Mexiko warnt vor humanitärer Krise

Ein Passant geht durch eine Straße in Havanna ohne Strom, während anhaltende Stromausfälle Kuba auch über die Feiertage belasten. Foto: epa/Ernesto Mastrascusa
Ein Passant geht durch eine Straße in Havanna ohne Strom, während anhaltende Stromausfälle Kuba auch über die Feiertage belasten. Foto: epa/Ernesto Mastrascusa

TIJUANA: Mehrstündige Stromausfälle und Engpässe prägen den Alltag in Kuba. Mexikos Präsidentin Sheinbaum warnt: Die Zolldrohung gegen Öllieferanten könnte die sozialistische Karibikinsel schwer treffen.

Nach der US-Zolldrohung gegen Kubas Öllieferanten warnt Mexiko vor einer humanitären Krise großen Ausmaßes auf der sozialistischen Karibikinsel. Gefährdet seien der Betrieb von Krankenhäusern, die Lebensmittelversorgung und weitere grundlegende Dienstleistungen, sagte Präsidentin Claudia Sheinbaum. Die kubanische Bevölkerung befinde sich bereits jetzt in einer schwierigen Lage.

US-Präsident Donald Trump hat Ländern, von denen Kuba sein Öl bezieht, mit Zusatzzöllen gedroht. Mexiko ist einer der größten Öllieferanten des von der Kommunistischen Partei regierten Staates - und zugleich der wichtigste Handelspartner der Vereinigten Staaten. Bereits vor dem US-Militäreinsatz in Venezuela, einem wichtigen Verbündeten Kubas, hatten sich die mexikanischen Erdöllieferungen an die Insel erhöht.

Die mexikanische Regierung werde sich an US-Außenminister Marco Rubio wenden, um die genauen Details von Trumps Verordnung zu erfahren, sagte Sheinbaum in der Grenzstadt Tijuana. «Wir wollen unser Land in Bezug auf die Zölle nicht gefährden». Gleichzeitig wolle man bekräftigen, dass eine humanitäre Krise auf Kuba verhindert werden müsse.

Kuba macht die USA für seine Wirtschaftskrise verantwortlich

Medienberichten zufolge soll Mexiko in den vergangenen Tagen bereits die Öllieferungen nach Kuba auf Druck der USA hin reduziert haben, allerdings gibt es dafür keine offizielle Bestätigung.

Auf Kuba kommt es wegen des maroden Zustands des Stromnetzes und des Erdölmangels immer wieder zu Blackouts. Oft fällt für 12 oder mehr Stunden am Tag der Strom aus. Die Karibikinsel steckt aktuell in einer ihrer schwersten Wirtschaftskrisen seit dem Sieg der Revolution unter Fidel Castro im Jahr 1959.

Überzeugen Sie sich von unserem Online-Abo:
Die Druckausgabe als voll farbiges PDF-Magazin weltweit herunterladen, alle Artikel vollständig lesen, im Archiv stöbern und tagesaktuelle Nachrichten per E-Mail erhalten.
Pflichtfelder
Roman Knöpfel 01.02.26 15:20
Ich frage
sowieso, wieso betrachtet Trump Kuba als nationale Bedrohung der USA? Oder sucht der Donny einfach einen Grund damit er seinem Minister mit kubanischer Abstammung sein Heimatland als Geschenk übergeben kann, indem er ihn quasi als Statthalter installiert.
Thomas Sylten 01.02.26 14:40
Es heißt ja immer, dass die cubanische Regierung die US-Blockade als "Vorwand" für selbstverschuldete Wirtschaftsprobleme nutzt -
dann sollte man einfach die Blockade beenden, damit diese Ausrede nicht mehr zieht und die Cubaner sehen, woran es wirklich liegt.

Das passiert aber nicht - denn die Blockade ist tatsächlich Schuld: In der Zeit des Obama-Tauwetters blühte Cuba sichtlich auf. Genau DAS will die Trump-Regierung (wie auch alle anderen US-Regierungen vor Obama) verhindern, damit das unabhängige cubanische Modell nicht Schule in der Region macht: Denn alle (latein-) amerikanischen Staaten könnten sich ohne die ständige US-Einmischung weit besser entwickeln - mit fairen Handelsbeziehungen erst recht.

Sind Sie bereits Online-Abonnent? Lesen Sie die vollfarbige PDF-Ausgabe DER FARANG.