So vielfältig wie die Menschen der Insel

Kulturelle Einflüsse sind aus der lokalen Küche Phukets nicht wegzudenken

Eine typische Speise-Zusammenstellung der Baba Peranakan, wie die lokale Küche Phukets genannt wird. Foto: 1911/Adobe Stock
Eine typische Speise-Zusammenstellung der Baba Peranakan, wie die lokale Küche Phukets genannt wird. Foto: 1911/Adobe Stock

PHUKET: Wer denkt, dass Phuket nicht viel mehr zu bieten hat als Sonne, Strand und Meer, der täuscht sich gewaltig! Als Zentrum der Zinnindustrie und Standort des internationalen Seehandels zog das wohlhabende Eiland bereits vor Jahrhunderten chinesische, malaysische und indische Einwanderer an, die sich assimilierten und der Insel vielfältiges kulturelles Erbe bescherten, dessen Einflüsse sich sowohl im Stadtbild von Phuket-Town als auch in der lokalen Küche widerspiegeln.

Mit der fünften Aufhebungsphase der Corona-Beschränkungen kehrt auch auf Phuket langsam wieder Alltag ein. Da aktuell viele Hotels der Insel Touristen mit großzügigen Rabatten willkommen heißen, ist der Zeitpunkt geradezu perfekt für einen Kurzaufenthalt, um die abwechslungsreiche lokale Küche kennenzulernen.

Die südthailändische Küche zeichnet sich besonders durch ihre Würze und Schärfe aus. Ein ausgewogener Mix aus feurig-scharfen Chilis und pikant-saurer Tamarinde verleiht den Speisen des Südens eine ganz besondere Note und bringt die Geschmacksknospen in Wallung.

Phukets Küche Baba Peranakan

Ähnlich wie im Norden des Landes, wurde auch die südthailändische Küche von den kulinarischen Besonderheiten der Nachbarländer beeinflusst. Kulturelle Einflüsse, die sich vor allem in der Zubereitung, im Geschmack und in der Präsentation der Speisen widerspiegeln. So präsentiert sich die lokale Küche Phukets, „Baba Peranakan“ genannt, als eine aufregende Kombination verschiedener kultureller Essgewohnheiten, egal ob Chinesisch, Malaysisch oder Thailändisch. Einige Speisen schmecken süß, ein Einfluss der Hakka-Küche Südchinas, andere sind stark gewürzt wie thailändische oder malaysische Spezialitäten. Frische Meeresfrüchte, Fleisch und die reichliche Verwendung von Zitronengras, Tamarinde und Kafir-Limettenblätter charakterisieren hingegen die muslimischen Einflüsse auf die Esskultur des Südens. Zu den Grundnahrungsmitteln zählen Kaeng Tai Pla (fermentiertes Fischcurry), Kaeng Som Pla (heiße und saure Fischsuppe) und Kua Kling (trocken gebratenes Fleischcurry). Massaman, ein geschmortes Curry mit Fleisch und Kartoffeln, ist ein weiteres wichtiges Gericht.

Süß oder würzig den Tag beginnen

Nicht wegzudenken von der wichtigsten Mahlzeit des Tages ist Kaffee. Dunkel gerös­tete Kaffeebohnen ergeben ein wohlduftendes Gebräu, das stark genug ist, um die Toten zu wecken. Gebrüht in einer traditionellen Metallkanne mit einem Strumpf ähnlichen Filter, wird der westlichen Ausländern zumeist bitter schmeckende Kaffee mit viel dickflüssiger, gesüßter Kondensmilch serviert. Ein typisches Morgenritual, das zumeist mit einem der drei nachfolgenden Gerichte genossen wird, die Phukets kulinarische Vielfältigkeit unterstreichen:

Dim Sum umfasst gedämpfte Knödel, Fisch, Bohnenquark, Bak Kut Teh (Schweinerippchensuppe) und Misua-Nudeln, ein kulinarisches Erbe der südchinesischen Einwanderer.

Der extrem starke Kaffee harmonisiert wunderbar mit dickflüssiger, aromatisierter Kondensmilch. Foto: Adobe Stock
Der extrem starke Kaffee harmonisiert wunderbar mit dickflüssiger, aromatisierter Kondensmilch. Foto: Adobe Stock

Roti, belegt mit Spiegelei, serviert mit verschiedenen Curryaromen sowie Hühner- und Rindfleisch oder Fisch, ist ein typisches Gericht mit malaysischen Wurzeln.

Khanom Chin (fermentierte Reisnudeln), serviert mit verschiedenen traditionellen Currysaucen wie „Kaeng Tai Pla“ (fermentiertes Fischcurry) sowie Garnelen, Hühnerfleisch und Fisch.

Nudel ist nicht gleich Nudel

Nudeln sind ein typisches Mittagessen auf Phuket. Chinesische und malaysische Aromen treffen auf lokale Nudelsorten wie „Mi Hokkien“ (chinesische, malaysische Nudeln) und „Mi-Hoon“-Reisnudeln (Phuket-Art). Ein traditionelles Mittagessen ist nicht komplett ohne den lokalen Nachtisch der Insel, „O-Aew“ (Eisraspeln mit süßen Toppings und Gelee).

Vor einem herzhaften

Abendessen tanken die Einwohner Phukets mit Mi Hun Ba Chang (Reisnudeln) und Schweinerippchensuppe Kraft, eines der bekanntesten Gerichte der Insel, das mit Schweinefleisch-Satay und Frühlingsrollen oder eben nur mit Nudeln genossen wird.

Deftig und stark gewürzt

Das Abendessen ist die reichhaltigste Mahlzeit des Tages, wenn die Familie zusammenkommt und sich über die Geschehnisse des Tages austauscht. Wie in kaum einer anderen Destination in Südthailand, bevorzugen die Einwohner Phukets starkgewürzte Gerichte zum Abendessen, entweder sehr scharf, sehr sauer oder sehr süß. Viele Speisen zeichnen sich durch eine tiefgelbe Farbe und den starken Duft von Kurkuma aus. Der einzigartige Geschmack der Pflanze wird dazu verwendet, um starke Fischaromen abzumildern.

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