Merkel und Macron wollen Bewegung in Westbalkan-Konflikt

Bundeskanzlerin Angela Merkel (R) und der französische Staatspräsident Emmanuel Macron sprechen auf einer Pressekonferenz nach ihrem Treffen im Gästehaus der Bundesregierung Schloss Meseberg in Gransee bei Ber... Archivfoto: epa/Christophe Petit Tesson
Bundeskanzlerin Angela Merkel (R) und der französische Staatspräsident Emmanuel Macron sprechen auf einer Pressekonferenz nach ihrem Treffen im Gästehaus der Bundesregierung Schloss Meseberg in Gransee bei Ber... Archivfoto: epa/Christophe Petit Tesson

PARIS/BRÜSSEL: Deutschland und Frankreich wollen einen neuen Anlauf nehmen, um Bewegung in den festgefahrenen Konflikt zwischen Serbien und seinem südlichen Nachbarn Kosovo zu bringen. Auf Initiative des französischen Präsidenten Emmanuel Macron werde am Freitag ein Video-Gipfeltreffen stattfinden, kündigte der Élyséepalast am Montag an. Berlin bestätigte den Termin. «Ziel ist es, die Wiederaufnahme des Dialogs zwischen Serbien und dem Kosovo unter Ägide der Europäischen Union zu unterstützen», sagte Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin.

An dem Gipfel werden nach Angaben des französischen Präsidentenpalasts Macron, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Serbiens Präsident Aleksandar Vucic, der kosovarische Ministerpräsident Avdullah Hoti, der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell und der EU-Sonderbeauftragte für den Westbalkan, Miroslav Lajcak, teilnehmen. Macron wolle zuvor Vucic und Hoti empfangen. Am Sonntag werde Borrell dann Hoti und Vucic in Brüssel empfangen, sagte sein Sprecher am Montag.

Das Verhältnis zwischen Serbien und dem Kosovo ist ungeklärt. Serbien verweigert dem heute fast ausschließlich von Albanern bewohnten Kosovo die Anerkennung, seitdem sich dieses mit Nato-Hilfe 1999 losgelöst und 2008 für unabhängig erklärt hat. Mehr als 100 Länder, darunter Deutschland, erkannten die Unabhängigkeit des Kosovos an. Andere, darunter Russland, China und fünf EU-Länder, tun das bis heute nicht.

Im vergangenen Jahr waren die serbische und die kosovarische Führung auf Initiative von Macron und Merkel in Berlin zusammengekommen. Ein geplantes Folgetreffen in Paris war wegen mangelnder Fortschritte abgesagt worden.

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