ZÜRICH: Die «Neue Zürcher Zeitung» macht am Samstag auf Zusammenhänge zwischen den Kriegen in der Ukraine und am Golf aufmerksam:
«Der Krieg in der Ukraine wuchert längst in andere Konflikte hinein: Im Nahen Osten wird sichtbar, wie rasch sich die Fronten in eine andere Weltregion verlagern. Obschon sich die Amerikaner aus Osteuropa zurückziehen wollen, erleben sie und ihre Verbündeten am Golf gerade den Sog der Drohnenrevolution. (.)
Mit der klaren Unterstützung der Ukrainer könnten die Amerikaner diesen helfen, militärische Fakten zu schaffen. Stattdessen bestätigt Trumps ziellose Strategie beide Kriegsgegner in dem Glauben, dass die Zeit für sie spielt. Sie suchen die Eskalation, bevor sie die Erschöpfung möglicherweise in eine Waffenruhe zwingt. Eine Lösung der entscheidenden Fragen - Kontrolle des Donbass, Grenzverlauf, Sicherheitsgarantien - ist weit entfernt. Deshalb wird der Krieg weitergehen. Und die Politik der Amerikaner begünstigt sein Wuchern über Osteuropa hinaus: Inzwischen sind die Konflikte in Iran und in der Ukraine eng miteinander verwoben.
Die Übertragung des Drohnenkriegs von Osteuropa auf den Nahen Osten geschieht so direkt, weil die gleichen Kontrahenten aufeinandertreffen: Die Russen versorgen die Iraner nicht nur mit Kampfdrohnen, die sie im Ukraine-Krieg weiterentwickelt haben. Sie stellen ihnen höchstwahrscheinlich auch Satellitenbilder zur Verfügung, um amerikanische Radare und Basen zu treffen. Selenskyj wiederum hat das Know-how der ukrainischen Armee den Golfstaaten rasch zur Verfügung gestellt.»