Uruguay wählt einen neuen Staatschef

Die Präsidentschafts- und Parlamentswahlen in Uruguay. Foto: epa/Gaston Britos
Die Präsidentschafts- und Parlamentswahlen in Uruguay. Foto: epa/Gaston Britos

MONTEVIDEO: Die Menschen sorgen sich um Sicherheit, Wirtschaft und Arbeitsplätze. Jetzt haben sie die Wahl: Fortsetzung der konservativen Regierungspolitik oder linker Richtungswechsel.

In Uruguay hat die Präsidentenwahl begonnen. Yamandú Orsi vom linken Bündnis Frente Amplio liegt laut den jüngsten Umfragen deutlich vor Álvaro Delgado von der konservativen Regierungspartei Partido Nacional. Allerdings dürfte er im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit verfehlen. Die beiden stärksten der insgesamt elf Bewerber gehen am 24. November in die Stichwahl.

Rund 2,7 Millionen Menschen sind in dem kleinen südamerikanischen Land zur Wahl aufgerufen. Es herrscht Wahlpflicht. Der beliebte Amtsinhaber Luis Lacalle Pou darf gemäß Verfassung nicht erneut antreten.

Der Linke Orsi will im Falle eines Wahlsiegs die Armut bekämpfen und entschlossen gegen Korruption vorgehen. Der konservative Delgado kündigte an, die Politik der amtierenden Regierung weiterzuführen und Bürokratie abzubauen. Umfragen zufolge sorgen sich die Uruguayer vor allem um die Sicherheitslage, die wirtschaftliche Situation und Arbeitsplätze.

Verglichen mit anderen Ländern in der Region ist Uruguay politisch wenig polarisiert. Seit der Rückkehr zur Demokratie vor 40 Jahren wechselten sich Mitte-Rechts- und Mitte-Links-Regierungen ab. Unabhängig vom Ausgang der Wahl werden keine radikalen Veränderungen erwartet.

Neben dem Präsidenten werden am Sonntag auch alle 30 Senatoren und 99 Abgeordnete des Parlaments neu gewählt. Zudem stehen zwei Plebiszite zur Abstimmung: Zum einen soll das Renteneintrittsalter von 65 auf 60 Jahre gesenkt werden, zum anderen sollen nächtliche Durchsuchungen von Privaträumen durch die Polizei ermöglicht werden.

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