TRAT: Tourismusanbieter entlang der thailändischen Ostküste berichten, dass ihre Region derzeit deutlich weniger von den anhaltenden Störungen im internationalen Flugverkehr aufgrund des Iran-Kriegs betroffen ist als die klassischen Ziele im Süden des Landes. Während Destinationen an der Andamanensee unter veränderten Flugrouten und rückläufigen Transitverbindungen leiden, bleibt die Lage in den östlichen Küstenprovinzen vergleichsweise stabil.
Trotz der Auswirkungen des Konflikts im Nahen Osten bleibt die Stimmung in der Branche überwiegend positiv. Vertreter der Tourismuswirtschaft berichten, dass die Nachfrage in der Region stabil bleibt. Gleichzeitig rückt die Provinz Trat stärker in den Fokus als kostengünstige Alternative für europäische Reisende, insbesondere vor dem Hintergrund steigender Preise in den etablierten Urlaubszielen im Süden.
Weniger Trubel macht Trat attraktiv
Branchenvertreter nennen vor allem die Kombination aus moderaten Kosten, geringerer Auslastung und naturnahen Angeboten als Gründe für das wachsende Interesse. Trat zieht zunehmend Besucher an, die bewusst ruhigere Reiseziele abseits der stark frequentierten Hotspots suchen. Die Provinz gilt damit als Alternative zu Destinationen wie Phuket oder Krabi, die in der Hochsaison regelmäßig an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen.
Die thailändische Tourismusbehörde (TAT) verfolgt eine zweigleisige Strategie. Einerseits soll der Inlandstourismus in den östlichen Provinzen gestärkt werden, andererseits wird die internationale Vermarktung der Inseln vor Trat intensiviert. Damit sollen kurzfristig stabile Besucherzahlen gesichert und langfristig neue Märkte erschlossen werden.
Nahostkonflikt belastet Fernreisen
Pitchaya Thachai-adisap, Präsidentin der Trat Hotels and Resorts Association, betont die direkten Auswirkungen des Konflikts im Nahen Osten auf die Branche. Die gestiegenen Ölpreise hätten weltweit zu höheren Kosten im Luftverkehr geführt und die Nachfrage nach Fernreisen belastet. Nach ihrer Teilnahme an der internationalen Tourismusmesse ITB in Berlin erklärte sie zudem, dass Störungen auf wichtigen Transitstrecken bereits dazu geführt haben, dass Fluggesellschaften Routen anpassen mussten.
Besonders stark betroffen sind die südlichen Provinzen, die traditionell auf internationale Flugverbindungen über Drehkreuze im Nahen Osten angewiesen sind. Europäische Touristen – ein zentraler Quellmarkt für Thailand – beginnen ihre Reisen üblicherweise in Regionen wie Phuket, Phang Nga oder Krabi. Dort berichten Betreiber von rückläufigen Ankünften, da weniger Transitpassagiere die Region erreichen.
Im Osten ergeben sich dagegen Vorteile durch die stärkere Anbindung über Direktflüge nach Bangkok. Viele europäische Reisende entscheiden sich derzeit bewusst für diese Verbindungen, was die Nachfrage stabil hält. Von der Hauptstadt aus lassen sich Orte wie Pattaya sowie die Inseln Koh Samet, Koh Chang, Koh Kood und Koh Mak vergleichsweise unkompliziert erreichen, was den Reisekomfort zusätzlich erhöht.
Verbindungen zu den Inseln ausgebaut
Hinzu kommt die verbesserte Infrastruktur innerhalb der Region. Insbesondere die Verbindungen zwischen den Inseln in der Provinz Trat wurden in den vergangenen Jahren ausgebaut, u.a. mit modernen High-Speed-Fähren. Das ermöglicht flexiblere Reiseverläufe, verlängert die Aufenthaltsdauer und erhöht die Ausgaben pro Besucher. Für viele Anbieter ist dies ein klarer Vorteil.
Gleichzeitig beobachten die Anbieter die weitere Entwicklung aufmerksam. Sollte sich der Konflikt im Nahen Osten verschärfen oder länger andauern, könnten auch bislang weniger betroffene Regionen unter Druck geraten. Anhaltend schwankende Treibstoffpreise würden sich direkt auf Flugpreise und Transportkosten vor Ort auswirken. In der Folge könnten sich Reisende verstärkt für kürzere und günstigere Urlaube innerhalb Europas entscheiden.
Erste Hinweise darauf gibt es bereits. Branchenvertreter berichten von vereinzelten Stornierungen, insbesondere im Inlandstourismus im Vorfeld der Songkran-Feiertage. Insgesamt bleibt die Nachfrage jedoch stabil.
Für die kommenden Wochen rechnet die Tourismusbehörde mit einer soliden Auslastung, insbesondere in Pattaya – der „Songkran-Party-Hauptstadt“ des Landes. Mit Beginn der europäischen Nebensaison dürfte sich der Fokus anschließend stärker auf asiatische Herkunftsmärkte und den Inlandstourismus verlagern.