Taiwan setzt auf Drohnen gegen China

​Lehren aus Kriegen treiben KI und Massenproduktion voran

Menschen gehen in Taipeh an einer Taiwan-Flagge vorbei, während das Land im Vorfeld der Präsidentschaftswahl im Zeichen politischer Spannung steht. Foto: EPA/Daniel Ceng
Menschen gehen in Taipeh an einer Taiwan-Flagge vorbei, während das Land im Vorfeld der Präsidentschaftswahl im Zeichen politischer Spannung steht. Foto: EPA/Daniel Ceng

TAICHUNG: Taiwan arbeitet schon lange an seiner Verteidigungsstrategie für einen Konfliktfall mit China. Drohnen spielen dabei eine wichtige Rolle. Für deren Entwicklung blickt das Land auch auf andere Kriege.

Bei der Herstellung eigener Drohnen für einen möglichen Konflikt mit China setzt Taiwans Industrie auf Erfahrungen, die in anderen Kriegen in der Welt gemacht wurden. Die Thunder Tiger Corporation zeigte jüngst mit «Papa Delta» eine Angriffsdrohne, die auf ein US-amerikanisches Modell zurückgeht, das Berichten zufolge zuletzt auch im Iran-Krieg zum Einsatz kam.

Das US-Vorbild «Lucas», was im Englischen für «kostengünstiges unbemanntes Kampf-Angriffssystem» steht, war wiederum von der iranischen Kamikaze-Drohne Shahed inspiriert worden. Russland etwa nutzt Letztere im Ukraine-Krieg. Taiwan will so seine Verteidigung in der Taiwanstraße stärken. Die Meerenge trennt das demokratisch regierte Land von China, das Taiwan, wenn nötig, auch mit einer Invasion an sich binden will. Für seine Verteidigung ist Taiwan stark auf Waffen aus den USA angewiesen.

«Papa Delta» ist laut Thunder Tiger für automatisierte Angriffsmissionen vorgesehen und wird quasi als Munition betrachtet. «Die wichtigsten Vorteile dieser taiwanischen Drohne sind ihre Eignung für die Massenproduktion, ihre niedrigen Herstellungskosten und ihre hohe Geschwindigkeit», erklärte Firmenchef Gene Su bei einer Werksführung.

Mehr Entwicklung und KI

Su verwies auf die schnelle Drohnenentwicklung nicht-demokratischer Rivalen. Russische Modelle würden kleiner, schneller und seien mit Düsentriebwerken ausgestattet. Taiwan müsse Schritt halten, seine Fähigkeiten bei Strahltriebwerken entwickeln und diese in Abfangdrohnen integrieren, forderte er. Dies sei kosteneffizienter, als sich zur Abwehr billiger Drohnen auf teure Systeme wie Patriot-Raketen zu verlassen, auch weil die Vorräte an Raketenabwehrsystemen begrenzt seien, sagte er.

In Drohnen wird Künstliche Intelligenz immer wichtiger, vor allem, wenn sie in Schwärmen eingesetzt werden. «Wenn beispielsweise die Führungsdrohne ausgeschaltet wird, wie können die übrigen ihre Missionen fortsetzen?», sagte die Präsidentin der Aerospace Industrial Development Corporation, Jennifer Chuang. Ihre Firma arbeite zur Lösung dieses Problems mit einheimischen Unternehmen innerhalb einer nicht-chinesischen Lieferkette zusammen und verbinde KI-Wissen mit Luft- und Raumfahrttechnik.

Auch Nordkorea lernt aus Kriegen

Lehren aus der Kriegsführung in der Ukraine und im Iran zieht mit Blick auf die jüngsten Waffentests auch Nordkorea. Machthaber Kim Jong Un räumte bereits im Vorjahr dem Einsatz von KI beim Ausbau des Drohnenprogramms «oberste Priorität» ein.

Seit Beginn des Ukrainekriegs unterstützte Nordkorea seinen Verbündeten Russland mit Soldaten und Munition. Wie es aus diplomatischen Kreisen heißt, soll Pjöngjang durch den seltenen Militäreinsatz im Ausland auch Wissen zur modernen Kriegsführung erlernt haben, insbesondere beim Bedienen von Drohnensystemen.

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Ingo Kerp 23.04.26 13:50
Da ist sie wieder = die politische Bedrohung. Egal ob im Nahen Osten, in Amerika oder im Fernen Osten, es wird nur noch gedroht und mit allen Ressourcen werden Waffen erstellt und das Militär gestärkt. Seit Trump gilt das Recht des Stärkeren, auch wenn man sich dabei verrennt, siehe Iran. Es kann keiner mehr sicher auf der Welt sein, da keiner weiß, was einem plötzlich durchdrehenden Nachbarn einfällt. Diplomatie, Menschenrechte oder UNO haben ihre Bedeutung verloren. Vielleicht hilft am Ende nur ein Neuanfang, wie nach dem Untergang des Römischen Reiches.

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