennen», schrieben Frieden und Witprächtiger auf ihrem Blog.

Der Sieger Vincent Leys hat das Rennen zum 9. Mal gewonnen, dabei insgesamt 20.037 Kilometer zurückgelegt und war 760 Stunden in der Luft, wie er auf Facebook bilanzierte. Er und sein Kopilot hatten als einzige schon am Samstag den richtigen Wind erwischt, um durch einen schmalen Korridor zwischen Weißrussland und Nordpolen Richtung Litauen zu fahren. Sie hatten seit Samstagmittag weit vorne gelegen.

Den Entfernungsrekord beim Gordon Bennett-Cup halten die Belgier Bob Berben und Benoît Simeon. Sie waren 2005 in Albuquerque in New Mexico in den USA gestartet und landeten fast drei Tage und drei Nächte später in Quebec in Kanada - 3.400 Kilometer weit entfernt.

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