Welt braucht stabiles Taiwan für KI-Boom

Besucher informieren sich auf der Computermesse COMPUTEX 2026 in Taipeh über Cloud-Dienste und neue KI-Technologien. Foto: epa/Ritchie B. Tongo
Besucher informieren sich auf der Computermesse COMPUTEX 2026 in Taipeh über Cloud-Dienste und neue KI-Technologien. Foto: epa/Ritchie B. Tongo

TAIPEH: Technologie aus Taiwan wird weltweit in der KI-Entwicklung benötigt. Auf einer großen IT-Messe macht der Präsident die Rolle seines des Landes deutlich - und räumt mögliche Energiezweifel aus.

Angesichts der Wichtigkeit Taiwans für den weltweiten KI-Boom und der Spannungen mit China hat der taiwanische Präsident Lai Ching-te die Rolle seines Landes hervorgehoben. Seine Regierung werde «den Frieden und die Stabilität in der Taiwanstraße entschlossen wahren und ihr Bestes tun, um den Status quo aufrechtzuerhalten», sagte Lai bei der Eröffnung der IT-Messe Computex in Taipeh. Die Rolle Taiwans in der KI-Branche bezeichnete er als «unverzichtbar».

«Je mehr die Welt KI braucht, desto mehr braucht sie ein Taiwan, das stabil und vertrauenswürdig ist und Verantwortung übernehmen kann», sagte Lai auf der Messe, die in diesem Jahr unter dem Motto «AI Together» (KI zusammen) steht und mit 60.000 Besuchern, mehr als 1.500 Unternehmen und über 6.000 Ständen aus 33 Ländern eine Rekordbeteiligung erwartet.

Taiwan erlebt derzeit einen Exportboom im Bereich KI. Branchengrößen wie TSMC beliefern die ganze Welt mit wichtigen Computerchips, die zur Entwicklung der Technologie benötigt werden.

Taiwan rechnet mit starker Konjunktur

Die Nachfrage macht sich auch in den Wirtschaftsdaten bemerkbar. Lai wies darauf hin, dass Taiwans reales Wirtschaftswachstum im ersten Quartal 14,55 Prozent betragen habe. Das jährliche Wachstum werde nun bei 9,64 Prozent erwartet, erklärte er.

Lai versicherte, dass Taiwan bis 2032 keine Gefahr von Versorgungsengpässen drohe - basierend auf aktuellen Prognosen, die den künftigen Bedarf der KI- und Halbleiterbranche berücksichtigen. Der Ausbau erneuerbarer Energiequellen soll beschleunigt und Energiesparbemühungen sollen intensiviert werden.

Taiwan, das im Mai 2025 aus der Atomenergie ausgestiegen war, importiert fast den gesamten für die Stromerzeugung benötigten Brennstoff. Im ersten Quartal entfielen fast 51 Prozent auf Flüssigerdgas (LNG), 32 Prozent auf Kohle und knapp 15 Prozent auf erneuerbare Energien.

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