Wir brauchen das Mercosur-Abkommen

Besuch des deutschen Bundespräsidenten Frank Walter Steinmeier in Montevideo. Foto: epa/Sofía Torres
Besuch des deutschen Bundespräsidenten Frank Walter Steinmeier in Montevideo. Foto: epa/Sofía Torres

MONTEVIDEO: Mehr als 20 Jahre dauerten die Verhandlungen zwischen der EU und den Mercosur-Staaten über ein Freihandelsabkommen. Deutschland und Uruguay machen sich dafür stark, dass es nun schnell in Kraft tritt.

Deutschland und Uruguay setzen sich gemeinsam für eine schnelle Ratifizierung des Freihandelsabkommens zwischen der Europäischen Union und den Mercosur-Staaten ein. «Wir wollen, mehr noch wir brauchen dieses Mercosur-Freihandelsabkommen», sagte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in einer Pressekonferenz mit dem neuen Präsidenten Uruguays, Yamandú Orsi, in Montevideo.

Uruguay und Deutschland hätten ein größtes Interesse daran, dass das Abkommen bald in Kraft treten könne. «Aber selbstverständlich müssen wir auch in Europa bei einigen Mitgliedstaaten noch werben. Ich habe zugesagt, dass wir das mit all unseren Möglichkeiten tun werden», sagte Steinmeier. Das Abkommen sei «nicht nur ein ökonomischer, sondern auch ein geopolitischer Meilenstein».

Widerstand gegen Mercosur-Abkommen in Europa

Die EU-Kommission und das südamerikanische Staatenbündnis Mercosur hatten im Dezember in Montevideo die Verhandlungen über eine riesige Freihandelszone nach mehr als 20 Jahren abgeschlossen. Auf europäischer Seite gibt es aber Widerstand in Ländern wie Frankreich, Italien und Polen. Auch deutsche Landwirte befürchten eine neue Konkurrenz, die wesentlich billiger als sie produzieren kann.

Das Abkommen zwischen der EU und den Mercosur-Staaten würde eine der weltweit größten Freihandelszonen mit mehr als 700 Millionen Einwohnern schaffen. Es sieht vor, vor allem Zölle abzubauen und damit den Handel anzukurbeln. Die Mercosur-Staaten sind Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay.

Dank an Deutschland für Unterstützung von Mercosur

Auch Uruguays Präsident Orsi machte sich für ein schnelles Umsetzen des Abkommens stark. Er wies auf die lange Dauer der Verhandlungen hin und dankte Deutschland für sein Engagement dabei. «Die deutsche Unterstützung war für uns besonders wichtig.»

Orsi und Steinmeier äußerten gemeinsam die Hoffnung, dass Argentinien mit seinem ultraliberalen Präsidenten Javier Milei nicht aus dem Abkommen ausschert. Dies hätte «Auswirkungen auf das Gesamtkonzept», sagte Steinmeier.

Überzeugen Sie sich von unserem Online-Abo:
Die Druckausgabe als voll farbiges PDF-Magazin weltweit herunterladen, alle Artikel vollständig lesen, im Archiv stöbern und tagesaktuelle Nachrichten per E-Mail erhalten.
Pflichtfelder
Ingo Kerp 03.03.25 13:00
Ist das Mercosur Bündnis wirklich sinnvoll und bringt Vorteile für beide Seiten? Die Wirtschaft in Argentinien und in Brasilien liegt noch am Boden. Denkt man nur an Agrargüter bei dem Bündnis, die billig von Südamerika nach Europa gelangen sollen? Eine Freihandelszone mit 700 Millionen Menschen hoert sich erst mal gewaltig an. Wenn man die Wirtschaftsdaten und politischen Einstellungen betrachtet, relativiert es sich schnell.

Sind Sie bereits Online-Abonnent? Lesen Sie die vollfarbige PDF-Ausgabe DER FARANG.