Kuba verweigert US-Botschaft Diesel

Erneut inselweiter Stromausfall

Autos stehen in Havanna Schlange an einer Tankstelle, während Treibstoffmangel und Versorgungsengpässe die Krise verschärfen. Foto: EPA/Yander Zamora
Autos stehen in Havanna Schlange an einer Tankstelle, während Treibstoffmangel und Versorgungsengpässe die Krise verschärfen. Foto: EPA/Yander Zamora

HAVANNA: Blackouts, knappe Lebensmittel, Müll auf den Straßen: Kuba kämpft mit einer Krise, die das tägliche Leben massiv beeinträchtigt. Das US-Ölembargo macht die Lage noch schlimmer.

Zum zweiten Mal innerhalb einer Woche ist es auf Kuba zu einem inselweiten Stromausfall gekommen. Nach dem Blackout werde unter schwierigen Umständen an der Wiederherstellung der Energieversorgung gearbeitet, teilte Ministerpräsident Manuel Marrero Cruz mit. Bereits am Montag war das Stromnetz in dem wirtschaftlich sehr angeschlagenen sozialistischen Karibikstaat komplett zusammengebrochen.

Auf Kuba ist die veraltete Infrastruktur aufgrund mangelnder Wartung in schlechtem Zustand. Durch ein von US-Präsident Donald Trump verhängtes Ölembargo hat sich die Lage zudem dramatisch verschlechtert. Die Stromversorgung ist von Öl abhängig, und das Land hat seit drei Monaten keine Erdöllieferungen mehr aus dem Ausland erhalten.

Ohne Strom verderben die knappen Lebensmittel

In dem Land mit knapp zehn Millionen Einwohnern verschärfen häufige Stromausfälle und Treibstoffmangel die ohnehin bereits seit Jahren dramatischen Lebensbedingungen der Bevölkerung. Ohne Energie verderben die wenigen verfügbaren Lebensmittel im Kühlschrank. Die Telefon- und Internetverbindung bricht ständig ab. Krankenhäuser müssen ihre Leistungen kürzen. Der Unterricht an Schulen und Universitäten fällt aus. Aufgrund des Kraftstoffmangels sammelt sich der Müll auf den Straßen, weil eine Müllentsorgung nur eingeschränkt möglich ist.

Selbst die US-Botschaft ist von den Stromausfällen betroffen. Die kubanische Regierung hatte zuletzt einem Bericht der «Washington Post» zufolge der US-Vertretung eine Einfuhr von Diesel für Generatoren verweigert. Die Botschaft nehme «schamlos» ein Privileg für sich in Anspruch, das die USA dem kubanischen Volk verwehrten, hieß es.

Washington und Havanna führen vertrauliche Gespräche

Seit der Revolution 1959 unter dem linken Revolutionsführer Fidel Castro sind die Beziehungen zwischen Washington und Havanna angespannt. Die kommunistische Regierung Kubas führt die Wirtschaftskrise des Landes auf das seit mehr als 60 Jahren bestehende Handelsembargo der USA sowie auf das aktuelle Ölembargo zurück.

Schon vor dem US-Militäreinsatz in Venezuela im Januar hatte Präsident Trump eine vollständige Blockade für sanktionierte Öltanker mit Lieferungen von Kubas südamerikanischen Verbündeten angeordnet. Auch durch Zolldrohungen an potenzielle Lieferanten schnitt er Kubas Ölzufuhr ab. Trump versucht, wirtschaftliche und politische Veränderungen auf der Insel zu erzwingen und hat eine Übernahme Kubas durch die USA angedeutet. Zugleich führen Washington und Havanna Gespräche, deren Inhalt nicht bekannt ist. Havanna hat Änderungen an seinem politischen System ausgeschlossen.

Kuba verweigert US-Botschaft Diesel

Der Ölmangel in Kuba verschärft sich zusehends. Solange Millionen Inselbewohner immer wieder im Dunkeln sitzen, will die sozialistische Führung offenbar auch US-Diplomaten das Leben erschweren.

Die Regierung der von einem US-Ölembargo betroffenen Karibikinsel Kuba will einem Bericht zufolge nicht dulden, dass die US-Botschaft in Havanna ihre Generatoren während der anhaltenden Energiekrise mit importiertem Diesel speist. Das kubanische Außenministerium habe der Botschaft eine Einfuhr des Treibstoffs verwehrt, schreibt die «Washington Post». Die diplomatische Vertretung nehme «schamlos» ein Privileg für sich in Anspruch, das die USA dem kubanischen Volk verwehrten, zitierte die Zeitung aus einer übersetzten Fassung des Protestschreibens.

Die rund zehn Millionen Bewohner des sozialistisch regierten Inselstaats leiden seit Jahrzehnten unter Misswirtschaft, Korruption und einem Handelsembargo der USA. Die andauernde Wirtschaftskrise hat Kuba an den Rand des wirtschaftlichen Zusammenbruchs gebracht, die Infrastruktur ist marode, das Elektrizitätsnetz veraltet - weshalb sich jene, die es können, mit Generatoren gegen wiederkehrende Stromausfälle wappnen. Dazu zählt offensichtlich auch das Personal der US-Botschaft in der Hauptstadt Havanna.

Krise hat sich unter Trump verschärft

Die Beziehungen zwischen den USA und Kuba sind seit der Revolution unter Fidel Castros Führung 1959 angespannt und haben sich nach dem Amtsantritt von Präsident Donald Trump nochmals verschlechtert. Der Republikaner ließ die Insel seit Dezember weitgehend vom Zugang zu Erdöl abschneiden, indem er Zolldrohungen gegen Lieferanten aussprach und Importen aus Kubas südamerikanischen Bruderstaat Venezuela einen Riegel vorschob. Für die Stromversorgung ist das autoritär regierte Land aber auf Öl angewiesen.

Laut der «Washington Post» wurden aus den USA nach Kuba verschiffte Treibstoffcontainer für die US-Botschaft nach Ankunft im Hafen von Mariel am Dienstag von den dortigen Behörden aufgehalten. Tags darauf habe die Landesvertretung nach Washington gemeldet, dass sie ihr Personal bei anhaltender Blockade in den kommenden Wochen reduzieren müsse. Schon jetzt seien Botschaftsangestellte in Gruppen statt Einzelunterkünften untergebracht und zur Arbeit im Homeoffice angehalten worden, um Energie zu sparen, berichtete die Zeitung unter Berufung auf eine anonyme Quelle.

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Mary 22.03.26 15:43
Gut
Warum sollten die Amis Diesel kriegen und das Volk nicht??? Sollen das Embargo aufheben. Die Haltung der Kubaner finde ich super - nur traurig für die leidende Bevölkerung. Aber auch da schaut der Westen nur zu.
Laddawan Sukkon 22.03.26 14:40
Irre - das habe ich nicht verstanden ......
Die Amerikaner, Weltselbstprofilierungsneurotiker erster Güte, verhängen ein Ölembargo gegen Kuba. Das dürfte die Kubaner weniger jucken aufgrund von recht guten Beziehungen zu Lateinamerika, vor allem Venezuela (bis zum 3. Januar dieses Jahres jedenfalls).

Aber die diplomatische Vertretung, das Sprechrohr derjenigen, welche ein Embargo ausgesprochen haben, sind jetzt am Weinen, weil die Embargierten nun kein Öl(-produkt) an die Embargoverhänger liefern.

Dass die Amerikaner nicht die hellsten Kerzen auf der Torte sind, ist bekannt aber dieses Geweine lässt noch viel Schlimmeres befürchten. Selten Irrigeres gelesen!
Ingo Kerp 22.03.26 13:00
Über diese Verweigerung der kubanischen Regierung müßte man schon schmunzeln, wenn es für die Menschen der Insel derzeit nicht so traurig wäre.

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