Neues aus der Wirtschaft am Sonntag

Ein Schild mit dem Saturn-Logo ist an der Hausfassade des Elektronikmarktes am Berliner Alexanderplatz angebracht. Foto: Monika Skolimowska/dpa
Ein Schild mit dem Saturn-Logo ist an der Hausfassade des Elektronikmarktes am Berliner Alexanderplatz angebracht. Foto: Monika Skolimowska/dpa

Saturn schrumpft: Media Markt übernimmt immer mehr Filialen

DÜSSELDORF: Aus Saturn wird Media Markt: In einigen deutschen Städten werden Kunden beim Einkaufen in diesen Tagen überrascht. Wo kürzlich noch eine Filiale von Saturn zu finden war, prangt ein rotes Media-Markt-Schild. Zahlreiche Filialen sind bereits umgewandelt. Vor einigen Jahren gab es in Deutschland noch etwa 150 Saturn-Märkte. Im Herbst 2024 waren es nach Angaben von Ceconomy, dem Mutterkonzern der beiden Ketten, nur noch 87. Seit Anfang dieses Jahres ist Media Markt in 14 weitere Saturn-Standorte eingezogen, sagt eine Sprecherin. Weitere werden folgen. Die Zahl der Media-Markt-Filialen ist inzwischen auf mehr als 300 gestiegen. Ceconomy begründet die Entwicklung damit, dass die Kunden immer weniger zwischen den beiden Marken unterscheiden.


Rund jeder Siebte zahlt mehr als halben Monatslohn für Miete

BERLIN: Bei 15 Prozent der Menschen in Deutschland geht einer Umfrage zufolge jeden Monat mehr als die Hälfte ihres Nettolohns für die Miete drauf. Drei Prozent der Befragten zahlen sogar mehr als 70 Prozent für die Miete. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der dpa. Daran nahmen mehr als 4000 Menschen teil, knapp 2400 davon waren Mieter. Auch das andere Ende der Skala wurde abgefragt: Nur 8 Prozent der Menschen geben für die Miete weniger als 20 Prozent ihres Nettolohns aus. Fast die Hälfte der Befragten zahlt zwischen 20 und 39 Prozent für die Miete.


Wegner stellt Zukunft des Deutschlandtickets in Frage

BERLIN: Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner stellt die Zukunft des Deutschlandtickets in Frage. Es sei «gut gemeint, aber teuer für den Bund und die Länder», sagte der CDU-Politiker dem «Handelsblatt». «Solche Wohltaten des Bundes, die dann zu einem großen Teil von den Ländern finanziert werden müssen, können wir uns nicht mehr leisten», fügte er hinzu. Wie es mit dem Deutschlandticket, mit dem man bundesweit zu einem Preis von 58 Euro im Monat den Nah- und Regionalverkehr nutzen kann, konkret weitergeht, ist Gegenstand von Verhandlungen zwischen Bund und Ländern.


Wo Deutschlands sauberste und dreckigste Autos fahren

FLENSBURG: Wie sauber die Autos auf deutschen Straßen sind, kommt stark darauf an, wo sich diese Straßen befinden. Je nach Zulassungsbezirk reicht die Spanne der Autos mit relativ veralteter Abgastechnik von einem Drittel bis zu einem Zehntel, wie eine Auswertung von Daten des Kraftfahrt-Bundesamtes durch die Nachrichtenagentur dpa zeigt. Den höchsten Anteil von Fahrzeugen, die nach den alten und weniger strengen Abgasnormen Euro 1 bis Euro 4 zugelassen sind, gibt es laut KBA im niedersächsischen Lüchow-Dannenberg. Dort machen sie 33,7 Prozent aus. Dahinter folgen Elbe-Elster und Duisburg Stadt mit 31,7 und 30,7 Prozent.


Deals mit Aktivisten? EU-Kommission wehrt sich gegen Kritik

BRÜSSEL: Die EU-Kommission wehrt sich gegen Medienberichte, wonach die Brüsseler Behörde heimlich Deals mit Umweltaktivisten gemacht haben soll. «Auch wenn es gerade so in manchen Medien behauptet wird: Es gibt keine "geheimen Verträge" zwischen der Europäischen Kommission und NGOs», teilte ein Kommissionssprecher mit. Informationen darüber, wer EU-Mittel bekomme und wie viel, seien auf der Website des Finanztransparenzsystems der Kommission öffentlich zugänglich. Zuvor hatte die «Welt am Sonntag» berichtet, dass die EU-Kommission Umweltverbände für Kampagnen gegen deutsche Unternehmen bezahlt haben soll. Brüsseler Funktionäre und Aktivisten hätten sich bis ins Detail abgestimmt, um die Öffentlichkeit von der Klimapolitik der EU zu überzeugen. Die Zeitung sprach von geheimen Verträgen.


Seltene Erden: Wirtschaftsweise fordert nationale Strategie

BERLIN: Die Wirtschaftsweise Veronika Grimm fordert angesichts drohender Engpässe bei der Versorgung mit seltenen Erden eine umfassende nationale Strategie. Im Gespräch mit dem «Focus» sprach sie sich für eine erweiterte Rolle des Nationalen Sicherheitsrats aus. «Der Bund hat das Problem erkannt und erste Schritte eingeleitet, etwa mit dem Rohstofffonds oder der Nationalen Rohstoffstrategie», sagte Grimm. «Doch die Umsetzung ist oft zu langsam, zu bürokratisch und zu sehr auf einzelne Handlungsfelder konzentriert, obwohl es Teil einer übergreifenden Sicherheitsstrategie sein müsste.»


Bundesbank-Präsident: EZB kann sich bei Zinsen Zeit lassen

FRANKFURT/MAIN: Nach der jüngsten Zinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) plädiert Bundesbank-Präsident Joachim Nagel für ein Abwarten. Die vergangene Zinssenkung der EZB sei «angemessen» gewesen, sagte Nagel dem Deutschlandfunk. Man sei jetzt im neutralen Bereich angekommen. Nun könne man sich Zeit nehmen und erst mal die Situation anschauen. «Wir haben jetzt hier die maximale Flexibilität auf diesem Zinsniveau.» Mit den Aussagen von Nagel verdichten sich die Signale für eine Pause der EZB, die am Donnerstag die Leitzinsen zum achten Mal seit Juni 2024 gesenkt hat.

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