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Fotomontage: DER FARANG
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Nach U-Boot-Deal: Aktie von südkoreanischem Schiffbauer bricht ein

SEOUL: Nachdem Hanwha Ocean einen historischen U-Boot-Auftrag aus Kanada an den Kieler Schiffbauer TKMS verloren hat, sitzt die Enttäuschung tief. Auch Südkoreas Präsident meldete sich zu Wort.

Der Aktienkurs des südkoreanischen Schiffbauers Hanhwa Ocean ist um fast 24 Prozent eingebrochen, nachdem das Unternehmen einen milliardenschweren Auftrag aus Kanada an den Kieler Marineschiffbauer TKMS verloren hatte. Wie Kanadas Premierminister Mark Carney in Halifax mitteilte, soll TKMS bis zu zwölf U-Boote nach Nordamerika liefern. Laut Medienberichten handelt es sich - Wartung und Betrieb eingerechnet - um ein Auftragsvolumen von 100 Milliarden kanadischen Dollar (rund 62 Mrd. Euro) über einen Zeitraum von mehreren Jahrzehnten.

Beim südkoreanischen Wettbewerber sitzt die Enttäuschung dementsprechend tief. «Trotz aller Anstrengungen (...) konnten wir die Barriere, die das Nato-Bündnis darstellt, nicht überwinden», erklärte Hanwha Ocean in einer ersten Stellungnahme, die darauf hindeutet, dass man die Wahl der kanadischen Regierung auch als strategische Entscheidung deutet. Südkorea ist im Gegensatz zu Deutschland kein vollwertiges Nato-Mitglied, gilt jedoch als wichtiges Partnerland der Militärallianz im Indopazifik.

Auch Südkoreas Präsident Lee Jae Myung, der in Ankara erstmals an einem Nato-Gipfel teilnimmt, hat sich nach Bekanntgabe der Entscheidung zu Wort gemeldet. «Unsere U-Boote haben ihre herausragende Leistungsfähigkeit und technologische Stärke im fairen Wettbewerb mit den führenden U-Boot-Nationen der Welt unter Beweis gestellt», schrieb Lee auf seinem Facebook-Account. Zwar habe man nicht das gewünschte Resultat erzielen können, jedoch wertvolle Erfahrungen gesammelt, um die eigene Wettbewerbsfähigkeit zu stärken, so Lee weiter.

Südkoreas amtliche Nachrichtenagentur Yonhap zitierte zudem einen anonymen Vertreter der südkoreanischen Rüstungsindustrie, der betont, dass sich Hanhwa Ocean einst auf Grundlage deutscher U-Boot-Technologie entwickelt habe. Inzwischen habe das südkoreanische Unternehmen jedoch ein Niveau erreicht, auf dem man auch mit Deutschland konkurrieren könne. Tatsächlich hat Südkorea in den 1980ern und 90ern zunächst deutsche U-Boote gebaut, ehe es später seine eigenen Modelle entwickelt hat.

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