TRAT: Koh Mak in der äußersten Ostküstenprovinz Trat steht für Ruhe abseits der großen Touristenströme. Zwischen Plantagen, einfachen Strandbars und versteckten Orten entfaltet sich ein entschleunigter Inselalltag. Die Blue Pearl Bar auf dem Steg des Koh Mak Coco Cape mit glasklarem Wasser steht sinnbildlich für die Relaxtheit und den nahezu magischen Charakter dieser Insel.
Schon bei der Ankunft entfaltet Koh Mak eine besondere, schwer greifbare Wirkung. Kaum hat das Boot angelegt, verändert sich die Wahrnehmung: Das Tempo nimmt spürbar ab, Stimmen und Motorengeräusche treten in den Hintergrund, und an ihre Stelle treten der Wind durch die Palmen und das gleichmäßige Rauschen des Meeres. Entlang der Küste wechseln sich helle Sandabschnitte mit dunklen, teils rötlich bis schwarzen Felsformationen ab – sichtbare Spuren des vulkanischen Ursprungs der Insel. Das Wasser ist klar, oft spiegelglatt, und reicht weit flach ins Meer hinaus.


Ein Kleeblattform im Inselarchipel
Rund 50 Kilometer vom Festland entfernt und etwa 25 Kilometer südöstlich von Koh Chang in der Ostküstenprovinz Trat gelegen, gehört Koh Mak zu den ruhigeren Inseln der Region. Am Horizont liegen mit Koh Kham und Koh Rayang zwei kleinere Nachbarinseln, die das maritime Panorama prägen. Mit etwa 16 Quadratkilometern Fläche ist Koh Mak die drittgrößte Insel im Archipel. Aus der Vogelperspektive erinnert ihre Form an ein Kleeblatt mit mehreren Buchten und ins Meer ragenden Landzungen.

Die Strände rund um Koh Mak spiegeln die Eigenheiten der Insel wider. Üppiger Palmenbewuchs trifft auf felsige Abschnitte und flach abfallendes, klares Wasser. Nicht jeder Strand eignet sich uneingeschränkt zum Baden, da Steine und Korallenreste den Einstieg erschweren können. Hinzu kommt saisonal das Auftreten von Sandfliegen.

Zu den bekanntesten Küstenabschnitten zählen Ao Kratueng und der sich anschließende Ao Kao. Etwas ruhiger präsentiert sich der kleinere Ao Pra, wo ein langer Pier des Koh Mak Coco Cape Resorts den Zugang zum Wasser erleichtert. Leitern und Plattformen ermöglichen dort das Schwimmen und Schnorcheln auch bei flachen Uferzonen.
Inselalltag fern ab von Hektik und Lärm
Im Inselinneren setzt sich dieser ruhige Rhythmus fort. Kokos- und Kautschukplantagen prägen weite Teile der Landschaft, dazwischen liegen einzelne Häuser und kleine Siedlungen. Die 600 bis 800 Einwohner leben verstreut, vieles wirkt überschaubar und vertraut. Motorroller sind das wichtigste Verkehrsmittel, ergänzt durch wenige Songthaews und bei Touristen beliebte elektrische Golfcarts. Hektik entsteht dabei kaum.

Die Entwicklung der Insel ist eng mit mehreren alteingesessenen Familien verbunden. Anfang des 20. Jahrhunderts wurden große Teile von Koh Mak sowie benachbarte Inseln durch König Chulalongkorn an fünf Familien übertragen. Ihre Namen finden sich bis heute auf zentralen Straßen wieder und prägen die Strukturen der Insel bis in die Gegenwart.

Trotz wachsender touristischer Bedeutung hat sich Koh Mak ihren ursprünglichen Charakter bewahrt. Neue Resorts und Restaurants sind entstanden, bleiben jedoch meist klein und in die Umgebung eingebettet. Vieles wirkt persönlich, fast familiär. Gäste werden schnell wiedererkannt, Gespräche entstehen beiläufig. Die Einheimischen begegnen Besuchern offen und freundlich, ohne aufdringlich zu sein.
Alltag ohne 7-Eleven und Geldautomat
Auch im Alltag zeigt sich dieser dörfliche Charakter deutlich. Geldautomaten gibt es auf der Insel nicht, weshalb Besucher ausreichend Bargeld mitbringen sollten. Ebenso fehlen die in Thailand sonst allgegenwärtigen Minimärkte wie 7-Eleven oder Tops. Eingekauft wird in kleinen Läden, oft Teil von Wohnhäusern, in denen vor dem Betreten die Schuhe ausgezogen werden.

Man bewegt sich auf Koh Mak wie in einem Dorf. Viele Motorräder sind ohne Kennzeichen unterwegs, was andernorts ungewöhnlich wäre. Gleichzeitig gilt die Insel als sehr sicher, Eigentumsdelikte sind selten. Die wenigen Anlegestellen bilden die einzigen Verbindungen nach außen – wer die Insel verlassen will, ist auf sie angewiesen.

Der Tagesablauf richtet sich spürbar nach der Natur. Das Leben beginnt früh, wenn das Licht weich über die Strände fällt, und verlagert sich mit zunehmender Hitze in schattige Bereiche. Wenn die Sonne langsam hinter den Nachbarinseln versinkt, zieht es die Menschen wieder zurück an die Strände. Die Insel folgt ihrem eigenen Takt.


Meerrauschen und Cocktails am Abend
Mit der Dämmerung beginnt ein zurückhaltendes Nachtleben. Es spielt sich vor allem in tropischen Beach- und Cocktailbars ab, meist direkt am Strand, unter Palmen, begleitet vom Rauschen des Meeres und dem Blick in den Sternenhimmel. Viele dieser Bars sind an kleinere Resorts angeschlossen und fügen sich unaufdringlich in die Umgebung ein – oft sitzt man dabei auf bequemen Sitzkissen im Sand.

Am Ao Kratueng gilt die Ban Yai Beach Bar seit rund drei Jahren als angesagte Adresse. Spätestens zum Sonnenuntergang füllt sich die tropisch gestaltete Strandbar. Bis 19.00 Uhr gilt dort eine Cocktail-Happy-Hour mit dem Angebot „2 für 1“ für 220 Baht.

Betreiberin Khun Nicha und ihr stets freundliches Team kümmern sich aufmerksam um die Gäste und helfen auch bei der Buchung von Fähren oder bei der Organisation von Taxis auf der Insel. Zum angeschlossenen Ban Yai Beach Resort Koh Mak gehören einfache, klimatisierte Zimmer in direkter Strandlage. Fester Bestandteil des Teams ist zudem Khun Je, ein Thai-Deutscher, der perfekt Deutsch spricht und als Kenner der Insel gilt (siehe Box unten).


Weitere beliebte Sundowner-Spots finden sich auf der Koh Kham zugewandten Seite der Insel. Am weitläufigen Ao Suanyai Beach liegt die Thai Sabai Bar des Prompakdee Kohmak Resort, die bereits tagsüber gut besucht ist – auch wegen ihrer Lage an einem der schönsten Strandabschnitte der Insel.


Die Blue Pearl Bar auf dem Steg des Koh Mak Coco Cape gilt als Must-Do auf der Insel und ist aus einem früheren Geheimtipp hervorgegangen. Die exponierte Lage auf dem fotogenen Pier (siehe Titelbild oben) sowie das klare Wasser und ein vorgelagertes Riff tragen maßgeblich zur Anziehungskraft bei.

Für externe Besucher wird dort zum Sonnenuntergang eine Eintrittsgebühr von 200 Baht erhoben, die jedoch vollständig auf den Verzehr an der Bar angerechnet wird – auch, um den Andrang reiner Fotobesucher zu regulieren.

Wenn es in den Strandbars ruhiger wird, verlagert sich das Geschehen weiter ins Inselinnere. Die Sportsbar Koh Mak wird von dem sympathischen Schweizer Bela gemeinsam mit seiner thailändischen Frau Charly geführt. Unter dem Motto „Bier, Gras und Würstchen“ herrscht eine entspannte Atmosphäre, die bei Muay-Thai-Liveübertragungen besonders lebhaft wird.

Reggae- und Livemusik-Fans zieht es hingegen in die Utopia Bar. Während der Regenzeit bleibt sie jedoch vorübergehend aufgrund von Umbauarbeiten geschlossen, bevor sie am 1. November 2026 unter dem neuen Namen Bobaley Bar wieder öffnet.
Eine Insel wie ein Bilderbuch

Ein Höhepunkt eines jeden Aufenthalts ist ein Ausflug zur vorgelagerten Bade- und Schnorchelinsel Koh Kham. Nur etwa 1,5 Kilometer von Koh Mak entfernt, ist sie mit kleinen Booten erreichbar.
Vor Ort eröffnet sich eine fast unwirklich wirkende Szenerie mit Bilderbuch-Panorama: glasklares Wasser, ein heller, feiner Strand aus Quarzsand und bizarre, teils dunkel schimmernde Felsformationen, die der Küste ihr markantes Gesicht verleihen.
Baden in glasklarem Wasser
Bei ruhiger See tritt zudem eine schmale Sandbank hervor, die sich wie ein heller Streifen ins seichte Wasser zieht und die besondere Form der Bucht sichtbar macht. Hier kann man wunderbar schwimmen, schnorcheln und Kajak fahren.
Die Insel ist in Privatbesitz, weshalb für Besucher eine Eintrittsgebühr erhoben wird. Die Überfahrt ist in der Regel zwischen 08.00 und 17.00 Uhr möglich. Tickets, die Bootsfahrt (Hin- und Rückfahrt), den Eintritt zur Insel und einen Softdrink vor Ort umfassen, kosten 350 Baht pro Person. Erhältlich sind sie in der Thai Sabai Bar, wo auch direkt das Boot abfährt.

Am Ende bleibt vor allem ein Eindruck: Koh Mak ist kein Ort für schnellen Konsum oder dichte Programme. Die Insel lebt von ihrer Ruhe, vom unmittelbaren Leben am Wasser und von einem Alltag, der sich am Lauf der Sonne, am Wetter und am Meer orientiert. Genau darin liegt ihre besondere, fast schwer erklärbare Anziehungskraft.
Versteckt am Kap – der Cat Temple

Der Cat Temple Koh Mak liegt abgelegen am Cape Kradun auf Koh Mak. Die Anfahrt führt mit dem Motorroller durch dichte Kautschukplantagen bis ans Ende der Straße. Der Weg ist leicht zu übersehen: Nach dem Ende der Straße rechts halten – links führen Wege weiter in die Plantagen. Von dort geht es zu Fuß über einen schmalen, teils steinigen Pfad weiter. Festes Schuhwerk ist empfehlenswert.

Auf der Anhöhe stehen einfache Holzschreine, dicht gefüllt mit Dutzenden, teils Hunderten von Katzenfiguren in unterschiedlichen Formen, Farben und Größen. Sie stehen auf Tischen, zwischen Steinen und im Gras, viele dicht an dicht aufgestellt. Räucherstäbchen, kleine Opfergaben und abgestellte Getränkeflaschen zeigen, dass der Ort weiterhin genutzt wird. Besucher lassen Münzen oder kleine Gaben zurück, oft verbunden mit dem Wunsch nach Glück. Von den dunklen Felsen fällt der Blick über die Bucht in Richtung Ao Nid, bei klarer Sicht bis nach Koh Kood.
Versteckt im Bambus – Somchai’s Love Garden

Somchai's Love Garden zählt zu den ungewöhnlichsten Orten auf Koh Mak. Rund 400 Meter vom Koh Mak Resort entfernt führt ein schmaler Feldweg in einen dichten Bambushain. Eine einfache Holztafel mit der Aufschrift „Love Garden“ weist den Weg. Im Inneren liegt ein zunehmend überwucherter Garten mit mehr als 70 Betonskulpturen. Die Figuren – überwiegend weibliche Körper – sind unverhüllt und teils bewusst provokant gestaltet.

Somchai widmete sich in seiner Arbeit der Darstellung des weiblichen Körpers, den er als zentrales Motiv und Ausdruck seiner künstlerischen Vorstellung verstand. Zwischen Bambus, Laub und feuchtem Erdreich wirken die Skulpturen heute wie vom Ort zurückgeholt: von Moos überzogen, von Witterung gezeichnet, teils von Pflanzen umschlossen.
Der aus Myanmar stammende Somchai kam 1984 als Arbeiter auf Kautschukplantagen nach Koh Mak. Mit seinen Einnahmen kaufte er Zement und schuf über Jahre hinweg sein persönliches Ensemble, das er als eigenes Paradies verstand. Sein Ziel war es, dass seine Werke über mindestens 100 Jahre erhalten bleiben.
Somchai lebte zurückgezogen in einem einfachen Holzhaus auf dem Gelände und starb im Alter von 64 Jahren. Die Anlage wirkt heute wie ein stilles Relikt – ein ungewöhnliches Vermächtnis zwischen künstlerischem Ausdruck, Einsamkeit und Natur.
Ein Skatepark für Koh Mak

Boonrunang Je, in Nakhon Ratchasima geboren, gehört zum festen Team der Ban Yai Beach Bar. Der Thai-Deutsche ist leidenschaftlicher Skateboarder – und verfolgt eine außergewöhnliche Idee: den Bau eines Skateparks auf internationalem Niveau. „Koh Mak hat keine glatten betonierten Flächen, auf denen man legal skaten kann. Auch die Straßen eignen sich dafür nicht“, erzählt Je. Früher habe er auf dem Schulhof der Insel geskatet und vielen Schülern das Skateboarden beigebracht. Nachdem sich ein Schüler verletzt hatte, wurde das Skaten dort jedoch untersagt. Sein Konzept sieht vor, mehrere bekannte Skate-Spots der Welt auf einer Anlage zu vereinen. Kontakte in die internationale Szene bestehen weiterhin, sodass perspektivisch auch Veranstaltungen mit Profis, Shows oder Contests möglich wären. Ein geeignetes Grundstück sei vorhanden, nun werde ein Sponsor gesucht. Je kam vor rund zehn Jahren nach Koh Mak. Den Kontakt stellte der bekannte deutsche „Dschungel-Metzger“ Holger Baum auf Koh Chang her, der kürzlich verstorben ist. Über ihn lernte er auch Gebhard Meyer kennen, der ihn schließlich auf Koh Mak in seiner Sportsbar als Manager einstellte. Seit drei Jahren arbeitet Je in der Ban Yai Beach Bar. Dort ist er für die Kommunikation mit den Gästen, die Pflege des Strandabschnitts sowie die Gestaltung der Anlage verantwortlich. Teile des Areals hat er mit Treibholz dekoriert und kümmert sich zugleich als Gärtner um die Pflanzen.
Anreise

Für die Anreise stehen mehrere Optionen bereit: Ab dem Laem Ngop Pier in Trat mit Leelawadee Speed Boat (Tel.: 063-194.6562, 088-662.4545) um 10.30 und 14.00 Uhr zum Makathanee Pier sowie mit Panan Speedboat (Tel.: 087-580.5275) um 12.30 und 16.00 Uhr zum Koh Mak Resort Pier. Die sicherste Fähre für die knapp einstündige Überfahrt ist der Boonsiri High Speed Catamaran ab dem Laem Sok Pier in Trat zum Ao Nid Pier, dem Haupthafen von Koh Mak.