SAO-Einsturz: Wände zu dünn gebaut?

Foto: epa-efe/Narong Sangnak
Foto: epa-efe/Narong Sangnak

BANGKOK: Nach dem Einsturz des neuen 30-stöckigen Hauptgebäudes hat das State Audit Office (SAO) in einer Stellungnahme die während der Bauphase vorgenommene Reduzierung der Wandstärke der Aufzugsschächte verteidigt. Die Maßnahme steht im Verdacht, zum Teileinsturz des Gebäudes während eines Erdbebens beigetragen zu haben.

Laut SAO wurde die Reduzierung der Wandstärke im Einklang mit geltenden Bauvorgaben für Innenarchitektur vorgenommen. Ursprünglich waren Wände mit 30 Zentimetern Dicke geplant, die in Bereichen nahe den Korridoren jedoch auf 25 Zentimeter verringert und mit Stahl verstärkt wurden.

Der Bauauftrag für das Hochhaus wurde an die ITD-CREC Joint Venture vergeben, bestehend aus der börsennotierten Italian-Thai Development Plc und China Railway No.10 (Thailand) Co. Die Bauaufsicht oblag dem PKW Joint Venture, während das Architekturbüro Forum Architect Co gemeinsam mit Meinhardt (Thailand) für die Planung verantwortlich war.

Laut SAO ergab sich aus der ursprünglichen Wandstärke in Kombination mit anderen Verkleidungsmaterialien eine zu geringe Korridorbreite, die möglicherweise gegen eine ministerielle Verordnung des Innenministeriums und das Baukontrollgesetz verstoßen hätte. Auf Empfehlung der Planer wurde die Anpassung vorgenommen, von der Bauaufsicht geprüft und in die revidierten Baupläne aufgenommen. Auch die Generalprüfungsbehörde und die State Audit Commission sollen der Änderung zugestimmt haben.

Justizminister Tawee Sodsong hatte zuvor angedeutet, dass die reduzierte Wandstärke ein möglicher Faktor für den Einsturz sein könnte. Während vergleichbare Bauwerke in der Regel über 60 Zentimeter dicke Wände verfügen, seien im SAO-Gebäude lediglich 25 Zentimeter gemessen worden.

Ein Ingenieurteam soll nun die Baupläne sowie die Struktur des Gebäudes detailliert untersuchen, um die genaue Ursache des Einsturzes zu klären. Da China Railway No.10 (Thailand) eine Tochter eines chinesischen Staatsunternehmens ist, sind auch chinesische Behörden in die Aufarbeitung des Vorfalls eingebunden.

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Wildfried Mond 25.04.25 16:40
Unglückliche Umstände
Ich bin kein Statiker, habe aber mein Leben lang mit Sanierungen alter Gebäude zu tun.. auch hier in Thailand.

Meine unmaßgebliche Meinung zu diesem Einsturz ist, dass es weder an dem Stahl, noch an der Wandstärke der Aufzugsschächte liegt.

Wenn man 30 Stockwerke nur mit Stützpeilern hochzieht ohne die Wände in den einzelnen Etagen ein zu ziehen, verdreht sich wie in diesem Fall das Gebäude bei einem starken Beben, weil die unterstützenden Wände fehlen und es kann zum Kollaps kommen.

Man hätte die Stützpfeiler vermutlich doppelt so dick bauen müssen, um den Kollaps zu verhindern.

Diese Bauweise, dass erst die Etagen hoch gezogen werden und danach die Zwischenwände scheint weit verbreitet zu sein. Nach meiner Schätzung hätten Zwischenwände in 25 Stockwerken gereicht und das Gebäude würde noch heute stehen.

Es war einfach eine Verkettung unglücklicher Umstände

Dass man jetzt nach Verantwortlichen sucht ist menschlich, aber sinnlos.
Michael Beneke 25.04.25 13:06
Öffentliche Spekulationen zu Ermittlungen?
Es wirkt wenig professionell wenn man das Ergebnis zu laufenden Verfahren öffentlich in Versuch und Irrtum Stil zu finden versucht. Zumal, wenn die zuständigen Behörden der Änderung zugestimmt haben. Sind jetzt dann diese Schuld? Nicht falsch verstehen, wenn der Grund für den Einsturz reine Profitsucht war dann sollte man die Verantwortlichen dafür zur Rechenschaft ziehen. Wenn aber am Ende ein Dutzend "mögliche" Ursachen mit einem Gros an kleinen Fehlern der Grund waren wird das ganze zu gar nichts führen.

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