BANGKOK: Am Freitag, 13. März 2026 findet in Thailand ein für westliche Besucher eher ungewöhnlicher Feiertag statt: Dann nämlich feiert das Königreich den Nationalen Elefantentag. Mit dem Ehrentag zugunsten der Dickhäuter soll die Öffentlichkeit für die Rettung der grauen Riesen und deren Lebensraum sensibilisiert werden. Denn Elefanten genießen in der thailändischen Gesellschaft einen hohen Stellenwert: Die Tiere sind wichtige Symbole für die Nation und auch für das Königshaus.
Die Initiative für den Nationalen Elefantentag ergriff im Jahr 1998 die thailändische Regierung. Mit dem Feiertag soll das öffentliche Bewusstsein der Bevölkerung für die Bedeutung der Dickhäuter als nationales Symboltier gestärkt werden.
Erste Flagge mit weißem Elefanten
Dass der Feiertag auf den 13. März fällt, ist natürlich kein Zufall, sondern historisch begründet. Das Datum wurde von der Regierung bewusst gewählt, da am 13. März 1855 die erste offizielle Flagge Siams durch König Mongkut (Rama IV.) eingeführt wurde. Sie zeigte einen weißen Elefanten (das königliche Symbol) auf rotem Grund, wodurch die Flagge im Hinblick auf die internationalen Beziehungen einen unverwechselbaren, individuellen Charakter besaß. Sie wurde erst am 28. September 1917 durch die noch heute gültige Variante mit dem Streifendesign ersetzt.
Nationales Symboltier gefährdet
Im Hinblick auf die hohe kulturhistorische Bedeutung von Elefanten ist es umso erstaunlicher, dass der Bestand der Rüsseltiere in Thailand stark gefährdet ist. Nach Angaben der Naturschutzorganisation WWF wird die Zahl wildlebender Elefanten im Königreich auf etwa 2.500 bis 3.200 Tiere geschätzt. Zudem gilt das Land trotz der hohen Verehrung der Tiere immer noch als Umschlagplatz für afrikanisches Elfenbein, auch wenn sich die Lage gemäß WWF bereits verbessert habe. So wird seit einigen Jahren mittels forensischer Tests überprüft, ob das Elfenbein im Land wirklich nur wie erlaubt aus Thailand stammt, was die Strafverfolgung vereinfacht.
Obst-Banketts und Segnungen
Der Nationale Elefantentag ist vor diesen Hintergründen auch als Versuch der Regierung zu bewerten, ein gesellschaftliches Bewusstsein für diese Problematik zu schaffen sowie auf die Gefahren hinzuweisen, die aus der Wilderei und der Zerstörung des natürlichen Lebensraumes der Tiere resultieren.
Auch wenn der Nationale Elefantentag kein arbeitsfreier Tag ist, werden am 13. März in vielen Elefantencamps und Zoos des Landes viele unterhaltsame Veranstaltungen zu Ehren der Dickhäuter ausgerichtet. Im Laufe der Jahre haben sich bei den Feierlichkeiten zwei feste Rituale herausgebildet: Das Besprenkeln der prachtvoll geschmückten Tiere mit geweihtem Wasser durch Mönche und das Füttern der gefräßigen Riesen mit Obst und anderen Elefantenleckereien. So wird z. B. in Ayutthaya jedes Jahr ein opulentes „All-You-Can-Eat-Buffet“ mit Bananen, Mais, Ananas und Melonen für Elefanten angerichtet.