VietJet Thailand hält an Flottenumbau fest

Thailändische Billigfluggesellschaft prüft erstmals Flüge nach Europa

Die Billigfluggesellschaft VietJet Thailand treibt die Erneuerung ihrer Flotte voran und setzt künftig vollständig auf Boeing-Flugzeuge. Foto: Jahner
Die Billigfluggesellschaft VietJet Thailand treibt die Erneuerung ihrer Flotte voran und setzt künftig vollständig auf Boeing-Flugzeuge. Foto: Jahner

BANGKOK: Die thailändische Billigfluggesellschaft VietJet Thailand hält trotz des anhaltenden Konflikts im Nahen Osten und schwieriger Marktbedingungen an ihren Expansionsplänen fest. Das Unternehmen will seine bestehende Airbus-Flotte innerhalb von drei Jahren vollständig durch 50 neue Boeing 737-8 ersetzen und prüft gleichzeitig den Einstieg in den europäischen Langstreckenverkehr.

Nach Angaben von Vorstandschef Woranate Laprabang soll die Flottenerneuerung unverändert fortgesetzt werden, da für die bevorstehende Hochsaison eine steigende Reisedynamik erwartet wird. Bis Ende dieses Jahres soll VietJet Thailand 29 Flugzeuge betreiben, darunter nur noch vier Airbus-Maschinen. Bis 2028 plant die Airline den Einsatz von insgesamt 50 Boeing 737-8 und möchte die Zahl ihrer Passagiere von derzeit sieben auf rund zehn Millionen pro Jahr steigern.

Europa-Pläne mit Airbus A330neo

Parallel dazu untersucht die Fluggesellschaft die Möglichkeit, erstmals Großraumflugzeuge des Typs Airbus A330neo einzusetzen. Diese könnten von der Muttergesellschaft VietJet Air übernommen werden. Damit wäre VietJet Thailand nach eigenen Angaben möglicherweise die erste thailändische Billigfluggesellschaft mit Direktverbindungen nach Europa. Langstreckenflüge könnten bereits im kommenden Jahr aufgenommen werden.

Die Einführung der neuen Boeing-Flotte habe bereits positive Effekte gezeigt. Seit Februar seien die ersten Maschinen im Einsatz, wodurch der Treibstoffverbrauch um rund 20 Prozent gesunken sei. Zudem habe sich die Pünktlichkeitsquote auf über 80 Prozent verbessert. Nach Angaben des Unternehmens gehört die Fluggesellschaft damit zu den leistungsstärksten Airlines in Südostasien und erreicht Werte vergleichbar mit Netzwerkfluggesellschaften wie Thai Airways International und Singapore Airlines.

Vollständiger Wechsel zu Boeing

Um die Betriebskosten weiter zu senken, beschleunigt VietJet Thailand die Ausmusterung ihrer Airbus-Flotte. In diesem Jahr sollen neun Airbus A320 zurückgegeben werden, ursprünglich waren lediglich sechs Maschinen vorgesehen. Ab Mitte 2027 soll die Flotte ausschließlich aus Boeing-Flugzeugen bestehen, wodurch Wartungs- und Betriebskosten reduziert werden sollen.

Die größere Reichweite der Boeing 737-8 ermöglicht zudem neue Strecken. So plant die Airline, ihre Verbindung nach Tokio ab November von sieben auf elf Flüge pro Woche auszubauen.

Ticketpreise ziehen weiter an

Gleichzeitig rechnet das Unternehmen mit weiter steigenden Ticketpreisen. Aufgrund höherer Treibstoffkosten lägen die Preise neuer Buchungen im Durchschnitt etwa 20 Prozent über dem bisherigen Niveau. Auf Japan-Strecken seien die durchschnittlichen Flugpreise beispielsweise von 15.000 auf rund 20.000 Baht gestiegen. Sonderangebote sollen weiterhin verfügbar bleiben, allerdings in geringerem Umfang.

Nach Einschätzung von Woranate Laprabang werden die Preise für Flugtreibstoff trotz eines Rückgangs gegenüber den Höchstständen der vergangenen Jahre noch mindestens zwei Jahre über dem Vorkriegsniveau liegen. Die Auswirkungen seien für Fluggesellschaften teilweise sogar gravierender als während der Corona-Pandemie, da die Airlines trotz steigender Kosten ihren Flugbetrieb aufrechterhalten müssten.

Hohe Nachfrage auf Japan-Routen

Der kommerzielle Leiter der Fluggesellschaft, Pinyot Pibulsonggram, kündigte an, dass sich das Unternehmen künftig verstärkt auf internationale Strecken konzentrieren werde. Besonders Verbindungen nach Japan erzielten ganzjährig hohe Auslastungen von mehr als 85 Prozent. Zudem sollen sogenannte Fifth-Freedom-Verkehrsrechte stärker genutzt werden, um zusätzliche Passagiere auf Zwischenstopps aufzunehmen.

Für Anfang kommenden Jahres plant VietJet Thailand die Einführung der neuen Strecken Phuket–Taipeh–Fukuoka sowie Bangkok–Phuket–Perth.

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Sky 04.06.26 00:30
Dass ein Generationswechsel von Airbus auf Boeing Treibstoffvorteilte bringt, ist logisch. Wäre genauso bei einem Wechsel von den alten A320 auf die Neo. Äußerst selbstbewusst finde ich allerdings den Leistungsstärkenvergleich zu z.B. Singapore Airlines. Da muss ich schon ein wenig Schmunzeln, wenn sich ein (Ultra)Low-Cost-Carrier mit einer Premium Airline vergleicht. Für meinen Geschmack etwas zu selbstbewusst.
Michel Maillet 03.06.26 18:10
@Herzog
Vielleicht genau das? Nicht wegen größeren Tanks, sondern wegen geringerem Verbrauch pro Passagier, vs Airbus? Damit es sich lohnt, nur so kann eine airline arbeiten.
Walter Herzog 03.06.26 16:45
Größere Reichweite
Was hat die größere Reichweite der Boeing 737-8 mit dem Ausbau der Verbindungen nach Tokyo gemeinsam?

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