Ärger um hohe Erdaufschüttung

Risse an Mauer sorgen für Streit in Luxusprojekt in Nongprue

Luftaufnahme zeigt das betroffene Luxuswohnprojekt sowie das aufgeschüttete Nachbargrundstück in Nongprue. Bild: TMN.TV
Luftaufnahme zeigt das betroffene Luxuswohnprojekt sowie das aufgeschüttete Nachbargrundstück in Nongprue. Bild: TMN.TV

PATTAYA: Ein Streit um ein aufgeschüttetes Grundstück beschäftigt derzeit die Öffentlichkeit in Pattaya. Auslöser war ein Facebook-Beitrag der Nutzerin „Siriphon Mollapha“, in dem einem Mitglied des Stadtrats von Nongprue im Ortsteil Moo 8 vorgeworfen wird, ein Grundstück höher als gesetzlich erlaubt aufgeschüttet zu haben. Dadurch seien Schäden an einer benachbarten Wohnanlage entstanden. Gleichzeitig stellte die Verfasserin die Frage, ob Gesetze gegenüber einflussreichen Personen in der Region tatsächlich konsequent durchgesetzt würden.

In dem Beitrag hieß es, dass das Grundstück bis zur Höhe eines 2,5 Meter hohen Zauns aufgefüllt worden sei, ohne eine ordnungsgemäße Stützmauer zu errichten. Trotz mehrfacher Beschwerden und Zusagen, das Problem zu beheben, sei bislang nichts geschehen. Die Verfasserin erklärte weiter, dass sie eine normale Bürgerin sei, ihre Steuern ordnungsgemäß zahle und nicht verstehe, warum Personen, die eigentlich Gesetze vertreten müssten, die Rechte anderer Bürger missachten würden. Gleichzeitig appellierte sie an die zuständigen Behörden und die Führung der Stadtgemeinde Nongprue, das Problem zu lösen.

Kritik an Lokalpolitiker wächst

Nach Veröffentlichung des Beitrags entwickelte sich die Angelegenheit schnell zu einem viel diskutierten Thema in sozialen Netzwerken. Zahlreiche Nutzer kritisierten mögliche Ungleichbehandlungen bei der Durchsetzung von Gesetzen und stellten Fragen zum Umgang mit politisch einflussreichen Personen. Die Verfasserin des Beitrags räumte zudem ein, dass sie Sorge habe, keine faire Behandlung zu erhalten, da die Gegenpartei ein Lokalpolitiker sei.

Projektentwicklerin Siriphon schildert die Auswirkungen der Erdaufschüttung auf die angrenzende Wohnanlage. Bild: TMN.TV
Projektentwicklerin Siriphon schildert die Auswirkungen der Erdaufschüttung auf die angrenzende Wohnanlage. Bild: TMN.TV

Journalisten besuchten daraufhin das betroffene Gebiet in der Soi Thung Klom-Tan Man 13/1 im Ortsteil Nongprue. Dort führte die 33-jährige Projektentwicklerin Siriphon die Reporter zu der beschädigten Mauer der Wohnanlage. Nach ihren Angaben werde auf dem benachbarten Grundstück derzeit ein Haus gebaut. Das Gelände sei inzwischen nahezu bis auf Höhe der Projektmauer aufgeschüttet worden. Dadurch werde nicht nur die Sicht beeinträchtigt, sondern möglicherweise auch die Stabilität der Mauer durch den anhaltenden Erddruck gefährdet.

Erdaufschüttung beschädigt Mauer

Siriphon erklärte, dass ursprünglich beide Grundstücke auf gleichem Niveau gelegen hätten. Nachdem sie einen Teil des Geländes für ein Wohnprojekt erworben hatte, sei die Fläche um etwa 1,80 Meter angehoben worden, um ein den technischen Vorgaben entsprechendes Entwässerungssystem mit Gefälle anzulegen. Im Jahr 2025 habe die Gegenpartei jedoch begonnen, Erde aufzuschütten und ein Gebäude zu errichten, bis das Bodenniveau fast die Höhe der Projektmauer erreicht habe. Trotz ihrer Forderung nach einer fachgerechten Stützmauer sei keine ausreichende Lösung umgesetzt worden. Die errichtete Abstützung bestehe nach ihrer Darstellung lediglich aus lose gestapelten Betonblöcken und biete keine ausreichende Stabilität. Inzwischen seien Risse und eindringendes Wasser sichtbar geworden, weshalb die Mauer vollständig erneuert werden müsse.

Das Nachbargrundstück wurde nahezu bis auf Höhe der Projektmauer aufgeschüttet. Bild: TMN.TV
Das Nachbargrundstück wurde nahezu bis auf Höhe der Projektmauer aufgeschüttet. Bild: TMN.TV

Nach Angaben der Projektentwicklerin könnte der Streit auch Auswirkungen auf das Vertrauen potenzieller Käufer haben. Die Häuser der Anlage hätten einen Wert von jeweils mehr als 60 Millionen Baht und stünden kurz vor der Übergabe an Kunden. Ohne rasche Lösung könne daraus langfristig ein ernsthaftes strukturelles Problem entstehen. Nachdem der Fall große Aufmerksamkeit in sozialen Medien erhalten hatte, rückte am Vortag ein Bagger an, um Teile des aufgeschütteten Erdreichs wieder abzutragen. Viele Beobachter werteten dies als Zeichen dafür, dass die Gegenseite unter dem öffentlichen Druck nun erste Maßnahmen einleite.

Grundstückseigentümer Pramot erklärte gegenüber Reportern seine Bereitschaft zur Lösung des Konflikts. Bild: TMN.TV
Grundstückseigentümer Pramot erklärte gegenüber Reportern seine Bereitschaft zur Lösung des Konflikts. Bild: TMN.TV

Später sprach das Reporterteam auch mit dem 62-jährigen Grundstückseigentümer Pramot. Dieser erklärte, dass er nie die Absicht gehabt habe, Nachbarn Probleme zu bereiten, und bereit sei, die Situation zu lösen. Er kündigte an, das Gelände neu zu nivellieren und das Erdreich in einem Abstand von etwa drei Metern zur Mauer abzutragen, um den Druck auf die Konstruktion zu verringern. Die Arbeiten sollten voraussichtlich bis nächsten Montag abgeschlossen werden.

Grundstückseigentümer lenkt ein

Nach öffentlicher Kritik wurde entlang der Grundstücksgrenze bereits Erdreich abgetragen. Bild: TMN.TV
Nach öffentlicher Kritik wurde entlang der Grundstücksgrenze bereits Erdreich abgetragen. Bild: TMN.TV

Im Anschluss vermittelte das Reporterteam ein direktes Gespräch zwischen beiden Parteien. Die Atmosphäre entspannte sich dabei spürbar. Der Grundstückseigentümer erklärte sich bereit, die geäußerten Bedenken zu berücksichtigen, während die Beschwerdeführerin signalisierte, dass man ihm die Gelegenheit geben werde, die zugesagten Maßnahmen tatsächlich umzusetzen.

Streitparteien suchen Einigung

Beide Parteien führten vor Ort Gespräche über mögliche Maßnahmen zur Entschärfung des Streits. Bild: TMN.TV
Beide Parteien führten vor Ort Gespräche über mögliche Maßnahmen zur Entschärfung des Streits. Bild: TMN.TV

Trotz der vorläufigen Annäherung bleibt die Öffentlichkeit aufmerksam. Viele Anwohner und Nutzer sozialer Medien wollen nun beobachten, ob die angekündigten Maßnahmen tatsächlich umgesetzt werden. Nach Ansicht vieler Bürger gehe es dabei nicht nur um Erklärungen nach öffentlichem Druck, sondern um sichtbare Verantwortung und eine konsequente, für alle gleichermaßen geltende Durchsetzung der Gesetze – unabhängig davon, wem ein Grundstück gehört.

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