Dritter landesweiter Blackout binnen rund einer Woche

Demonstranten protestieren in Havanna gegen die anhaltenden Stromausfälle. Die täglichen Proteste spiegeln die wachsende Unzufriedenheit in Kuba wider. Foto: Ernesto Mastrascusa/epa
Demonstranten protestieren in Havanna gegen die anhaltenden Stromausfälle. Die täglichen Proteste spiegeln die wachsende Unzufriedenheit in Kuba wider. Foto: Ernesto Mastrascusa/epa

HAVANNA: Die schwere Energiekrise auf Kuba verschärft sich weiter. Nach zwei landesweiten Blackouts in der vergangenen Woche ist das Stromnetz erneut zusammengebrochen.

Zum dritten Mal binnen rund einer Woche ist auf Kuba landesweit der Strom ausgefallen. «Es hat eine vollständige Trennung des Stromsystems gegeben», teilte das Energieministerium auf der Plattform X mit. Die Protokolle zur Wiederherstellung der Stromversorgung seien aktiviert worden.

Später erklärte das Ministerium, eine Störung im Block eines Wärmekraftwerks habe die Trennung des nationalen Stromnetzes ausgelöst. In mehreren Landesteilen werde die Stromversorgung schrittweise wieder aufgebaut. Bereits am Freitag und zuvor am Montag der vergangenen Woche war es auf der Karibikinsel zu landesweiten Blackouts gekommen.

Marode Infrastruktur und US-Ölembargo

Kuba leidet aufgrund der maroden Infrastruktur und eines von den USA seit Monaten verhängten Ölembargos unter einer schweren Energiekrise. Viele der überwiegend jahrzehntealten Wärmekraftwerke sind störanfällig, zudem fehlt es häufig an Treibstoff für die Stromerzeugung. Die Regierung macht dafür unter anderem das US-Handelsembargo und weitere Sanktionen Washingtons verantwortlich.

US-Präsident Donald Trump hatte Ländern, die Öl nach Kuba exportieren, zuletzt im Januar mit Strafzöllen gedroht, woraufhin die Treibstofflieferungen aus dem Ausland nahezu zum Erliegen kamen. Die Insel kann nur einen Teil ihres Ölbedarfs decken. Washington versucht mit verschiedenen Druckmaßnahmen, eine wirtschaftliche und politische Öffnung der Insel nach seinen Vorstellungen zu erzwingen. Erst am Montag setzten die USA unter anderem das für die kubanische Wirtschaft wichtige Tourismusministerium auf eine Sanktionsliste.

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