Indischer Wahrsager festgenommen

Touristenpolizei geht gegen Wahrsager-Masche vor

Der festgenommene indische Staatsangehörige wurde nach der Kontrolle zur Polizeiwache Pattaya City abgeführt. Bild: TMN.TV
Der festgenommene indische Staatsangehörige wurde nach der Kontrolle zur Polizeiwache Pattaya City abgeführt. Bild: TMN.TV

PATTAYA: Die Touristenpolizei hat in Pattaya einen indischen Staatsangehörigen festgenommen, der Touristen mit angeblichen Unglücksprophezeiungen zu kostenpflichtigen Wahrsagungen und Ritualen bewegt haben soll. Dem 36-Jährigen wird vorgeworfen, ohne die erforderliche Arbeitserlaubnis als Wahrsager tätig gewesen zu sein.

Die Festnahme erfolgte im Rahmen einer landesweiten Schwerpunktaktion gegen illegal beschäftigte Ausländer und grenzüberschreitende Kriminalität. Zuvor waren bei der Touristenpolizei Beschwerden von Einwohnern und Touristen eingegangen. Diese berichteten von mehreren indischen Männern, die in der Kleidung religiöser Asketen an touristischen Orten in Pattaya unterwegs gewesen seien und Passanten gegen Bezahlung Wahrsagungen angeboten hätten.

Mit Karma-Ritualen abkassiert

Nach Angaben der Ermittler sprachen die Männer gezielt Touristen an Stränden, in Restaurants und Cafés an. Sie behaupteten unter anderem, ihre Opfer stünden unter einem schweren Unglück oder hätten schlechtes Karma. Anschließend boten sie Wahrsagungen sowie Rituale zur Abwendung des Unglücks an. Um ihre Aussagen glaubwürdiger erscheinen zu lassen, verwendeten sie rote Fäden, Stoffamulette oder notierten angebliche Glückszahlen. Zunächst verlangten sie eine sogenannte Lehrergebühr von mindestens 199 Baht und versuchten anschließend, die Betroffenen zu weiteren Zahlungen in Höhe von mehreren Tausend Baht für angebliche Karma-Rituale zu bewegen. Nach Angaben der Polizei sollen Personen, die eine Zahlung verweigerten, teilweise unter Druck gesetzt worden sein.

Ermittler der Touristenpolizei überprüften den Verdächtigen (l.) während des Einsatzes in einem Café in Pattaya. Bild: TMN.TV
Ermittler der Touristenpolizei überprüften den Verdächtigen (l.) während des Einsatzes in einem Café in Pattaya. Bild: TMN.TV

Am Donnerstag (16. Juli 2026) kontrollierten Ermittler der Touristenpolizei gegen 13.20 Uhr ein Café in Pattaya. Dort trafen sie einen indischen Staatsangehörigen an, der für Touristen Handlinien las, Gesichter deutete und Schicksalsvorhersagen machte. Bei der Überprüfung seiner Dokumente stellten die Beamten fest, dass der Mann, identifiziert als der 36-jährige Mr. Singh, über keine gültige Arbeitserlaubnis verfügte.

Mit Ritualen zu mehr Geld gedrängt

Nach Angaben des Touristen behauptete der Verdächtige, dass er unter schlechtem Karma leide und ein Reinigungsritual durchführen lassen müsse. Anschließend habe er eine Wahrsagung durchgeführt und dafür eine Lehrergebühr von 199 Baht verlangt. Der Tourist und sein Begleiter überwiesen jeweils 200 Baht. Danach habe der Mann versucht, sie zu einer weiteren Zahlung von 1.900 Baht für ein Ritual zur Beseitigung schlechten Karmas zu bewegen. Beide lehnten dies nach eigenen Angaben mangels ausreichender Geldmittel ab.

Sichergestellt wurden unter anderem Bargeld, religiöse Motive und Gegenstände, die bei den Wahrsagungen verwendet worden sein sollen. Bild: TMN.TV
Sichergestellt wurden unter anderem Bargeld, religiöse Motive und Gegenstände, die bei den Wahrsagungen verwendet worden sein sollen. Bild: TMN.TV

Die Polizei nahm den Verdächtigen fest und erhob Anklage wegen der Ausübung einer Erwerbstätigkeit ohne Arbeitserlaubnis sowie wegen der Ausübung eines Berufs ohne die erforderliche Genehmigung. Anschließend wurde er den Ermittlern der Polizeiwache Pattaya City übergeben. Nach Angaben der Polizei räumte der Beschuldigte ein, mit Wahrsagungen für Touristen Geld verdient zu haben.

Warnung vor falschen Wahrsagern

Die Touristenpolizei appellierte an Einwohner und Besucher, sich nicht von fremden Personen täuschen zu lassen, die behaupten, man stehe unter einem Unglück oder müsse gegen Bezahlung ein Ritual zur Beseitigung schlechten Karmas durchführen lassen. Solche Angebote könnten Teil einer Betrugsmasche sein und zugleich die illegale Erwerbstätigkeit ausländischer Staatsangehöriger unterstützen. Verdächtige Vorfälle können rund um die Uhr über die Hotline der Touristenpolizei unter der Kurzwahl 1155 gemeldet werden.

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