Neues aus der Wirtschaft am Montag

Fotomontage: DER FARANG
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Eurokurs gefallen - EZB-Referenzkurs: 1,1415 US-Dollar

FRANKFURT/MAIN: Der Euro-Kurs ist gefallen. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1415 (Freitag: 1,1448) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8760 (0,8735) Euro.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,85538 (0,85720) britische Pfund, 185,31 (184,48) japanische Yen und 0,9201 (0,9190) Schweizer Franken fest.


Auftragseingang legt stärker als erwartet zu

WIESBADEN: Hoffnungsschimmer für die angeschlagene deutsche Industrie: Nach dem Rückschlag im April hat der Auftragseingang im Mai wieder zugelegt. Der Anstieg fiel zudem deutlich höher aus als von Experten erwartet. Die Aufträge stiegen im Mai im Vergleich zum Vormonat saison- und kalenderbereinigt um 1,9 Prozent, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Montag in Wiesbaden mitteilte. Von Bloomberg befragte Volkswirte hatten lediglich mit einem Plus von 1,1 Prozent gerechnet. Allerdings machten die Aufträge den Rückgang aus dem Vormonat nicht wett. Im April waren die Aufträge um revidierte 3,2 Prozent gesunken. In einer ersten Schätzung war noch ein Rückgang um 3,8 Prozent ermittelt worden.


Reiche will bei Gaskraftwerken mehr Chancen für Nord und Ost

BERLIN: Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) will im Streit um eine Benachteiligung beim Bau neuer Gaskraftwerke auf den Norden und Osten zugehen. Der sogenannte Südbonus für südlichere Bundesländer soll nicht mehr in der bisherigen Form gelten - das zeichnet sich in den Gesetzesplänen zur Sicherung der Stromversorgung ab. Geplant sind Verbesserungen zugunsten von Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen. Darauf deutet ein Änderungsantrag der schwarz-roten Koalition hin, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.


Robert Habeck wird Berater bei Investmentgesellschaft

BERLIN/KOPENHAGEN: Gut eineinhalb Jahre nach dem Bruch der Ampel-Koalition heuert Ex-Vizekanzler Robert Habeck (Grüne) bei der dänischen Investmentgesellschaft Urban Partners an. Der Stadtentwicklungsinvestor mit Hauptsitz in Kopenhagen gab bekannt, dass der frühere Wirtschaftsminister ab 1. August als Senior Advisor in das Unternehmen eintreten werde. In dieser Funktion solle Habeck helfen, die Forschungsaktivitäten der Firma voranzutreiben, besonders in den Bereichen Stadtentwicklung und der Frage, wie privates Kapital den Ausbau von bezahlbarem Wohnraum in schnell wachsenden städtischen Gebieten unterstützen könne.


Temu, Shein und Co. steigern Marktanteil auf Rekordwert

BERLIN: Asiatische Shoppingplattformen gewinnen in Deutschland weiter an Bedeutung. Auf Anbieter wie Temu, Shein und AliExpress entfielen im zweiten Quartal hierzulande 5,3 Prozent der Onlinehandelsumsätze - ein Rekordwert. Das berichtet der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland (Bevh). Zwischen April und Juni steigerten die Portale ihre Umsätze im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um mehr als 20 Prozent auf gut 1,1 Milliarden Euro. Der Gesamtmarkt wuchs hingegen lediglich um 5,1 Prozent. Besonders stark sind die Anbieter laut Verband im Online-Modehandel. In diesem Bereich entfielen inzwischen mehr als 16 Prozent aller Bestellungen auf Temu und Co.


Mehr als jeder Zweite gegen geplante Job-Befristungen

BERLIN: Mehr als die Hälfte der Deutschen ist gegen die von der Koalition geplante Ausweitung der sachgrundlosen Befristung bei Einstellungen. In einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur lehnen die Reform insgesamt 54 Prozent ab, 26 Prozent befürworten sie. 33 Prozent der Befragten lehnen die Pläne «voll und ganz ab», weitere 21 Prozent «eher». 8 Prozent befürworten die Reform «voll und ganz», weitere 18 Prozent «eher». 19 Prozent machten keine Angabe oder waren unentschieden.


Wohnungswirtschaft: Neubau droht der «Kollaps»

BERLIN: Die Wohnungswirtschaft erwartet für dieses Jahr noch weniger Neubau als 2025. «Im laufenden Jahr 2026 dürften in Deutschland nur noch rund 200.000 Wohnungen fertiggestellt werden, bei einem Neubaubedarf von rund 320.000 pro Jahr», erklärte derBundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen GdW in Berlin. 2025 waren nach Angaben des Statistischen Bundesamts 206.600 Wohnungen gebaut worden, ein Rückgang um 18 Prozent oder 45.400 Wohnungen im Vergleich zum Vorjahr. Der Abwärtstrend hält nach Einschätzung des GdW wegen hoher Bau- und Finanzierungskosten an.


Verkehrsbranche sucht Zehntausende neue Bus- und Bahnfahrer

KÖLN/BERLIN: Was den Fahrermangel angeht, können die Verkehrsunternehmen und ihre Fahrgäste derzeit etwas durchatmen - doch in den kommenden Jahren dürfte sich das Problem wieder verschärfen. Weil derzeit in vielen Branchen aus konjunkturellen Gründen in großem Umfang Arbeitsplätze abgebaut würden, könnten die Unternehmen derzeit viele neue Fahrerinnen und Fahrer als Quereinsteiger einstellen, teilte der Präsident des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), Ingo Wortmann, der Deutschen Presse-Agentur mit. Die Verkehrsunternehmen bekämen ihren Personalbedarf derzeit daher vielfach gedeckt, betont er. Doch das sei nur eine Atempause. Die Herausforderungen durch den demografischen Wandel blieben hoch.


CDU-Arbeitnehmerflügel gegen erschwerte Krankmeldungen

BERLIN: Die Pläne der schwarz-roten Koalitionsspitzen für erschwerte Krankmeldungen im Job stoßen auch beim CDU-Arbeitnehmerflügel auf Kritik. Der Vize-Vorsitzende der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft, Christian Bäumler, sagte dem «Tagesspiegel»: «Die Koalition muss dieses völlig unnötige Thema schnell abräumen.» Die meisten Menschen, mit denen er darüber gesprochen habe, seien entsetzt von der angekündigten Pflicht zu einer Krankschreibung an Tag eins. «Es gibt einen Riesen-Unmut darüber.»

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