Trump will Lukaschenko in USA sehen

Washington lockert Sanktionen, Minsk entlässt acht Gefangene

Belarus Präsident Lukaschenko spricht bei Sitzung des Unionsstaats mit Russland in Moskau über Zusammenarbeit und politische Abstimmungen. Foto: epa/Maxim Shipenkov / Pool
Belarus Präsident Lukaschenko spricht bei Sitzung des Unionsstaats mit Russland in Moskau über Zusammenarbeit und politische Abstimmungen. Foto: epa/Maxim Shipenkov / Pool

MINSK: Die EU straft den belarussischen Machthaber Lukaschenko, Moskaus engsten Verbündeten, mit Isolation. Die USA unter Trump versuchen es mit einer anderen Taktik.

Die US-Führung von Präsident Donald Trump bereitet nach Worten ihres Sondergesandten John Coale einen möglichen Besuch des autoritären belarussischen Staatschefs Alexander Lukaschenko vor. Bei Unterredungen in Minsk sprach Coale mit Lukaschenko über die Kriege im Iran und in der Ukraine sowie über bilaterale Beziehungen, wie die staatliche belarussische Nachrichtenagentur Belta meldete.

«Wir sprachen auch über eine mögliche Reise von Präsident Lukaschenko in die USA», sagte Coale vor Fernsehkameras. Auch ein Telefonat mit Trump sei möglich. US-Sanktionen gegen das belarussische Finanzministerium, zwei Banken sowie zwei Düngemittelhersteller würden aufgehoben. Anders als die EU, die Lukaschenko wegen seiner Menschenrechtsverstöße isoliert hat, setzen die USA auf Fortschritte durch direkte Kontakte nach Minsk.

Acht Polithäftlinge kommen frei

Beim mittlerweile dritten Besuch des US-Vertreters ließ Lukaschenko erneut politische Gefangene frei. Zu den acht Freigelassenen zähle die Fernsehjournalistin Jekaterina Andrejewa, berichtete das oppositionelle belarussische Portal «Nascha Niwa». Andrejewa war wegen ihrer Reportagen über die Massenproteste gegen Lukaschenkos manipulierte Wiederwahl 2020 inhaftiert worden.

Immer noch zählen Bürgerrechtler in Belarus aber bis zu 1.400 politische Häftlinge. Der Langzeitherrscher Lukaschenko ist der engste Verbündete von Kremlchef Wladimir Putin. Er hatte sein Land 2022 auch als Aufmarschgebiet für den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine zur Verfügung gestellt.

Überzeugen Sie sich von unserem Online-Abo:
Die Druckausgabe als voll farbiges PDF-Magazin weltweit herunterladen, alle Artikel vollständig lesen, im Archiv stöbern und tagesaktuelle Nachrichten per E-Mail erhalten.
Pflichtfelder
Ingo Kerp 20.03.26 12:40
Was interessiert den Trump was die EU für Sanktionen erheben. Will er mit dem Putin-Steigbügelhalter Lukaschenko reden, lädt er den halt ein, widerruft die US-Sanktionen und redet mit dem Mann. Was die dem Lukaschenko wohl in den USA anbieten wollen ist fraglich. Dem wird das (Putin) Hemd näher sein als eine evtl. (US) Hose.

Sind Sie bereits Online-Abonnent? Lesen Sie die vollfarbige PDF-Ausgabe DER FARANG.