Deutschland und Litauen unterstützen Dänemark

​Trump-Drohung 

Außenminister Johann Wadephul spricht bei einer Pressekonferenz in Peking während seines Besuchs in China. Foto: Jessica Lee/epa/dpa
Außenminister Johann Wadephul spricht bei einer Pressekonferenz in Peking während seines Besuchs in China. Foto: Jessica Lee/epa/dpa

VILNIUS: US-Streitkräfte haben Venezuela angegriffen - und der US-Präsident droht auch Grönland. Aus Deutschland und Litauen gibt es dazu eine klare Ansage.

Deutschland und Litauen haben Dänemark nach neuen Drohungen von US-Präsident Donald Trump mit einer Annexion Grönlands unmissverständlich Beistand versprochen. Grönland sei genauso wie die Inselgruppe der Färöer Bestandteil des dänischen Königreiches, sagte Außenminister Johann Wadephul (CDU) bei einer Pressekonferenz mit seinem litauischen Kollegen Kestutis Budrys in Vilnius, der Hauptstadt des baltischen EU- und Nato-Landes Litauen. «Und da Dänemark der Nato angehört, wird auch Grönland prinzipiell von der Nato zu verteidigen sein», fügte er hinzu.

«Wenn es dort weitere Erfordernisse gibt, die Verteidigungsanstrengungen bezüglich Grönlands zu verstärken, dann werden wir das im Rahmen der Allianz miteinander zu besprechen haben», sagte Wadephul. Trump hatte entsprechende US-Gebietsansprüche zuletzt bekräftigt: «Wir brauchen Grönland mit Blick auf die nationale Sicherheit», sagte er. Dänemark hatte dies zurückgewiesen, ebenso wie Schweden, Norwegen und Finnland.

Budrys: Solidarisieren uns mit Dänemark

Budrys sagte: «Wir unterstützen und solidarisieren uns mit Dänemark vollkommen.» Dänemark sei ein wichtiger und geschätzter Verbündeter. Alle Fragen zu Grönland dürften nur im Rahmen des internationalen Rechts und im Geiste der Verbündeten besprochen werden - «ganz klar, ganz deutlich und ohne Hintergedanken», betonte er.

Budrys hatte zuvor schon Grönland auf der Plattform X als integralen Bestandteil des Königreichs Dänemark bezeichnet und die Achtung von dessen territorialen Integrität und Souveränität angemahnt. Gleiches taten auch seine baltischen Amtskollegen Margus Tsahkna (Estland) und Baiba Braze (Lettland).

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Plante HDV 06.01.26 17:20
Kerp / Maillet 01.2026
Ich habe ja angedeutet, die EU müsste sich klar sein welche Folgen eine Aktion haben kann. Es kann z.Zt. nur eine Vorstellung Erfolg versprechen. Ruhe bewahren, sich mit den USA nicht verscherzen, aber gleichzeitig über die Bildung einer europäischen Verteidigungsgemeinschaft ( EVG ) nachdenken. So wie zu Zeiten Adenauers diskutiert wurde. Das wird bestimmt wirtschaftliche Kosten bedeuten, aber kann auch Sicherheit, je nach militärischer Ausrüstung bedeuten.
Harald N.. 06.01.26 17:20
Da hat der Donald aber Angst...
...wenn Deutschland gemeinsame Sache mit Litauen macht.
Wie Größenwahnsinnig sind die alle?
Ingo Kerp 06.01.26 14:20
Und was sollten die "unterstützenden Maßnahmen" aus DE und Litauen sein? Verbale nichtssagende Vorwürfe? Die Angst es sich mit Trump und den militärisch wie wirtschaftlich starken USA zu verscherzen, ist in Europa sehr ausgeprägt. Man wird Trump mit nichts beeindrucken können. Will er Grönland haben, nimmt er es sich. So einfach ist das.
Michel Maillet 05.01.26 23:40
@HDV
Welche wirksamen Maßnahmen sollte die EU denn erheben? Generelles Einreiseverbot für US Bürger? Dann würde das eventuell folgende generelle Einreiseverbot für EU Bürger nach USA wohl schmerzlicher werden. Strafzölle auf Waren aus USA? Erhebt die EU bereits seit 60 Jahren! Wohl "worst case" wäre, wenn nach Sanktionen die USA der EU den militärischen Beistand verweigern würde. Was die EU ohne die USA im Krisenfall leistet, ist aktuell nicht ausreichend einer wahren Bedrohung Paroli zu bieten.
Plante HDV 05.01.26 22:40
Chris Jomtien 05.01.2026 20:40
Generelles Einreiseverbot, das wäre einmal eine richtige Antwort gegen diesen selbstherrlichen Mitmenschen. Die Frage stellt sich natürlich. Mit welchen Maßnamen reagiert er? Da miüßte sich die EU klar drüber sein und vor allem vorbereitet. Wir müßten auch bereit sein, zumindest für unbestimmte Zeit, mit entsprechenden wirtschaftlichen Nachteilen zu leben.
Chris Jomtien 05.01.26 20:40
Reden allein hilft nicht
Die Drohungen gegen Dänemark werden auch mit "einer klaren Ansage" nicht aufhören.
Donald Trump hat wiederholt gezeigt dass ihn weder US-amerikanisches Recht, die Vereinten Nationen, das Völkerrecht noch die Meinung der NATO Verbündeten interessiert.
Gespräche, Protestnoten oder Gegendrohungen würden bestenfalls wirkungslos verpuffen. Für viel wahrscheinlicher halte ich das dies genau dazu führen könnte das er, wie von seinem Stellvertreter angedroht, die Insel mit militärischer Gewalt einnimmt.
Als gangbare (nicht zu schwache und nicht zu starke) Reaktion sehe ich sofort wirksame, empfindliche Sanktionen gegen die USA. Zum Beispiel ein generelles Einreiseverbot für US-Amerikaner in die EU bis zur offiziellen und öffentlichen Rücknahme der Drohung.

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