Neues aus dem Ausland am Samstag

Neues aus dem Ausland am Samstag

Mordanklage nach Tod von Mädchen in Liverpool

LIVERPOOL: Im Fall des zuhause erschossenen neun Jahre alten Mädchens aus Liverpool ist ein 34-Jähriger wegen Mordes angeklagt worden. Das teilte die Polizei am Samstagabend mit, nachdem der Verdächtige am Donnerstag festgenommen wurde.

Der Vorfall Ende August hatte in ganz Großbritannien für Entsetzen gesorgt. Berichten zufolge wurde das Mädchen zufällig zum Opfer, als seine Mutter die Tür öffnete, um nach der Ursache für den Lärm auf der Straße zu sehen. Ein 35-jähriger Mann drängte sich daraufhin ins Haus, um sich vor seinem bewaffneten Verfolger zu retten. Der feuerte mehrere Schüsse durch die halbgeöffnete Tür in den Hausflur und traf das Mädchen tödlich. Die 46 Jahre alte Mutter wurde am Handgelenk verletzt.

Es handelte sich nach ersten Erkenntnissen vermutlich um einen Bandenkrieg in der Liverpooler Unterwelt.


UN: Seit sechs Jahren im Iran festgehaltener US-Amerikaner kommt frei

NEW YORK: Ein seit rund sechs Jahren im Iran festgehaltener US-Amerikaner kommt nach Angaben der Vereinten Nationen frei. Der 85-Jährige dürfe für eine medizinische Behandlung ins Ausland reisen, teilte ein UN-Sprecher am Samstag (Ortszeit) in New York mit. Auch sein Sohn sei aus der Haft im Iran entlassen worden, beides sei auf Bitten von UN-Generalsekretär António Guterres geschehen. Weitere Details wurden zunächst nicht mitgeteilt.

Iranischen Medienberichten zufolge handelte es sich bei der Aktion um einen Gefangenenaustausch. Nach Angaben der regierungsnahen Nachrichtenagentur Tasnim sollen gleichzeitig mit der Freilassung von Gefangenen auf beiden Seiten auch eingefrorene iranische Gelder in Milliardenhöhe freigegeben werden. Der Bericht wurde von offizieller iranischer Seite zunächst nicht bestätigt.


Hurrikan «Orlene» zieht auf Mexikos Pazifikküste zu

MANZANILLO: Der Tropensturm «Orlene» hat Hurrikanstärke erreicht und zieht auf die mexikanische Pazifikküste zu. Das Zentrum des Hurrikans der Kategorie 1 lag am Samstag rund 340 Kilometer südwestlich von Cabo Corrientes im Bundesstaat Jalisco, wie das US-Hurrikanzentrum mitteilte. Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 120 Kilometern pro Stunde bewegte sich «Orlene» Richtung Norden. Der Hurrikan dürfte zunächst über die Islas Marías hinwegziehen und dann voraussichtlich am Montag auf das Festland treffen. Der mexikanische Wetterdienst warte vor starkem Regen und hohen Wellen in den Bundesstaaten Jalisco, Colima und Nayarit.

Die Hurrikansaison im Pazifik dauert vom 15. Mai bis zum 30. November und im Atlantik vom 1. Juni bis zum 30. November. Im vergangenen Jahr wurden im östlichen Pazifik 19 Hurrikans und Tropenstürme registriert, im Atlantik gab es 21 tropische Wirbelstürme.


Iran meldet erneut Raketenangriffe auf Kurden-Stützpunkte in Nordirak

TEHERAN: Die iranischen Revolutionsgarden (IRGC) haben erneut Stützpunkte kurdischer Separatistengruppen im benachbarten Nordirak angegriffen. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Tasnim haben die Revolutionsgarden bei den Angriffen am Samstag - den vierten innerhalb einer Woche - über 70 Raketen und Dutzende von Drohnen eingesetzt. Die Garden rechtfertigten die Angriffe als «legitime Reaktion» auf Angriffe kurdischer Terrorgruppen auf iranische Militärbasen im Grenzgebiet.

Der Iran hatte zuvor einigen kurdischen Gruppen auch vorgeworfen, an den regierungskritischen Protesten der vergangenen Tage im Iran beteiligt gewesen zu sein, auch mit Waffenlieferungen an Demonstranten.


Vorgezogene Parlamentswahl in Bulgarien

SOFIA: Bulgarien wählt an diesem Sonntag zum vierten Mal in eineinhalb Jahren ein neues Parlament. Die Abstimmung wurde notwendig, weil die liberal-sozialistische Koalitionsregierung von Ministerpräsident Kiril Petkow (PP) durch ein Misstrauensvotum im Juni gestürzt worden war. Jetzt sind 6,6 Millionen Stimmberechtigte aufgerufen, 240 Volksvertreter unter Kandidaten aus 28 Parteien und Bündnissen zu wählen.

Meinungsforscher sahen die zuletzt regierende Partei PP («Wir führen den Wandel fort») jetzt auf Platz zwei mit gut 16 Prozent der Stimmen. Die bürgerliche GERB des langjährigen Ministerpräsidenten Boiko Borissow dürfte Umfragen zufolge die Wahl mit bis zu gut 25 Prozent gewinnen. Borissow wurde im April 2021 nach Vorwürfen der Korruption aus den Reihen des Gegenlagers abgewählt.

Bis zu acht teils zerstrittene Parteien könnten dank des Verhältniswahlrechts in das neu gewählte Parlament einziehen. Die vielen bei Umfragen unentschiedenen Wähler könnten Soziologen zufolge die prognostizierten Ergebnisse verändern.


Bosnien-Herzegowina wählt Parlamente und Präsidenten

SARAJEVO: Rund 3,3 Millionen Bürger in Bosnien-Herzegowina wählen am Sonntag die dreiköpfige Staatsspitze.

Daneben bestimmen sie das Bundesparlament und die Parlamente in den beiden weitgehend selbstständigen Landesteilen. Das kleine Balkanland leidet unter den Gegensätzen zwischen den Nationalparteien der muslimischen Bosniern (etwa die Hälfte der Bevölkerung), orthodoxen Serben (ein Drittel) und katholischen Kroaten (15 Prozent). Der serbische Landesteil strebt unter seiner gegenwärtigen Führung die Abspaltung von Bosnien an. Die Wahllokale öffnen um 7.00 Uhr und schließen um 19.00 Uhr. Mit ersten Ergebnissen wird nicht vor Mitternacht gerechnet.


Bundestagsabgeordnete zu Besuch in Taiwan eingetroffen

TAIPEH: Eine Delegation von Bundestagsabgeordneten ist am Sonntag zu einem Besuch in Taiwan eingetroffen. Die Gruppe von sechs Abgeordneten, die vom CDU-Politiker Klaus-Peter Willsch geleitet wird, will sich ein Bild von der Sicherheitslage sowie der wirtschaftlichen und politischen Entwicklung in Taiwan machen.

Die Parlamentarier werden ranghoch empfangen: Treffen sind unter anderem mit Präsidentin Tsai Ing-wen, dem Parlamentschef und Außenminister geplant. Die Visite könnte zu Irritationen mit Peking führen, da Chinas Führung die demokratische Inselrepublik als Teil der Volksrepublik ansieht und offizielle Kontakte anderer Länder zu Taipeh ablehnt.

Die Spannungen hatten sich jüngst verschärft. Aus Verärgerung über den Besuch der US-Spitzenpolitikerin Nancy Pelosi hatte Peking großangelegte Manöver gestartet. Die Nummer Drei der USA war die höchste Besucherin aus Washington seit einem Vierteljahrhundert. Mit verstärkten Einsätzen von Kriegsschiffen und Flugzeugen hält Peking seither den Druck auf Taiwan aufrecht.


Tesla bekommt «Verschlossene Auster» für Umgang mit Medien

HAMBURG: Der Autohersteller Tesla ist mit dem Negativ-Preis «Verschlossene Auster» der Journalistenvereinigung Netzwerk Recherche bedacht worden. Als Grund nannte die Vereinigung am Samstag das «intransparente Verhalten von Tesla gegenüber Medien und Öffentlichkeit». Beispiele dafür seien die Verhinderung von Berichterstattung durch selektive Auswahl von Berichterstattern und das Nichtbeantworten von Presseanfragen, hieß es in einer Mitteilung. Das Unternehmen äußerte sich dazu gegenüber der Deutschen Presse-Agentur nicht.

Auf eine Einladung der Journalistenvereinigung an Tesla, den Preis entgegenzunehmen und eine Dankes- beziehungsweise Gegenrede zu halten, habe es keine Reaktion gegeben, hieß es bei der Verleihung in Hamburg, die im Livestream übertragen wurde.

Tesla hat im März eine Fabrik in Grünheide bei Berlin eröffnet, in der seitdem Elektroautos produziert werden. Seine Presseabteilung in den USA hat Tesla aufgelöst.

Mit dem Negativ-Preis zeichnet das Netzwerk Recherche seit 2002 Personen und Institutionen aus. Frühere Preisträger waren zum Beispiel der ADAC, die katholische Kirche, Facebook, Aldi, die Fifa, die bayerische Staatsregierung und Kreml-Herrscher Wladimir Putin.


Angebliche Frauenverschwörung sorgt bei Frankreichs Grünen für Wirbel

PARIS: Bei Frankreichs Grünen gibt es Wirbel, weil der Rücktritt von Generalsekretär Julien Bayou mit einem möglichen Komplott von Feministinnen in der Partei in Zusammenhang gebracht wird. Wie die Zeitung «Libération» am Samstag berichtete, sollen die Aktivistinnen für Frauenrechte - darunter mehrere Ex-Geliebte Bayous - den Politiker bereits seit 2019 im Visier gehabt haben, um belastendes Material gegen ihn zu sammeln. Der Politiker soll demnach Affären mit jüngeren Frauen in der Partei gehabt haben, die er später herzlos abserviert haben soll. Nach der Veröffentlichung des «Libération»-Berichts kam die Parteileitung der Grünen am Samstag zu einer Krisensitzung zusammen, berichteten mehrere Medien.

Bayou war am vergangenen Montag nach dem Vorwurf der psychischen Misshandlung einer Ex-Partnerin von seinen Spitzenämtern zurückgetreten. Zugleich erklärte er, er habe sich nichts vorzuwerfen. Solange die Vorwürfe nicht konkret benannt würden, könne er sich nicht verteidigen. Er trat unter dem Druck der Anschuldigungen als Generalsekretär der Partei Europe Ecologie-les Verts (EELV) sowie als Fraktionsvorsitzender im Parlament zurück.

Der Vorwurf, dass Bayou seine Ex-Partnerin psychisch fertig gemacht haben soll, war zunächst parteiintern von einer Ansprechstelle für sexuelle Belästigung aufgegriffen worden, ohne dass der Politiker selber um Stellungnahme gebeten wurde. Vor zwei Wochen machte eine Parteikollegin die Anschuldigung im Fernsehen öffentlich. Juristisch sind die Vorwürfe demnach nicht relevant.

Der «Libération»-Bericht, der sich auf die Befragung zahlreicher Beteiligter sowie Whatsapp- und Mail-Nachrichten stützt, sorgte parteiintern für Wirbel. «Das ist das Delirium. Feminismus ist keine Inquisition. Es ist an der Zeit, jetzt miteinander zu reden, bevor es zu spät ist!», twitterte die Europaabgeordnete Karima Delli. Die Abgeordnete Eva Joly, die ebenfalls für Frankreichs Grüne im EU-Parlament sitzt, meinte, der Zweck heilige nicht die Mittel. «Diese Handlungen außerhalb jeglichen Rahmens schaden der Sache, die sie vorantreiben sollen, und sind gefährlich für diejenigen, die man angeblich schützen will.»


Tausende bei Demonstration im Irak - Verletzte nach Zusammenstößen

BAGDAD: Drei Jahre nach Beginn der Massenproteste gegen die Regierung und Korruption im Land sind erneut Tausende Iraker auf die Straße gegangen. Bei Zusammenstößen mit Sicherheitskräften wurden dabei mindestens neun Zivilisten und 19 Sicherheitskräfte verletzt, wie die staatliche Nachrichtenagentur INA unter Berufung auf die irakischen Sicherheitskräfte am Samstag meldete. Demonstranten hätten unter anderem Steine und Molotow-Cocktails auf die Sicherheitskräfte geworfen. Diese setzten Augenzeugen zufolge Tränengas gegen Dutzende Demonstranten ein, die versucht hatten, Absperrungen zu überwinden.

Am 1. Oktober 2019 waren Massenproteste gegen die politische Führung des Landes und die schlechte Wirtschaftslage ausgebrochen. Dabei kamen Hunderte ums Leben, Zehntausende wurden verletzt.

Bei dem jüngsten Protest forderten die Menschen erneut politische Reformen im Land sowie Strafen für diejenigen, die Schuld am Tod der Demonstranten tragen. Viele hielten Porträts der Toten in den Händen.

Im Irak ringen die rivalisierenden politischen Kräfte seit Monaten miteinander. Seit der Parlamentswahl vor einem Jahr gelang es den Parteien nicht, eine Regierung zu bilden. Die Menschen im Land leiden derweil unter einer Wirtschaftskrise, Inflation und Korruption.


Schwerste Brände im Amazonasgebiet seit über zehn Jahren

BRASÍLIA: Im brasilianischen Amazonasgebiet toben die schwersten Brände seit zwölf Jahren. Im September wurden in der Region 41.282 Feuer registriert, wie das für die Satellitenüberwachung zuständige Institut für Weltraumforschung (Inpe) am Samstag mitteilte. Mehr Brände in einem Monat hatte es zum letzten Mal im September 2012 gegeben.

Von Juni bis Oktober ist in Brasilien Waldbrandsaison. Meist werden zunächst die Bäume gefällt und die abgeholzten Flächen dann in Brand gesteckt, um neue Weideflächen und Ackerland für den Soja-Anbau zu schaffen. Weil der Regenwald im Amazonasgebiet immense Mengen des Klimagases CO2 binden kann, hat er auch für das Weltklima große Bedeutung.

Das Thema Umweltschutz spielt auch bei der Präsidentenwahl am Sonntag eine Rolle. Brasiliens rechter Präsident Jair Bolsonaro sieht das Amazonasgebiet vor allem als wirtschaftliches Potenzial und will weitere Flächen für Landwirtschaft und Bergbau erschließen. Sein Gegenkandidat, Ex-Präsident Luiz Inácio Lula da Silva, hat hingegen versprochen, den Umwelt- und Klimaschutz künftig zu stärken. In den Umfragen liegt Lula deutlich vorn.


Nach Nazi-Vergleich: Kardinal Koch sagt Termine in Deutschland ab

BONN/ROM: Nach den umstrittenen Aussagen mit einem Verweis auf die Nazizeit hat der Schweizer Kurienkardinal Kurt Koch seine Termine für das Wochenende in Deutschland abgesagt. Das bestätigte der Ellwanger Pfarrer Sven van Meegen am Samstag der Deutschen Presse-Agentur. Er habe mit Kochs Büro in Rom telefoniert, nachdem die Äußerungen von Koch publik wurden. Es seien dann noch mehrere Telefonate gefolgt. Schließlich sei die Reise abgesagt worden. Koch hätte unter anderem am Montag eine Messe in Ellwangen halten sollen. Kochs Büro in Rom reagierte am Samstag zunächst nicht auf eine Anfrage.

Koch (72) hatte zuvor in einem Interview mit der «Tagespost» gesagt, es irritiere ihn, wenn nun neben den anerkannten Quellen des katholischen Glaubens auch neue Erkenntnisse hinzugezogen werden sollten, um die Lehre anzupassen. «Denn diese Erscheinung hat es bereits während der nationalsozialistischen Diktatur gegeben, als die sogenannten «Deutschen Christen» Gottes neue Offenbarung in Blut und Boden und im Aufstieg Hitlers gesehen haben.» Die «Deutschen Christen» waren eine protestantische Strömung, die das Christentum an die rassistische Ideologie der Nazis anpassen wollte.

Der Pfarrer van Meegen sagte, er sei sehr überrascht gewesen von den Aussagen Kochs. «Jeder Vergleich mit der Zeit des Nationalsozialismus verbietet sich. Das gilt für alle im In- und Ausland.» Van Meegen sprach von bisher 20 Hass-Mails und Androhungen von Konsequenzen, die ihn bis Samstag erreicht hätten.

Im Rahmen des Reformprozesses Synodaler Weg erörtern die deutschen Katholiken derzeit, ob die katholische Lehre stellenweise weiterentwickelt werden muss. So sei die ablehnende Haltung der Kirche zu Homosexualität im Widerstreit mit wissenschaftlichen Erkenntnissen. Diese müssten berücksichtigt werden, fordern Reformer.


Senats-Stichwahlen : Auszählung läuft

PRAG: In Tschechien ist am Samstag die zweite Runde der Senatswahlen zu Ende gegangen. Die Wahllokale wurden um 14.00 Uhr geschlossen. Mit aussagekräftigen Ergebnissen wird am Abend gerechnet. Hochrechnungen oder Prognosen gibt es nicht. Es zeichnete sich eine geringe Beteiligung zwischen 20 und 30 Prozent ab.

Alle zwei Jahre wird ein Drittel der 81 Sitze im Oberhaus des Parlaments neu besetzt. In 24 Wahlkreisen wurde nun per Stichwahl entschieden, wer in den Senat einzieht. Drei Bewerber hatten bereits in der ersten Runde vor einer Woche die absolute Mehrheit erzielt.

Die populistische Oppositionspartei ANO von Ex-Ministerpräsident Andrej Babis schickte die meisten Kandidaten ins Rennen. Mit Spannung wird erwartet, ob sich Senatspräsident Milos Vystrcil von der Regierungspartei ODS in Jihlava (Iglau) gegen die ANO-Gegenkandidatin Jana Nagyova behaupten kann.

Die Senatoren werden für sechs Jahre gewählt. Der Senat hat ein Mitspracherecht bei der Gesetzgebung und kann Verfassungsänderungen verhindern. Derzeit haben die liberalen und konservativen Regierungsparteien eine Mehrheit in der Kammer.


Bahnstreik - Großteil der Züge steht still

LONDON: Wegen eines großangelegten Streiks sind am Samstag in Großbritannien die meisten Züge in den Bahnhöfen stehen geblieben. Nur rund elf Prozent der üblichen Verbindungen sollten verkehren, wie ein Sonderfahrplan zeigte. In einigen Regionen des Landes fuhren gar keine Bahnen. Im Kampf um höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen wollten Zehntausende Bahn-Beschäftigte verschiedener Betreiber für 24 Stunden ihre Arbeit niederlegen. Erstmals hatten mehrere Bahngewerkschaften gleichzeitig zum Streik aufgerufen. Weitere Streiktage sollen in Kürze folgen. Der Tarifkonflikt läuft seit Monaten, bislang ist noch immer keine Einigung in Sicht.

Teilnehmer des Londoner Marathons, der am Sonntag in der britischen Hauptstadt stattfinden sollte, hatten teilweise Probleme bei ihrer Anreise, wie unter anderem der Sender BBC berichtete. Gleiches galt auch für Mitglieder der konservativen Tory-Partei, deren Parteitag am Sonntag in Birmingham anfangen soll.

Mike Lynch, Generalsekretär der Gewerkschaft Rail, Maritime and Transport Union entschuldigte sich bei der Bevölkerung für die entstandenen Unannehmlichkeiten. «Wir haben auf keinen Fall auf den London Marathon abgezielt, eher auf den Tory-Parteitag, wenn wir ehrlich sind, denn diese Leute sind verantwortlich für die Situation», sagte er der BBC. Die britische Regierung rief die Gewerkschaften auf, ihre Streiks zu überdenken. Die Störungen im Zugverkehr würden Passagiere vom Zugfahren abschrecken, hieß es aus dem Verkehrsministerium.


Somalia: Al-Shabaab tötet zwölf Zivilisten

MOGADISCHU: Bei einem Angriff der Terrormiliz Al-Shabaab im Süden Somalias sind mindestens zwölf Zivilisten getötet worden. Bei den Toten handelt es sich dem Präsidenten der betroffenen Region Gedo, Ahmed Bulle, zufolge um Freiwillige, die mit dem Bau eines Brunnens für die von der Dürre betroffene lokale Bevölkerung beschäftigt waren. Mindestens vier Kenianer seien unter den Toten. Gedo gehört zu den Regionen im Süden Somalias, die von der schlimmsten Dürre seit 40 Jahren betroffen sind.

Al-Shabaab habe bei dem Angriff im Dorf Gariley auch Bagger in Brand gesetzt, sagte Bulle. «Wir kennen das Motiv für diesen schockierenden Angriff der Terroristen nicht», fügte er hinzu.

Die islamistischen Terroristen kontrollieren weite Teile der Region Zentralsomalia sowie den Süden des Landes. Die Terrorgruppe führt häufig Angriffe auf die Zivilbevölkerung durch und zerstört regelmäßig Häuser und Brunnen. Seit mehreren Monaten geht die Regierung in dem Land am Horn von Afrika mit einer militärischen Offensive gegen Al-Shabaab vor. Somalia gehört zu den ärmsten Ländern der Welt.


18 Verletzte bei Explosion - viele Kinder betroffen

GIRONA: Bei einer Explosion bei einem Wissenschaftsfestival im Nordosten Spaniens sind 18 Menschen zum Teil schwerer verletzt worden - darunter zehn Kinder im Alter zwischen drei und 13 Jahren. Der Unfall ereignete sich am späten Freitagabend bei der Vorführung eines Experiments im Haus der Kultur im katalanischen Girona circa 100 Kilometer nordöstlich von Barcelona, wie Medien am Samstag unter Berufung auf die Behörden und auf Krankenhaussprecher berichteten.

Bei einer Vorführung im Rahmen des von der Universität von Girona (UdG) organisierten Festivals sei ein Behälter mit flüssigem Stickstoff vor einem Publikum von 200 bis 300 Menschen explodiert, das vor allem aus Familien bestanden habe, hieß es. Die Betroffenen hätten keine Verbrennungen erlitten. Sie seien aber mehrheitlich von Teilen des explodierten Metallkanisters verletzt worden.

Eine Fünfjährige habe dabei die schlimmsten Verletzungen davongetragen. Sie werde nun neben vier weiteren schwerer verletzten Personen - zwei weiteren Kindern im Alter von zehn und zwölf Jahren, einer 47-Jährigen und einem 31 Jahre alten Mann - in Girona im Krankenhaus behandelt. Die restlichen 13 Verletzten seien zwischen Freitagabend und Samstag aus dem Krankenhaus entlassen worden.

UdG-Sprecher Salvador Martí versicherte, das Experiment mit dem Flüssigstickstoff sei häufiger problemlos durchgeführt worden. Es sei «unverständlich», warum es diesmal zum Unfall gekommen sei. Die katalanische Polizei werde Ermittlungen aufnehmen, teilte Martí mit.


Heftige Ausschreitungen im Südosten des Iran - Mindestens 19 Tote

TEHERAN: Bei gewalttätigen Ausschreitungen im Südosten des Iran sind mindestens 19 Menschen gestorben. Medienangaben zufolge wurden 20 weitere schwer verletzt. Unter den Toten war demnach auch der lokale Geheimdienstchef der Revolutionsgarden (IRGC).

Nach Angaben der IRGC von Samstag griffen «Terror- und Separatistengruppen» während des Freitagsgebets in Sahedan eine Polizeiwache an. Die IRGC haben eigenen Angaben zufolge mehrere Menschen verhaftet, die sie als Terroristen beschrieben. In den sozialen Medien kursierten Berichte, dass der Vorfall im Zusammenhang mit den anhaltenden Protesten stehe. Diese Berichte wurden von den Behörden in Sahedan dementiert.


Lieferwagen mit Migranten verunglückt bei Verfolgungsjagd

BRECLAV: Nach einer Verfolgungsjagd mit der Polizei ist ein Lieferwagen mit 29 Migranten an Bord in Tschechien verunglückt. Sechs Menschen wurden schwer und 15 leicht bis mittelschwer verletzt, wie ein Polizeisprecher am Samstag nach Angaben der Agentur CTK mitteilte. Unter den Verletzten seien auch fünf Kinder. Die Rettungskräfte waren mit einem Großaufgebot vor Ort.

Der Fahrer des Lieferwagens hatte aus der Slowakei kommend bei der Grenzkontrolle am Übergang Lanzhot nicht angehalten. Bei der Verfolgung soll er versucht haben, ein Polizeiauto von der Straße zu drängen. Schließlich verlor er an einer Kreuzung in Breclav die Kontrolle über das Fahrzeug und prallte damit gegen zwei geparkte Autos, ein Verkehrsschild sowie ein Haus.

Die Migranten stammten Medienberichten zufolge aus Syrien. Breclav liegt rund 230 Kilometer südöstlich von Prag. Tschechien hatte am Donnerstag vorübergehend wieder Grenzkontrollen zur Slowakei eingeführt. Begründet wurde dies mit einem Anstieg der illegal einreisenden Migranten auf der sogenannten Balkanroute nach Westeuropa.


US-Richter weist Mexikos Klage gegen Waffenhersteller ab

BOSTON/MEXIKO-STADT: Eine Klage der mexikanischen Regierung gegen US-amerikanische Waffenhersteller ist von einem US-Richter abgewiesen worden. Er verwies am Freitag auf ein US-Gesetz, das diese Unternehmen vor Haftung für den Einsatz ihrer Produkte schützt. Mexikos Regierung verklagte im vergangenen Jahr Hersteller wie Smith & Wesson und Colt sowie einen Waffenhändler im Zusammenhang mit der Verwendung geschmuggelter Waffen aus den USA durch kriminelle Gruppen in dem Land. Sie will gegen das Urteil in Berufung gehen.

Der Bezirksrichter im Bundesstaat Massachusetts ließ Argumente der mexikanischen Regierung nicht gelten, dass in diesem Fall eine Ausnahme vom Protection of Lawful Commerce in Arms Act angemessen wäre. Obwohl das Gericht Sympathie für das Volk von Mexiko empfinde, sei es ans Gesetz gebunden.

Mexiko leidet seit Jahren unter einer Welle der Gewalt. Im vergangenen Jahr wurden in dem lateinamerikanischen Land im Schnitt fast 100 Tötungsdelikte pro Tag registriert. Für den Großteil der Gewalttaten sind kriminelle Banden verantwortlich. Die meisten der im blutigen Drogenkrieg in Mexiko verwendeten Waffen stammen aus den USA. Schätzungen zufolge werden jedes Jahr rund 200.000 Waffen nach Mexiko geschmuggelt. Der Klage zufolge stammten 70 bis 90 Prozent der an Tatorten sichergestellten Waffen aus den USA, während Mexiko selbst strikte Waffengesetze hat.

«Wir werden uns weiter dafür einsetzen, dass der Vertrieb von Waffen verantwortungsvoll, transparent und rechenschaftspflichtig auflaufen muss», hieß es in einer Stellungnahme der Regierung vom Freitag. «Die nachlässige Art und Weise, in der Waffen in den Vereinigten Staaten verkauft werden, macht es Kriminellen leichter, Zugang zu ihnen zu bekommen.»


Palast: Mehr als 50.000 Kondolenzschreiben nach Tod der Queen

LONDON: Der Buckingham-Palast hat nach eigenen Angaben mehr als 50.000 Kondolenzschreiben nach dem Tod von Königin Elizabeth II. erhalten. Allein am Tag nach dem Staatsbegräbnis gingen demnach 6500 Schreiben ein, wie der Palast in der Nacht zum Samstag mitteilte.

Schon vor dem Tod der Queen erreichten den Angaben zufolge pro Woche etwa 1000 Schreiben mit Fragen oder guten Wünschen den Palast. Jeder Brief und jede Karte werde von dem kleinen Korrespondenz-Team aufmerksam gelesen und beantwortet, hieß es in der Mitteilung weiter.

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