PATTAYA: Nach dem tödlichen Brand in einem Vergnügungsbetrieb in Bangkok verschärft die Provinz Chonburi die Sicherheitsvorgaben für Bars, Clubs und ähnliche Betriebe in Pattaya und Bang Lamung. Betreiber müssen Brandschutzmängel umgehend beseitigen – andernfalls droht ihnen der Entzug ihrer Betriebserlaubnis.
Am Freitag (24. Juli 2026) leitete der Gouverneur der Provinz Chonburi, Naris Niramiswong, im Rathaus von Pattaya eine Sitzung zur Umsetzung der neuen Sicherheitsmaßnahmen für Vergnügungsstätten und vergleichbare Betriebe im Bezirk Bang Lamung. Daran nahmen Vertreter der Provinzverwaltung, der Polizei, der Stadt Pattaya, der Gemeinde Nong Prue sowie Betreiber und Vertreter der Unterhaltungsbranche teil.
Konsequenzen aus schweren Bränden
Hintergrund sind der Brand in einem Vergnügungsbetrieb im Bangkoker Stadtteil Ladprao mit zahlreichen Todesopfern und Verletzten sowie ein ähnlicher Vorfall im Nachtlokal Mountain B, der sich im Jahr 2022 im Bezirk Sattahip ereignet hatte. Nach Angaben der Provinz sollen insbesondere Pattaya und Bang Lamung als bedeutende Tourismuszentren mit vielen in- und ausländischen Besuchern besser auf mögliche Notfälle vorbereitet werden.

Gouverneur Naris erklärte, dass der Schutz von Leben und Eigentum höchste Priorität habe. Alle Betreiber seien verpflichtet, ihre Brandschutzmaßnahmen umgehend zu überprüfen und festgestellte Mängel unverzüglich zu beheben. Wer Auflagen missachte oder notwendige Verbesserungen nicht umsetze, müsse mit strengen verwaltungsrechtlichen Maßnahmen rechnen. Insbesondere könne die Verlängerung der Betriebserlaubnis verweigert werden.
Evakuierungsübungen geplant
Zugleich appellierte der Gouverneur an die Betreiber, auf Feuerwerkskörper innerhalb der Lokale zu verzichten, den Abschluss von Versicherungen für Gäste zu fördern, Streitigkeiten in den Betrieben konsequent zu verhindern, die Sicherheit der Besucher zu gewährleisten und die Nutzung öffentlicher Flächen besser zu organisieren. Besonders abgestellte Mietfahrzeuge, die öffentliche Straßen blockieren, sollen stärker kontrolliert werden. Zudem wird erwogen, künftig nächtliche Evakuierungsübungen in Vergnügungsstätten durchzuführen, um die Einsatzbereitschaft von Personal und Sicherheitssystemen unter realistischen Bedingungen zu testen.

Der Polizeichef der Provinz Chonburi, Pol Maj Gen Phongphan Wongmanit, verwies darauf, dass bei früheren Bränden viele Opfer nicht durch die Flammen selbst, sondern infolge von Rauchvergiftungen und Sauerstoffmangel ums Leben gekommen seien. Daher komme funktionierenden Brandschutzsystemen, Fluchtwegen und einer schnellen Evakuierung besondere Bedeutung zu.
Regelmäßige Kontrollen vorgeschrieben
Er forderte alle Betreiber auf, Feuerlöscher, elektrische Anlagen, Brandmeldeanlagen und sämtliche Sicherheitseinrichtungen regelmäßig zu überprüfen und jederzeit betriebsbereit zu halten. Außerdem müssten Mitarbeiter im Umgang mit Feuerlöschgeräten und bei der Evakuierung von Gästen geschult sowie Notfallübungen regelmäßig durchgeführt werden.

Zu den verbindlichen Vorgaben der Provinz gehören standardgerechte Brandschutz- und Feuerlöschsysteme, regelmäßige Kontrollen der Elektroinstallationen und Feuerlöscheinrichtungen, frei zugängliche und funktionsfähige Flucht- und Notausgänge ohne Hindernisse, gut sichtbare Fluchtwegschilder und Notbeleuchtung, die Einhaltung der zulässigen Besucherzahl, Sicherheitspersonal und Videoüberwachung an wichtigen Stellen sowie Notfallpläne mit regelmäßigen Evakuierungsübungen.
Null Toleranz bei Verstößen
Darüber hinaus sollen die Betreiber den Einlass von Waffen und Drogen konsequent verhindern. Personen unter 20 Jahren dürfen Vergnügungsstätten weiterhin nicht betreten. Verstöße oder Nachlässigkeiten sollen konsequent geahndet werden, um die Sicherheitsstandards dauerhaft anzuheben und das Vertrauen von Touristen und Bevölkerung zu stärken.

Im Anschluss an die Sitzung gratulierten Gouverneur Naris, Polizeichef Pol Maj Gen Phongphan Wongmanit sowie weitere Polizeivertreter Pattayas Bürgermeister Poramet Ngampichet mit einem Blumenstrauß zu seiner Wiederwahl. Zugleich bekräftigten alle Beteiligten ihre Absicht, bei der Weiterentwicklung Pattayas und der Verbesserung der öffentlichen Sicherheit eng zusammenzuarbeiten.