PATTAYA: Das Central Investigation Bureau (CIB) hat gemeinsam mit der Einwanderungsbehörde eine mutmaßliche chinesische Betrügerbande festgenommen, die unter dem Namen „Wuhan-Drachen“ bekannt ist. Die Verdächtigen sollen sich nach einem Betrugsfall mit einem Schaden von mehr als 18 Millionen Yuan (rund 100 Millionen Baht) nach Thailand abgesetzt und dort unter dem Deckmantel von Rentnervisa versteckt haben.
Das Central Investigation Bureau (CIB), vertreten durch die Spezialeinsatzabteilung, führte gemeinsam mit dem Immigration Bureau eine Fahndungsaktion gegen chinesische Staatsangehörige durch, die wegen grenzüberschreitenden Betrugs international gesucht wurden. Vier Verdächtige konnten in einer Luxuswohnanlage im Gebiet Huai Yai bei Pattaya sowie am internationalen Flughafen Suvarnabhumi festgenommen werden.
Vier Chinesen auf Fahndungsliste
Die Festnahmen erfolgten unter der Leitung von hochrangigen Vertretern des CIB und der Einwanderungsbehörde. Bei den Festgenommenen handelt es sich um vier chinesische Staatsangehörige im Alter zwischen 51 und 55 Jahren. Gegen sie lagen Haftbefehle aus China vor. Nach thailändischem Einwanderungsrecht gelten sie als unerwünschte Personen, da sie von ausländischen Behörden gesucht werden und als Gefahr für die Gesellschaft eingestuft wurden.

Ausgangspunkt der Ermittlungen war ein Hinweis des Lancang-Mekong Law Enforcement Cooperation Center (LMLECC), das Informationen an das Zentrum zur Bekämpfung grenzüberschreitender Kriminalität des CIB weiterleitete. Gesucht wurden ursprünglich fünf chinesische Staatsangehörige, gegen die das Amt für öffentliche Sicherheit der Stadt Wuhan Haftbefehle wegen Dokumentenfälschung im Zusammenhang mit Betrug erlassen hatte.
Betrug bei Enteignungszahlungen
Den Ermittlungen zufolge waren die Verdächtigen an einem Abriss- und Landschaftssanierungsprojekt in Wuhan beteiligt. Sie sollen Unterlagen und Informationen gefälscht haben, um Entschädigungszahlungen für Enteignungen und Abrissmaßnahmen von der Wuhan New City Land Management Company zu erschleichen. Zudem sollen sie die Namen und Bankkonten anderer Personen missbraucht haben, um Zahlungen zu erhalten. Der entstandene Schaden beläuft sich nach chinesischen Angaben auf mehr als 18 Millionen Yuan.

Weitere Ermittlungen der Spezialeinheiten des CIB und der Einwanderungsbehörde führten die Beamten zu einem luxuriösen Wohnhaus in Huai Yai im Bezirk Bang Lamung in der Provinz Chonburi. Das Anwesen soll als zentrales Versteck der Gruppe gedient haben. Nach Erwirkung eines Durchsuchungsbeschlusses des Provinzgerichts Pattaya wurden dort drei Hauptverdächtige gleichzeitig festgenommen.
Letzte Verdächtige am Flughafen gefasst
Bei der Auswertung weiterer Erkenntnisse stellten die Ermittler fest, dass sich eine weitere Verdächtige auf dem Weg zum Flughafen Suvarnabhumi befand. Einsatzkräfte konnten die Frau noch vor ihrer Ausreise festnehmen.

Anschließend wurde allen Festgenommenen die Aufenthaltserlaubnis entzogen. Sie wurden in die Haftanstalt der Einwanderungsbehörde überstellt und sollen zur Strafverfolgung an die Volksrepublik China ausgeliefert beziehungsweise abgeschoben werden.
Rentnervisum als Tarnung genutzt
Nach Angaben der Behörden nutzten die Verdächtigen gezielt den Status von Inhabern eines Rentnervisums für Ausländer ab 50 Jahren als Tarnung für ihren Aufenthalt in Thailand. Auf diese Weise hätten sie versucht, sich dem Zugriff der chinesischen Behörden zu entziehen.
Das CIB appellierte an die Bevölkerung, Vermieter und Wohnanlagenverwaltungen, verdächtige Ausländer umgehend den Behörden zu melden. Dies gelte insbesondere für Personen ohne erkennbaren Beruf, die jedoch über auffallend große finanzielle Mittel verfügen oder sich als Ruheständler beziehungsweise Touristen ausgeben.