BANGKOK: Der chinesische Autohersteller SAIC Motor-CP Ltd, bekannt unter der Marke MG, plant, als erster inländischer Produzent in bisher unerschlossene europäische Märkte zu expandieren. Dies gab der Executive Vice President Suroj Sangsnit am Freitag (23. August 2024) bekannt. Er sieht in den Handelsschutzmaßnahmen europäischer Staaten, die Importzölle von bis zu 38 Prozent auf chinesische Fahrzeuge erheben, eine Chance für thailändische Autohersteller.
Suroj erklärte, dass die hohen Importzölle und die Offenlegungspflicht aller verwendeten Technologien in den Importdokumenten chinesische Produzenten zunehmend dazu zwingen, ihre Fertigungsstätten ins Ausland zu verlagern. Um den europäischen Markt effektiv bedienen zu können, müssten in Thailand produzierte Elektroautos daher mindestens 40 Prozent lokal hergestellte Teile aufweisen, um als „aus Thailand stammend“ zu gelten.
In Reaktion auf die europäische Handelspolitik haben chinesische Hersteller ihre Investitionen in Thailand erhöht, um die technologische Entwicklung in der Produktion von Elektroauto-Komponenten zu fördern. „Thailand hat bislang keine Autos nach Europa exportiert, da es kein entsprechendes Handelsabkommen gibt. Die anfallenden Zölle könnten zwischen 10 bis 20 Prozent liegen, sollten wir den Export starten“, so Suroj. Er äußerte die Hoffnung, dass die thailändische Regierung die Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen mit der EU bis Jahresende abschließen könnte, um den Markt zu öffnen.
Der SAIC Motor-CP-Manager betonte zudem die Notwendigkeit, die Produktion von Batterien für Elektrofahrzeuge in Thailand zu fördern, da diese eine Schlüsselkomponente darstellen und den lokalen Fertigungsanteil signifikant steigern würden. SAIC Motor-CP hat bereits mit der Produktion wichtiger EV-Komponenten wie ESS-Batterien und Onboard-Ladegeräte in seinen thailändischen Fabriken begonnen. Die Entwicklung weiterer Teile wie BMS und PCU-Wechselrichter wird in Kooperation mit lokalen Partnern vorangetrieben und dürfte mindestens ein Jahr in Anspruch nehmen.
Suroj wies darauf hin, dass für die Zertifizierung dieser Komponenten eine Gebühr von einer Million Baht pro Teil an das Automobil- und Reifentest-, Forschungs- und Innovationszentrum zu entrichten sei, was die Bedeutung einer unterstützenden Politik unterstreicht, um die Wettbewerbsfähigkeit Thailands in der globalen Automobilindustrie zu stärken.