DUBLIN: Die Parlamentswahl in Irland hatte den Mitte-Rechts-Parteien keine absolute Mehrheit gebracht. Wochenlang wurde verhandelt - nun folgt der formale letzte Schritt.
In Dublin kommt an diesem Mittwoch knapp zwei Monate nach der Wahl das neue Parlament zusammen. Zum Taoiseach (gesprochen etwa «Ti-Schock»), wie der Regierungschef des EU-Landes heißt, wird zum zweiten Mal Micheál Martin (64) berufen werden. Martins Mitte-Rechts-Partei Fianna Fáil war Ende November 2024 als stärkste Kraft aus der Wahl hervorgegangen. Zweitstärkste Partei wurde Fine Gael des bisherigen Regierungschefs Simon Harris (38).
Im Rahmen wochenlanger Verhandlungen haben die beiden großen Parteien durch ein Bündnis mit unabhängigen Parlamentsmitgliedern ein mehrheitsfähiges Koalitionsprogramm ausgearbeitet. Bislang hatten die beiden Parteien das Land mit rund 5,3 Millionen Einwohnern zusammen mit den Grünen regiert, die bei der Wahl aber eine herbe Niederlage erlitten.
Das Amt des Taoiseach wird wie bereits in der vergangenen Legislaturperiode aufgeteilt werden. Martin soll für drei Jahre Regierungschef werden, ehe er von Harris für die verbleibenden zwei Jahre abgelöst wird.