Philippinen laden Chinas Botschafter vor

​Nach Wasserkanonen-Einsatz 

Protest gegen den jüngsten Vorfall mit Wasserkanonen im chinesischen Konsulat in Manila. Foto: epa/Mark R. Cristino
Protest gegen den jüngsten Vorfall mit Wasserkanonen im chinesischen Konsulat in Manila. Foto: epa/Mark R. Cristino

MANILA: Nach dem Beschuss philippinischer Boote mit Wasserkanonen durch Schiffe der chinesischen Küstenwache im Südchinesischen Meer hat die Regierung in Manila Protest eingelegt. Der chinesische Botschafter sei nach dem Vorfall vom Wochenende ins Außenministerium der Philippinen zitiert worden, hieß es in einer Mitteilung am Montag. Dabei habe das Ministerium darauf gedrungen, dass China seine Schiffe auffordere, ihre «illegalen Handlungen gegen philippinische Schiffe einzustellen und legale philippinische Handlungen nicht zu stören».

Der Vorfall ereignete sich demnach am Samstag innerhalb der exklusiven Wirtschaftszone der Philippinen nahe der Second-Thomas-Untiefe, einem unter Wasser gelegenen Riff etwa 200 Kilometer westlich der philippinischen Insel Palawan. Ein kleines Kontingent philippinischer Soldaten ist dort auf einem alten Kriegsschiff - der «BRP Sierra Madre» - stationiert, das 1999 auf Grund gelaufen war und seitdem den Anspruch des Landes auf dieses Gebiet markiert.

Die angegriffenen beiden philippinischen Schiffe hätten Lebensmittel, Wasser und Hilfsgüter für philippinische Soldaten gebracht, die dort stationiert seien, hieß es bereits am Sonntag. Nur eines habe die «BRP Sierra Madre» erreicht, das andere habe umkehren müssen. Es war das zweite Mal seit November 2021, dass die chinesische Küstenwache in dem Gebiet Wasserwerfer gegen eine philippinische Versorgungsmission einsetzte. Auf chinesischer Seite seien sechs Schiffe der chinesischen Küstenwache und zwei Militärschiffe beteiligt gewesen, hieß es von philippinischer Seite.

China reklamiert praktisch das gesamte Südchinesische Meer für sich. Dort beanspruchen auch die Philippinen, Vietnam, Malaysia, Taiwan und Brunei Gebiete. Die USA und Chinas Nachbarn werfen Peking eine zunehmende Militarisierung der Region vor. Der Internationale Schiedsgerichtshof in Den Haag wies Chinas Gebietsansprüche 2016 zurück. Peking ignoriert das Urteil.

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