Mutter bittet: Ermitteln Sie ohne Vorurteile weiter

Todesfall Koh Tao: Michele van Egten weist angeblichen Suizid-Versuch zurück

Mutter und Tochter auf einem Foto aus glücklichen Tagen: Michele van Egten bittet die Behörden Thailands um Fairness und hofft auf Ergebnisse der neuen Ermittlungen auf Koh Tao und Koh Phangan.
Mutter und Tochter auf einem Foto aus glücklichen Tagen: Michele van Egten bittet die Behörden Thailands um Fairness und hofft auf Ergebnisse der neuen Ermittlungen auf Koh Tao und Koh Phangan.

KOH TAO: Noch keine verwertbaren Ermittlungsergebnisse der Spezialeinheit ‚Crime Suppression Divison‘ (CSD) im Todesfall der Belgierin Elise Dallemagne, dafür hat die Polizei Journalisten eine Information zukommen lassen, wonach die 30 jährige Frau bereits Anfang April in Bangkok einen Suizidversuch unternommen haben soll. Die Mutter der am 27. April tot an der Tanote Bay gefundenen jungen Frau richtete heute einen Appell an die Polizeikräfte: „Bitte ermitteln Sie ohne Vorurteile weiter!“

Nach der Zeitung ‚Thairat‘ berichtete auch die Bangkok Post von einem Vorfall, der laut eines Polizeisprechers schon Wochen vor dem Tod einen Selbstmordverdacht genährt haben könnte. Zitiert wird eine Quelle von der Spezialermittlungseinheit, die derzeit auf Koh Tao und Koh Phangan Spuren sichern soll. Es wird behauptet, Elise Dallemagne sei am 4. April entlang von Bahngleisen in der Nähe des Hauptbahnhofes in Bangkok von Sicherheitskräften gerettet worden.

Ob die zum Auffindezeitpunkt als orientierungslos und verstört beschriebene Belgierin damals nur herumirrte oder sich tatsächlich vor einen Zug habe werfen wollen, blieb offen. Elises Mutter, Michele van Egten, weiß von dem Vorfall, auch die belgische Botschaft war damals verständigt worden. „Es gibt keinerlei Hinweise, dass meine Tochter sich dort etwas antun wollte“, sagt Michele van Egten. Sie sei zunächst in ein Krankenhaus gebracht und später auch psychiatrisch untersucht worden.

Laut Angaben der Mutter war Elise van Egten am 4. April dehydriert und verwirrt. Mit dem behandelnden Arzt habe sie nach dem Tod ihrer Tochter in Bangkok gesprochen. Er sagte, sie sei nach vier Tagen als normal entlassen worden und man habe ihr geraten, wegen der medikamentösen Weiterbehandlung einen Doktor im Staatlichen Krankenhaus Suratthani aufzusuchen. Der Psychiater hätte ihr gegenüber nichts von Suizidabsichten erwähnt.

Mutter Elise van Egten kann nachvollziehen, dass man mit der Erklärung einer ‚gestörten jungen Frau‘ die Hitze von diesem mysteriösen Todesfall nehmen wolle. Sie bittet die Polizeikräfte auf Koh Tao und Koh Phangan jedoch, ungeachtet solcher psychologischer Nebenkriegsschauplätze an ihren Ermittlungen festzuhalten. „Wo ist das neben der Leiche meiner Tochter gefundene Mobiltelefon geblieben? Warum soll meine Tochter einen Benzinkanister gestohlen und sich mit einer wo auch immer organiserten Nylonschnur alleine in der Wildnis erhängt haben?“

Michele van Egten sagt, es sei ein großer Unterschied, ob eine aus dem Gleichgewicht geratene Frau an einem Bahnhof herumirre oder ob sie die Willenskraft aufbringe, eiskalt ihren eigenen Tod zu planen und durchzuführen, ohne einen Abschiedsbrief zu hinterlassen und ohne auch nur irgendjemand von solchen Absichten erzählt zu haben. Und das mit einem gültigen Fahrticket nach Bangkok in ihrer Tasche.

„Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass hier noch lange nicht alles ermittelt worden ist, was hätte ermittelt werden sollen“, kritisiert Elise Dallemagnes Mutter. „Ich will wissen, was Ende April auf Koh Tao passiert ist und nicht nur lesen, was das anfängliche Desinteresse der Behörden an diesem Fall beschönigen oder rechtfertigen könnte.“ Michele van Egten, der Vater und die beiden Geschwister von Elise sind sicher: „Sie hätte sich niemals auf diese Art umbringen können…“

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