Italien mit meisten Durchfahrtsverboten

​Touristenfalle ZTL 

Autos fahren an der Unfallstelle in Fenegrò vorbei, an der der Inter-Mailand-Torhüter Josep Martínez mit einem älteren Mann kollidierte. Foto: epa/Matteo Bazzi
Autos fahren an der Unfallstelle in Fenegrò vorbei, an der der Inter-Mailand-Torhüter Josep Martínez mit einem älteren Mann kollidierte. Foto: epa/Matteo Bazzi

ROM: Mit dem Auto in Rom oder Florenz nicht aufgepasst - und schon sind 100 Euro weg. Die verkehrsberuhigten Zonen in Italiens Städten sorgen immer wieder für Ärger. Nirgendwo in Europa gibt es mehr.

Vielen deutschen Autofahrern sind sie im Italien-Urlaub schon zum Verhängnis geworden: die Durchfahrtsverbote in Rom, Florenz und anderen Städten. Nach einer neuen Studie hat kein anderes Land in Europa so viele verkehrsberuhigte Zonen wie Italien. Die ZTL (Zone a traffico limitato) sorgen insbesondere bei ausländischen Touristen immer wieder für Ärger, weil in vielen Städten die Regelungen unübersichtlich sind. Zudem ist das Bußgeld sehr hoch: etwa 100 Euro.

Der Studie zufolge gibt es in Italien insgesamt 485 innerstädtische Zonen, die nur von Anwohnern oder mit Sonderberechtigung benutzt werden dürfen. Das heißt: Mehr als die Hälfte (56,2 Prozent) solcher Zonen in Europa befinden sich dort. In dem Bericht wird einerseits gelobt, dass mit der Regulierung des Verkehrs Staus vermieden und die Umwelt geschützt würden. Anders als in Deutschland, Frankreich und Spanien gebe es jedoch keine einheitlichen Vorschriften, sondern unterschiedliche Regelungen von Stadt zu Stadt.

ADAC warnt vor unübersichtlicher Beschilderung

Tatsächlich haben nahezu alle größeren Städte und auch sehr viele kleinere Gemeinden, die Touristenziele sind, solche Zonen eingerichtet. Die Verbotsschilder sind oft nicht einfach zu verstehen. Zudem zeigen Navigationsgeräte sie nicht immer an, sondern führen manchmal direkt in die Falle. Der ADAC warnt: «Die Beschilderung kann oft sehr unübersichtlich sein. Bei Zweifeln: Sehen Sie unbedingt von der Einfahrt in die ZTL ab!»

In der Regel werden die Verbote mit Videokameras überwacht: Mittels elektronischen Datenabgleichs wird dann überprüft, ob das Kennzeichen zugelassen ist. Bis ausländischen Autofahrern der Strafzettel ins Haus flattert, kann es Monate dauern. Der Bußgeld-Bescheid lange nach Ende des Italien-Urlaubs sorgt dann oft für zusätzlichen Ärger. Zudem kann es vorkommen, dass bei mehrmaligem Hinein- und Herausfahren jedes Mal eine Strafe verlangt wird.

Die Studie «Auto e Città, oltre il divieto» («Auto und Stadt jenseits des Verbots») des Osservatorio Auto e Mobilità, an der auch der Verband der italienischen Autohersteller beteiligt war, wurde in Rom vorgestellt.

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