Hohe Pestizidwerte in Nong Bua Lamphu

Foto: The Nation
Foto: The Nation

NONG BUA LAMPHU: Ein Forscherteam hat in einigen Gebieten des Bezirks Suwannakhuha in der Provinz Nong Bua Lamphu im Nordosten des Landes hohe Konzentrationen des hochgiftigen Pestizids Paraquat nachgewiesen und zeigt sich besorgt über die gesundheitlichen Auswirkungen für die Einwohner.

„Wir haben das Problem bereits mit dem Gouverneur und dem Leiter des Gesundheitsamts von Nong Bua Lamphu besprochen“, informierte die Wissenschaftlerin Puangrat Kajitvichyanukul von der Naresuan-Universität in „The Nation“, nachdem ihr Team im Unterbezirk Ban Khlong Charoen Boden- sowie Wasserproben entnommen und ausgewertet hatte.

Der Untersuchung vorausgegangen war die Erkrankung von 102 Menschen in der Provinz an nekrotisierender Fasziitis im vergangenen Jahr. Sechs von ihnen starben an den Folgen der durch Bakterien ausgelösten, sehr heftig verlaufenden Infektionskrankheit der Unterhaut und Faszien. Die Forscher betonen, dass auch, wenn sie keinen direkten Zusammenhang zwischen der Erkrankung und Paracuat nachweisen konnten, die hohen Werte dennoch höchst alarmierend seien. 

Puangrat fügte hinzu, dass ihr Team festgestellt habe, dass Landwirte häufig Chemikalienkonzentrationen verwenden würden, die vier- bis achtmal höher ausfallen als auf den Etiketten empfohlen wird. Sie forderte deshalb die Behörden zum Handeln auf, da die Landwirte in der Provinz in der Regel ab April das Pestizid auf den Feldern einsetzen. 

Überzeugen Sie sich von unserem Online-Abo:
Die Druckausgabe als vollfarbiges PDF-Magazin weltweit herunterladen, alle Artikel vollständig lesen, im Archiv stöbern und tagesaktuelle Nachrichten per E-Mail erhalten.

Leserkommentare

Für unabhängige Themen senden Sie einen Leserbrief an die Redaktion. Allgem. Kommentardiskussion

* Pflichtfelder
Songran Raktin 25.03.18 23:57
Josef Hinterwald - 25.03.2018 - 13.16 Uhr
Herr Hinterwald, dies ist alles so korrekt. Hinzu kommt noch, dass die Dosierungsangaben auf den Flaschen der meisten Spritzmittel nicht korrekt sind!!!!! Diese Angaben sind oftmals wesentlich niederiger angegeben, als fuer einen optimalen Spritzeinsatz erfordert ist. Die entsprechenden Benutzer wissen dieses und dosieren somit nach „Gutduenken“ einfach mehr.
Hansruedi Bütler 25.03.18 21:02
Die eigene Sprache (nicht) verstehen
Das ist, wie schon vermutet eine der Ursachen, warum mit Pestiziden falsch umgegangen wird. Eine andere ist das Errechnen der benötigten Menge an Pestizid für die Brühe. Mir fällt immer mehr auf, dass Thais ihre eigene Sprache nicht mehr verstehen, wenn es um technische Beschriebe geht. Kein Wunder - man muss ja vieles umschreiben, weil es im Thai keine dafür vorgesehene, exakte wörtliche Beschreibung gibt. Es gilt wirklich die Meinung "mehr wirkt mehr" und ist deshalb besser! Gifte der Klasse 1, dazu gehören Cyankali und das unter anderem in der Landwirtschaft verwendete Aluminiumphosphid. In Spanien ist eine ganze Familie wegen falscher Handhabung umgekommen. In TH wird es nicht mal als Gift betrachtet! TH lebt in vielen Segmenten leider noch im tiefsten Mittelalter.
Matthias Boerner 25.03.18 13:46
@Josef Hinterwald
grundsätzlich trifft ihre Aussage voll zu. Nur wir da nichts passieren bez. Kontrollen und von einer Schulung der Farmer mal ganz abgesehen. In Thailand gesund leben das kann man vergessen. Alles ist mittlerweile voll mit Giften , Plastikmüll und versuchtes Wasser etc.
Josef Hinterwald 25.03.18 13:16
Je mehr je besser
Die Bauern denken aus Mangel an Wissen dass wenn sie höhere Konzentrationen von den Giften verwenden sei es um so wirkungsvoller. Ich stelle mir auch vor das manche dieser Giftmischer die Anleitungen der Hersteller nicht lesen können weil sie Analphabeten sind. Am besten sollten zum Beispiel geschulte Staatsangestellte bei den Gift Anwendern die Mischungen herstellen müssen. Diese Agrochemie Gifte sollten auch nicht im freien Verkauf sein, sondern nur kontrolliert bei solchen Fachkräften erhältlich sein, bevor noch mehr Schaden angerichtet wird.