«Friesland: Asche zu Asche»

das Geschäft mit dem Tod

Foto: Frank W. Hempel/ZDF/dpa
Foto: Frank W. Hempel/ZDF/dpa

«Asche zu Asche» heißt der achte Schmunzelkrimi der ZDF-Reihe «Friesland». Darin greift Drehbuchautor Stefan Rogall ein Thema auf, das wir alle nur zu gern unter den Teppich kehren.

Hamburg (dpa) – Vorsorgen für den Ernstfall – das ist etwas, womit wir uns nur ungern befassen. Die Quittung dafür erhalten in der Regel die Angehörigen, die nach dem Ableben einer Person über Dinge wie die Art der Bestattung entscheiden müssen. Da es außerdem immer teurer wird, einen Menschen angemessen unter die Erde zu bringen, wird aus dem Geschäft mit dem Tod nach und nach ein Handel mit dem Luxusgut Mensch. Das geht auch an TV-Kommissaren nicht spurlos vorbei: In «Friesland: Asche zu Asche» bleiben die Kosten für die Bestattung seiner Tante Teda allein an Henk Cassens (Maxim Mehmet) hängen. Dabei hatte der Polizist noch nicht einmal ein gutes Verhältnis zu ihr, weshalb er den Aufwand möglichst geringhalten will.

Doch wann immer in einem Fernsehkrimi auch das persönliche Umfeld der Protagonisten miteinbezogen werden, ist der sich erzählerisch in die Thematik fügende Kriminalfall nicht weit. In «Friesland: Asche zu Asche», den das ZDF am Samstag (19. Januar/ 20.15 Uhr) zeigt, stirbt kurz darauf die Bestatterin Cornelia Mohn, mit der Henk zuvor noch über seine Pläne gesprochen hatte. Da ist es klar, dass er, gemeinsam mit seiner Kollegin Süher Özlügül (Sophie Dal), den Fall übernimmt.

Denn auch wenn es so aussieht, als sei die tot am Fuße einer Treppe gefundene Frau einfach nur unglücklich gestürzt, häufen sich bald die Zweifel: Cornelia Mohn soll nicht nur seit Wochen Psychopharmaka geschluckt, sondern auch heimlich einen wesentlich jüngeren Liebhaber gehabt haben. Und genau dieser ist auch noch spurlos verschwunden. Als wäre das nicht genug, sieht sich Henk auch noch dazu gezwungen, seine tote Tante in seinem Auto zwischenzulagern.

«Asche zu Asche» ist der nunmehr achte Krimi der seit 2014 laufenden «Friesland»-Reihe. Mit bis zu siebeneinhalb Millionen Zuschauern schlagen sich die Eskapaden der beiden Ermittler Jensen und Özlügül im nordisch-herben Ostfriesland immer sehr respektabel. Vermutlich auch aus diesem Grund weicht der erstmals für diese Reihe inszenierende Regisseur Sven Nagel (arbeitete als Autor unter anderem für «Die Wochenshow» und «Switch Reloaded») nicht von den bewährten Mechanismen ab.

Trotz der gleichermaßen ernsten wie realitätsnahen Thematik bietet der Film in erster Linie seichtes Entertainment. Dies liegt auch daran, dass das Thema Sterben und Sterbevorsorge alsbald in den Hintergrund gerät und stattdessen einer konventionellen Krimi-Dramaturgie Platz macht. Richtig spannend ist das alles nicht, aber in regelmäßigen Abständen präsentiert das Skript von Stefan Rogall («Polizeiruf 110») Verdächtige, streut falsche Fährten und hält mit Kommissar Bockhorst (Felix Vörtler) einmal mehr einen Garanten für hitzige Wortgefechte und amüsante Situationen bereit.

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