MINSK/WASHINGTON: Russland und die USA nähern sich wieder an. Da versucht auch der international isolierte Machthaber von Belarus, in Washington gut Wetter zu machen.
Der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko hat auf Bitten der Vereinigten Staaten einen verurteilten Oppositionellen aus der Haft entlassen, der auch einen US-Pass hat. US-Außenminister Marco Rubio gab die Freilassung eines US-Bürgers bekannt. Lukaschenkos Sprecherin Maria Ejsmont bestätigte in Minsk, dass es sich um Yuri Senkovich (47) handele.
Der Jurist und langjährige Oppositionsaktivist hätte in seiner Heimat Belarus eine elfjährige Haftstrafe wegen angeblicher Umsturz- und Attentatspläne absitzen sollen. Senkovich hat auch die belarussische Staatsbürgerschaft.
USA stolz auf Freilassungen unter Trump
Rubio schrieb im sozialen Netzwerk X, innerhalb von 100 Tagen von Präsident Donald Trump im Amt sei schon «die Freilassung von 47 zu Unrecht inhaftierten Amerikanern erreicht» worden - auch in Russland, Afghanistan und Venezuela.
Der diktatorisch regierende Lukaschenko ist international ähnlich isoliert wie sein engster Verbündeter, Kremlchef Wladimir Putin. Angesichts der Annäherung zwischen Russland und den USA versucht Lukaschenko, mit Gesten wie der Gefangenenfreilassung auch seinen eigenen Draht nach Washington zu verbessern.