Neues aus der Raumfahrt am Montag

Foto: Pixabay
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Sonde «Solar Orbiter» liefert erste Filme von Sonneneruptionen

DARMSTADT: Die Weltraumsonde «Solar Orbiter» hat bei ihrer Mission erste Filme von Partikeleruptionen aus der Sonnenatmosphäre aufgenommen. Einige dieser Eruptionen seien von mehreren Instrumenten an Bord bei einem Vorbeiflug an der Sonne nachgewiesen worden, teilte die die europäische Weltraumbehörde Esa am Montag mit. Die vom Esa-Missionsbetrieb im Kontrollzentrum in Darmstadt gesteuerte Sonde habe die Filme im Februar bei einem nahen Vorbeiflug von der Erde aus hinter der Sonne aufgenommen. Daher habe das Übertragen der Daten so lange gebraucht. Die wissenschaftliche Hauptmission von «Solar Orbiter» solle im November starten.

Partikeleruptionen schießen ins All und können das sogenannte Weltraumwetter beeinflussen: Bei Planeten mit Atmosphäre können die Teilchen der Esa zufolge Polarlichter auslösen. Sie können aber auch zu technischen Problemen führen, wie dem Ausfall von Navigationssystemen oder Schäden an Satelliten.

Die rund 1,5 Milliarden Euro teure Mission der Esa und der US-Raumfahrtbehörde Nasa war im Februar 2020 von Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida gestartet. An Bord des 1,8 Tonnen schweren Orbiters sind zehn wissenschaftliche Instrumente. Forscher erhoffen sich neue Erkenntnisse über die Sonne und das Magnetfeld. «Solar Orbiter» soll bis auf 42 Millionen Kilometer an die Sonne heranfliegen.


China plant Cargoflug zu künftiger Raumstation

PEKING: China bereitet einen Frachtflug zum Kernmodul seiner künftigen Raumstation vor. Die Rakete vom Typ «Langer Marsch 7» wurde auf die Startrampe des Raumfahrtbahnhofs Wenchang auf der Insel Hainan in Südchina gebracht. Die Zeitung «China Daily» berichtete am Montag, der Start des Raumschiffes «Tianzhou 2» (Himmlisches Schiff) werde «in den nächsten Tagen» erfolgen. US-Experten rechnen am Donnerstag damit.

Der Cargoflug ist der zweite von insgesamt elf Flügen, mit denen China seine eigene Raumstation bis Ende 2022 fertigstellen will. «Tianzhou 2» soll Versorgungsgüter und Treibstoff zu dem Kernmodul «Tianhe» (Himmlische Harmonie) bringen, das am 29. April ins All gebracht worden war. Das 10,5 Meter lange und 3,35 Meter breite Raumschiff kann 6,5 Tonnen transportieren.

Die Mission ist eine Vorbereitung für den Flug von drei Astronauten im Juni an Bord von «Shenzhou 12». Sie sollen vom Raumfahrtbahnhof «Jiuquan» in der Wüste Gobi starten und drei Monate an Bord von «Tianhe» bleiben. Das Flugprogramm ist eng getaktet: Im September soll ein weiterer Versorgungsflug starten und im Oktober werden drei weitere Astronauten folgen, wie das Raumfahrtprogramm mitteilte.

Um die Raumstation fertig zu bauen, werden noch zwei jeweils gut 20 Tonnen schwere Labormodule ins All gebracht, die t-förmig an das Kernmodul anmontiert werden. Im nächsten Jahr sind zusätzlich noch zwei weitere Frachtflüge sowie zwei bemannte Missionen geplant.

Wenn die internationale Raumstation ISS in den nächsten Jahren wie geplant seine Dienst einstellen wird, wäre China damit das einzige Land, das noch einen ständigen Außenposten im All betreibt. Die junge Raumfahrtnation verfolgt ehrgeizige Ziele im All: Erst am Samstag war China erstmals eine Landung auf dem Mars gelungen.


Raketenbauer ArianeGroup: Zwei Verträge für europäische Trägerrakete

PARIS: Die Entwicklung eines neuen und kostengünstigeren Raketen-Triebwerks in Europa geht in die nächste Runde. Der Raketen-Hersteller ArianeGroup hat von der Europäischen Weltraumorganisation Esa einen neuen Auftrag in Höhe von 135 Millionen Euro erhalten, um die Entwicklung des Projekt «Prometheus» für ein wiederverwendbares Triebwerk voranzutreiben, wie die ArianeGroup am Montag mitteilte.

Geplant ist nun zum Beispiel die Entwicklung einer verbesserten Version des Triebwerks mit einem Schub von 120 Tonnen. Aktuell sind es 100 Tonnen. Außerdem ist eine Flüssigwasserstoff-Version vorgesehen. Diese Prometheus-Version könnte ab 2025 auf einer Weiterentwicklung der neuen europäischen Trägerrakete Ariane 6 eingesetzt werden, so ArianeGroup.

Die bei Prometheus eingesetzte Schubkontrolle ebne den Weg für wiederverwendbare Triebwerke, erklärte ArianeGroup-Chef André-Hubert Roussel laut Mitteilung. Ziel sei es außerdem, die europäischen Trägerraketen noch wettbewerbsfähiger und umweltfreundlicher zu machen. Die Produktionskosten bei einem Schub von 100 Tonnen belaufen sich dem Raketenhersteller zufolge auf ein Zehntel der Kosten eines aktuellen Vulcain2-Triebwerks bei der Ariane 5.

Die ArianeGroup hat mit der Esa außerdem einen Vertrag in Höhe von 14,6 Millionen Euro für künftige Entwicklungen von Raketenstufen aus leichten Verbundwerkstoffen unterzeichnet. Mit dem sogenannten Phoebus-Programm soll die Reduzierung der Fertigungskosten und des Gewichts der Ariane-6-Oberstufe ermöglicht werden. Die künftige Raketenoberstufe aus Kohlenstoff-Verbundmaterial ist leichter als die aktuelle Stufe aus Metall und soll die Wettbewerbsfähigkeit der Ariane 6 steigern.

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