PATTAYA: Die thailändische Polizei hat bei einer groß angelegten Razzia gegen mutmaßliche ausländische Strohmann-Netzwerke in der Provinz Chonburi vier russische Staatsangehörige festgenommen. Die Ermittlungen richten sich gegen ein weit verzweigtes Immobiliennetzwerk mit einem geschätzten Gesamtwert von mehr als fünf Milliarden Baht. Insgesamt wurden 41 Objekte durchsucht und umfangreiche Beweismittel sichergestellt.
Auf Anweisung von Premierminister und Innenminister Anutin Charnvirakul, der ein konsequentes Vorgehen gegen ausländische Straftäter und sogenannte Strohmann-Konstruktionen („Nominees“) angeordnet hat, hat die Königlich Thailändische Polizei ihre vierte Großoperation gegen entsprechende Netzwerke in der Provinz Chonburi eingeleitet.

Unter der Leitung von Pol Gen Kittirat Phanphet, dem nationalen Polizeichef, beauftragte die Polizei Pol Gen Samran Nuanma, stellvertretender Polizeichef und Leiter des Zentrums zur Bekämpfung grenzüberschreitender Kriminalität und illegaler Einwanderung, mit der Durchführung der Operation „Zerschlagung ausländischer Nominee-Netzwerke – Phase 4“.
Razzien an 41 Objekten
Am Freitag (17. Juli 2026) um 10.30 Uhr leitete Pol Gen Samran gemeinsam mit Chonburis Gouverneur Naris Niramiswong, Vertretern der Provinzpolizei Region 2, der Einwanderungspolizei, der Provinzpolizei Chon Buri sowie Behörden aus den Bereichen Verwaltung, Handelsentwicklung, Provinzhandel, Grundbuchamt und Finanzverwaltung eine groß angelegte Razzia.

Auf Grundlage von Durchsuchungsbeschlüssen des Provinzgerichts Pattaya wurden 41 Objekte durchsucht.
Immobiliennetzwerk im Wert von fünf Milliarden Baht
Die Ermittlungen gehen auf eine von der Provinz Chonburi eingesetzte Sonderkommission zurück, die illegale Geschäfte ausländischer Staatsangehöriger untersucht. Auslöser waren frühere Festnahmen ausländischer Immobilienvermittler sowie Ermittlungen gegen Nominee-Firmen in der Region.

Im Zuge der gemeinsamen Untersuchungen von Einwanderungspolizei, Provinzpolizei sowie Handels-, Grundbuch- und Steuerbehörden wurden umfangreiche Firmenstrukturen überprüft.
Nach Angaben der Behörden sind in der Provinz Chonburi 76.343 Unternehmen registriert. Davon verfügen 28.463 Unternehmen über ausländische Anteilseigner. Zudem wurden 34.264 Unternehmen identifiziert, bei denen der Verdacht besteht, dass thailändische Staatsangehörige lediglich als Strohmänner für ausländische Investoren fungieren.
Darüber hinaus stellten die Ermittler fest, dass zwei thailändische Buchhalter als Anteilseigner in insgesamt 186 Unternehmen eingetragen sind. Der Gesamtwert ihrer Beteiligungen beläuft sich auf mehr als 216 Millionen Baht. Diese Firmen stehen nach Angaben der Behörden mit mehreren Immobilienprojekten in Verbindung.
Wohnanlage als „russisches Dorf“ beworben
Die Ermittlungen ergaben außerdem, dass eine Gruppe russischer Staatsangehöriger über russische Internetseiten Häuser in Chonburi zum Verkauf und zur Vermietung angeboten haben soll. Eine Wohnanlage sei dort ausdrücklich als „russische Siedlung“ beworben worden.
Nach den bisherigen Erkenntnissen wurden 495 Unternehmen gegründet, um Einfamilienhäuser in insgesamt fünf Wohnanlagen zu besitzen. Insgesamt handelt es sich um rund 775 Häuser mit einem geschätzten Gesamtwert von mehr als fünf Milliarden Baht.

Von den 495 Unternehmen verfügen 435 über ausländische Anteilseigner. Bei 19 Unternehmen besteht der Verdacht auf unzulässige Strohmann-Konstruktionen. Weitere 14 Unternehmen sollen gegen gesetzliche Vorgaben zur maximal zulässigen ausländischen Beteiligung verstoßen und gleichzeitig Grundstücke unrechtmäßig besitzen. Insgesamt richten sich die Ermittlungen gegen 33 Unternehmen.
Vier Russen verhaftet
Auf Grundlage der gesammelten Beweise erstattete die Einwanderungspolizei der Provinz Chonburi Anzeige bei der Polizeiwache Huai Yai. Das Provinzgericht Pattaya erließ daraufhin Haftbefehle gegen vier russische Staatsangehörige sowie 41 Durchsuchungsbeschlüsse. Im Rahmen der Operation konnten alle vier Gesuchten festgenommen werden.
Die Ermittler beschlagnahmten Firmenregistrierungsunterlagen, Buchhaltungsdokumente, Computer, Mobiltelefone sowie umfangreiche elektronische Datenträger. Diese sollen nun ausgewertet werden, um Geldflüsse nachzuvollziehen und die Ermittlungen auf weitere Netzwerke im In- und Ausland auszuweiten.
Weitere Ermittlungen angekündigt
Die Königlich Thailändische Polizei erklärte, dass die Operation Teil einer landesweiten Strategie gegen Scheinfirmen und Strohmann-Konstruktionen sei. Ziel sei es, die Umgehung thailändischer Gesetze – insbesondere beim Grundstückserwerb und bei verbotenen Geschäftstätigkeiten für Ausländer – konsequent zu unterbinden.

Die Ermittlungen sollen deshalb in allen Landesteilen fortgesetzt werden, um die wirtschaftlichen Interessen Thailands zu schützen, faire Wettbewerbsbedingungen für rechtmäßige Unternehmen sicherzustellen und die wirtschaftliche Stabilität des Landes zu stärken.
Die Polizei ruft die Bevölkerung auf, Hinweise auf illegale Aktivitäten ausländischer Investoren oder Strohmann-Netzwerke bei jeder Polizeidienststelle oder über die rund um die Uhr erreichbare Hotline 1599 zu melden.
Zuguterletzt ist es so. Eine gewisse Zeit funktionieren Gesetzesübertretungen. Irgendwann kommt es raus.
Glückwunsch der Polizei