MONDULKIRI: Die kambodschanische Regierung treibt den Bau einer 250 Kilometer langen Grenzringstraße voran, um die territoriale Integrität zu sichern und die regionale Entwicklung zu fördern. Finanziert durch die Stiftung für Grenzinfrastrukturentwicklung (FBID), soll das Projekt abgelegene Grenzgebiete erschließen. Die Fertigstellung ist für April 2027 geplant.
Die kambodschanische Regierung hat ihr Engagement für den Bau der 250 Kilometer langen Grenzringstraße bekräftigt, einem wichtigen Infrastrukturprojekt zur Stärkung der territorialen Integrität und Förderung der regionalen Entwicklung. Finanziert durch die Stiftung für Grenzinfrastrukturentwicklung (FBID), spiegelt das Vorhaben die Entschlossenheit wider, nationale Souveränität zu wahren und das Wachstum in entlegenen Grenzregionen zu fördern.
Regierungssprecher Pen Bona betonte die Bedeutung des Projekts: "Premierminister Hun Manet hat hervorgehoben, dass die Regierung dem Bau der Grenzringstraße verpflichtet ist, gemäß den Vorgaben von Senatspräsident Hun Sen. Dieses Projekt hat höchste Priorität." Er fügte hinzu, dass ohne entsprechende Straßen die Bevölkerung keinen Zugang zu den tief im Dschungel liegenden Grenzposten und -linien hätte. Die Straße sei daher entscheidend für die Verteidigung der territorialen Integrität und Souveränität des Landes.
Entwicklungschancen durch Infrastruktur
Bona hob zudem das Entwicklungspotenzial der Straße hervor. Mit dem Bau würden Möglichkeiten für Ansiedlungen und den Ausbau von Infrastrukturen wie Schulen, Krankenhäusern, Gesundheitszentren und Märkten geschaffen. "Es wird sich in eine Entwicklungszone verwandeln", sagte er. Das übergeordnete Ziel der Regierung sei es, die Grenzregionen zu Zonen des Friedens, der Freundschaft, der Zusammenarbeit und der Entwicklung zu machen – eine Kernstrategie zum territorialen Schutz seit der Amtszeit von Ex-Premierminister Hun Sen.
Die Straße verläuft hauptsächlich durch die nordöstlichen Provinzen Mondulkiri und Ratanakkiri und soll bis April 2027 fertiggestellt werden. FBID-Vorsitzender Kim Bunthan lobte den Erfolg der Spendenkampagne, die in nur 66 Tagen über 26,96 Millionen US-Dollar von 720.105 Spendern einbrachte. Beim Projektstart am 1. November erklärte Bunthan, dass insgesamt mehr als 32,95 Milliarden Riel (etwa 8,21 Millionen US-Dollar) und 18,72 Millionen US-Dollar eingegangen seien, was die starke Unterstützung aus lokalen und internationalen Gemeinschaften widerspiegele.
Fortschritte und Sicherheitsmaßnahmen
In einer Pressemitteilung vom 27. Dezember hob die FBID bedeutende Fortschritte im Finanzmanagement und Infrastrukturausbau hervor und betonte, dass Vertrauen und Transparenz die Basis ihrer Arbeit seien. Alle öffentlichen Spendenkonten seien geschlossen und die Gelder sicher in vorgesehenen Konten verwahrt worden. Ein robustes Finanzsystem sei etabliert, das das Vertrauen der Öffentlichkeit und der Regierung widerspiegele. Zudem wurde ein PR-Team eingerichtet, das regelmäßig über den Baufortschritt berichtet, um die Öffentlichkeit auf dem Laufenden zu halten.
Im Rahmen der Minen- und Kampfmittelräumung wurden insgesamt über 1,462 Millionen Quadratmeter Land gesäubert, darunter mehr als 1,225 Millionen Quadratmeter in Mondulkiri und 237.500 in Ratanakkiri. Dabei wurden 23 verschiedene Arten von Kampfmitteln entdeckt, darunter sechs Streubomben. Die Räumungsarbeiten dauern an, um die Sicherheit für zukünftige Entwicklungen zu gewährleisten.
Die Vorarbeiten für einen 58,5 Kilometer langen Straßenabschnitt sind abgeschlossen, ebenso der Bau von 36,6 Kilometern Hauptstraße, 25 Kilometern Straßen- und Bergwänden sowie 30,2 Kilometern Entwässerungssystemen. Zudem wurde in Mondulkiri auf 10,2 Kilometern Schotter aufgebracht, was den Grundstein für weitere Bau- und Entwicklungsmaßnahmen legt.
Der Bau der Grenzringstraße in Kambodscha ist nicht nur ein infrastrukturelles Großprojekt, sondern auch ein Symbol für die Entschlossenheit des Landes, seine Souveränität zu sichern und die Lebensbedingungen in abgelegenen Gebieten zu verbessern. Ähnliche Projekte weltweit haben gezeigt, dass der Ausbau von Verkehrswegen in Grenzregionen sowohl die wirtschaftliche Entwicklung fördert als auch die nationale Sicherheit stärkt. In Kambodscha, einem Land mit einer bewegten Geschichte und Herausforderungen in der Infrastrukturentwicklung, stellt dieses Projekt einen bedeutenden Schritt in Richtung Modernisierung und Integration entlegener Gebiete dar. Die erfolgreiche Mobilisierung von Spenden und die breite Unterstützung aus der Bevölkerung unterstreichen das nationale Interesse an der Fertigstellung der Straße. Zudem wird erwartet, dass die neue Verkehrsverbindung den Handel mit Nachbarländern erleichtert und somit zur regionalen wirtschaftlichen Zusammenarbeit beiträgt.