Huthi lassen Dutzende Kriegsgefangene frei

Soldaten der Houthi fahren auf einem Lastwagen, während sie auf einem Platz in Sana'a patrouillieren. Foto: epa/Yahya Arhab
Soldaten der Houthi fahren auf einem Lastwagen, während sie auf einem Platz in Sana'a patrouillieren. Foto: epa/Yahya Arhab

SANAA: Zahlreiche Menschen sollen sich im Jemen in Kriegsgefangenschaft befinden. Nun wurden mehr als ein 100 von den Huthi freigelassen. Zuvor aber wurde UN-Personal erneut festgenommen.

Die Huthi-Rebellen im Jemen haben nach Angaben des Roten Kreuzes am Samstag 153 Kriegsgefangene freigelassen. Es handle sich um Häftlinge in der Hauptstadt Sanaa, die das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) während ihrer Gefangenschaft regelmäßig besucht und unterstützt habe.

«Diese Operation bringt dringend benötigte Erleichterung und Freude für Familien, die auf die Rückkehr ihrer Angehörigen gewartet haben», sagte die Leiterin der IKRK-Delegation im Jemen, Christine Cipolla. Das IKRK hoffe, dass dieser Schritt weitere Freilassungen anregen wird.

Die vom Iran unterstützen Huthi hatten die Freilassungen von Dutzenden Gefangenen am Freitagabend angekündigt. Zuvor hatten sie nach UN-Angaben erneut Mitarbeiter der Vereinten Nationen in von ihnen kontrollierten Gebieten im Jemen festgenommen, erklärte das Jemen-Büro der UN.

Die Huthi gelten als De-facto-Behörden in den von ihnen kontrollierten Gebieten, da sie dort die Verwaltung, Sicherheitskräfte und Justiz übernommen haben. Unter anderem die Hauptstadt Sanaa steht unter ihrer Kontrolle. International werden sie jedoch nicht als legitime Regierung anerkannt.

Im Jemen herrscht seit Ende 2014 ein verheerender Konflikt zwischen der international anerkannten Regierung, den Huthi-Rebellen und deren Verbündeten. Die Lage hat sich durch die Angriffe der Huthi auf Israel nach Ausbruch des Gaza-Kriegs weiter verschärft. Nach Angaben der Vereinten Nationen hat der Konflikt im Jemen zu einer humanitären Katastrophe geführt. Demnach steht das Land am Rand einer Hungersnot.

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