Thailand überarbeitet seine Alkoholgesetze

Foto: macky_ch/Adobe Stock
Foto: macky_ch/Adobe Stock

BANGKOK: Die Überarbeitung der Alkoholgesetzgebung in Thailand nähert sich ihrem Abschluss, wie Wisarn Techathirawat, der Vorsitzende des Sonderausschusses zur Kontrolle von Alkohol, kürzlich ankündigte. Der Entwurf, der derzeit zu 80 Prozent fertiggestellt ist, soll Mitte Dezember dem Parlament vorgelegt werden. Dies wurde während einer nationalen akademischen Konferenz am Montag (18. November 2024) bekanntgegeben.

Bislang hat das Parlament fünf verschiedene Gesetzesentwürfe gebilligt, die von unterschiedlichen Einrichtungen und Persönlichkeiten, darunter das Kabinett, die Pheu-Thai-Partei, ein Abgeordneter der People's Party, ein Vertreter des Netzwerks für Alkoholprävention und -minderung sowie ein Lebensmittelwissenschaftler eingereicht wurden. „Alle Entwürfe zeigen in Details Unterschiede, aber unser 42-köpfiges Gremium hat intensiv daran gearbeitet, diese in eine konsistente Fassung zu überführen“, erklärt Wisarn.

Ein zentraler Punkt des neuen Gesetzes ist die Dezentralisierung der Entscheidungsmacht zu den Provinzialausschüssen, die künftig mehr Autorität über die Festlegung von Zonen und spezifischen Vorschriften haben werden. Wisarn sagte, dass der Gesetzesentwurf voraussichtlich am 11. Dezember 2024 in den Entwurf des Repräsentantenhauses aufgenommen wird, rechtzeitig zur Eröffnung der neuen Parlamentssitzung am 13. Dezember.

Wisarn äußerte sich auch besorgt über die steigende Zahl von Trinkern in Thailand, insbesondere unter Frauen, und wies auf die gesellschaftlichen und gesundheitlichen Auswirkungen des Alkoholkonsums hin.

Die neuen Regelungen sollen deshalb besonders die Verkaufsförderung von Alkohol streng kontrollieren und die Verantwortung der Verkäufer erhöhen. „Wir haben alle Perspektiven gründlich abgewogen und versucht, ein umfassendes Verständnis für alle Beteiligten zu schaffen“, sagt Wisarn. Dazu gehören nicht nur politische Gruppen und Unternehmer, sondern auch Opfer von Alkohol am Steuer und Jugendorganisationen.

Besonders die Einbeziehung von Jugendlichen und Vertretern der Provinzverwaltungsorganisationen in die Entscheidungsprozesse wird als fortschrittlich hervorgehoben. Diese Maßnahme soll eine breitere Beteiligung und stärkere Berücksichtigung lokaler Bedürfnisse gewährleisten.

Die endgültige Verabschiedung des Gesetzes wird für Januar 2025 erwartet, nach intensiven Diskussionen zwischen Opposition und Regierung. „Es ist unerlässlich, ein Gleichgewicht zu finden, das der Gesellschaft insgesamt zugutekommt“, betont Wisarn. Durch die neuen Gesetze sollen übermäßiger Konsum und dessen negative Auswirkungen wie Gesundheitsrisiken und Verkehrsunfälle eingedämmt werden.

Mit dem bevorstehenden Inkrafttreten des Gesetzes zielt Thailand darauf ab, den Alkoholkonsum verantwortungsbewusster zu gestalten und gleichzeitig die Autonomie der Provinzen zu stärken, um auf lokale Gegebenheiten besser eingehen zu können.

Überzeugen Sie sich von unserem Online-Abo:
Die Druckausgabe als voll farbiges PDF-Magazin weltweit herunterladen, alle Artikel vollständig lesen, im Archiv stöbern und tagesaktuelle Nachrichten per E-Mail erhalten.
Pflichtfelder
Jürgen Franke 20.11.24 15:00
Michael, Dein Kurzkommentar
findet meine volle Zustimmung, denn für seine Gesundheit ist jeder selbst verantwortlich. Ohne Helm zu fahren, ist beinahe auf den Straßen schon der Normalfall. Die Gründe, warum Frauen am meisten saufen, will ich erst garnicht kennenlernen. Das Thema Alkoholkonsum sollte im Schulunterricht thematisiert werden, da es offensichtlich ein Bildungsproblem ist.
Paul Müller 20.11.24 10:56
@ von Wob
Würden Sie die Auswirkungen des Alkolismus' in Thailand kennen oder kennen wollen, dann kämen Sie nicht zu einer dermassen simplen Wortmeldung. Thailand hat auf den Straßen die 40-fache Todesrate der EU und die meisten Unfälle gehen auf das Konto Alkohol. Zudem ist Thailands Schattenquote an Femziden (das sind die im Suff zum Tod geschlagenen Ehefrauen und Freundinnen) himmeltraufig hoch. Wer hier den unkontrollierten Zugang zu Alkohol propagiert muss ein libertärer Staatsabschaffer bzw. -verdrossener und vermutlich auch glühender Trump-Fan sein...
Tom​ 20.11.24 00:00
Das Problem verbieten?
Als ob es auch nur einen Alkoholiker mehr gäbe, würde man zu jeder Stunde am Tag Alkohol kaufen können. Was für ein Unsinn! Oder glaubt wirklich jemand, dass die Thai-Kids sich direkt nach der Schule erst einmal ein paar Bierchen reinziehen würden? Ein steigender Alkoholkonsum hat hauptsächlich mit gesellschaftlichen Schieflagen zu tun, aber da möchte man offenbar nicht wirklich ran.
Thomas Sylten 19.11.24 16:00
Nullinfo
Wie so oft in den Medien: Viel Blahblah ohne auch nur ein Jota an Information, welche Bestimmungen nun eigentlich konkret geplant sind.
Günter Jack 19.11.24 15:54
Ingo Kerp 19.11.24 14:20
Es geht nicht darum, dass in den Supermaerkten auf dem Kassenbon die Uhrzeit angegeben wird, sondern dass die Scanner der Registrierkassen die Barcodes von Alkoholika ausserhalb der erlaubten Zeiten nicht akzeptieren.
Ingo Kerp 19.11.24 14:20
Wer hier auf dem Land Alkohol kaufen will, der kann das, so lange die kleinen Geschäfte / Märkte geoeffnet sind. Lediglich die Supermärkte, die eine Registrierkasse haben müssen sich an die vorgegebenen Zeiten halten, da der Bon auch die Uhrzeit zeigt.

Sind Sie bereits Online-Abonnent? Lesen Sie die vollfarbige PDF-Ausgabe DER FARANG.